Sie wollten doch nur dagegen sein

Von Axel Grysczyk

Das Brexit-Chaos hat nun auch dem glühendsten Ich-bin-dagegen-Anhänger klargemacht, was es heißt, wenn man sich ohne eigenen Plan gegen eine politische Initiative stellt. Es entstehen Chaos und Instabilität.

Auch die derzeitige Haushaltslage in den USA zeigt: Wer einfach dagegen ist, schadet nicht nur tausenden Bürgern und der eigenen Wirtschaft, er dividiert ein Land auch immer weiter auseinander. Deswegen ist es weiter wichtig, gemeinsame Nenner zu suchen und nicht einfach bockig zu werden.

Das Brexit-Chaos zeigt aber auch brutal, was es bedeutet, wenn man wie die USA oder Großbritannien auf Protektionismus, auf Abschottung, auf Solopfade setzt. Das alles kann nicht im Interesse des eigenen Landes sein, weil sich die Situation der eigenen Bürger verschlechtert.

Brexit und Shutdown verdeutlichen eindringlich, dass es nur mit Konsens geht. Alles Andere führt ins Chaos. Den Befürwortern des „Wir brauchen mal wieder einen, der auf den Tisch haut“ sollten diese Entwicklungen die Augen öffnen: Es mag sympathisch sein und eine Sehnsucht geben, alles zu vereinfachen – aber so funktioniert die Welt nicht mehr. Es ist kompliziert und es bedarf vieler Diskussionen und zig Kompromisse, um auf einen Nenner zu kommen.

Wer die Lust an der Katastrophe spürt und den Briten oder den Amerikanern wünscht, dass alles den Bach runtergeht, dem sei versichert, dass das wirtschaftliche Chaos in beiden Ländern der deutschen Wirtschaft Milliarden Euro kosten wird. Und es muss klar sein, dass es auch bei uns politische Parteien gibt, die kritisieren, aber zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen keine Antworten haben.

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