Versicherte werden im Stich gelassen

Von Kristina Bräutigam

Das Verhalten der AOK ist ein Skandal. Daran ändert auch die Entscheidung im Fall des kleinen Karl nichts. Seit Gründung des Neuroneums 2010 hat die Kasse in keinem einzigen Fall die Kosten übernommen.

Und das, obwohl es sich bei der Einrichtung um die einzige ambulante Reha-Einrichtung für Schädel-Hirn-Verletzte im Rhein-Main-Gebiet handelt. Statt ihre Versicherten, die ohnehin schon ein schweres Schicksals verkraften müssen, auf dem Weg zurück ins Leben zu unterstützen, weigert sich die AOK zu zahlen, weil die rechtliche Grundlage fehlt. Beitragszahlern wird die Versorgung verweigert und das angesichts von Millionenüberschüssen. Im Fall Karl bleibt das Gefühl, dass hier unter dem Druck der Öffentlichkeit positiv entschieden wurde. Anders ist nicht zu erklären, warum plötzlich eine Einzelfallentscheidung möglich ist. Für die vielen anderen Patienten des Neuroneums muss sich die Politik einsetzen und eine rechtliche Grundlage schaffen, damit die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die ambulante Therapie endlich übernehmen müssen.

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