„Verboten gut“: Offenbacher Bier hat einen neuen Namen

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Selber Geschmack, neuer Name: Das "Offenbacher Pils" von Josip Budimir heißt ab sofort "Verboten gut". 

Drei Monate lang war das „Offenbacher Pils“ aus dem Handel verschwunden, jetzt gibt es Neuigkeiten: Spätestens im Februar soll es das Bier von Josip Budimir wieder zu kaufen geben. Und der Offenbacher hat noch andere Pläne. Von Kristina Bräutigam

Offenbach – Die Nachricht trifft Josip Budimir wie ein Schlag: Im März 2018 teilt ihm die Wettbewerbszentrale mit, dass er sein „Offenbacher Pils“ ab sofort nicht mehr unter diesem Namen vertreiben darf. Der Grund: Das Bier trägt die Lederstadt zwar im Namen, gebraut wird es allerdings vom Traditionsunternehmen Michelsbräu in Arnstein. „Ein Mitbewerber hat mich bei der Wettbewerbszentrale angeschwärzt und die hat mir eine Unterlassungserklärung vor den Latz geknallt“, sagt Budimir. Nur noch Restbestände darf er abverkaufen, der Name „Offenbacher Pils“ wird verboten.

Für den Familienvater, der in Lauterborn aufgewachsen ist, eine Katastrophe. „Ich wollte ein Bier für meine Heimatstadt Offenbach machen. Das Ganze ist reine Liebhaberei. Und plötzlich steht eine Strafe von 250.000 Euro wegen Wettbewerbsverzerrung im Raum.“ Doch Josip Budimir gibt nicht auf. Er einigt sich außergerichtlich mit der Wettbewerbszentrale, lässt 100.000 Etiketten einstampfen – und gibt seinem Bier einen neuen Namen: „Verboten gut“ prangt ab sofort auf dem Etikett, das nach wie vor Eichel, Eichenblätter und Sterne auf rotem Grund zieren. Spätestens ab Frebruar soll das Bier wieder im Handel erhältlich sein. 

Hunderte Kisten haben der Offenbacher und ein paar Kumpels dafür mit dem neuen Schriftzug überklebt, auch Werbemittel und Homepage mussten umgestaltet werden. „Jetzt hoffe ich, dass die Offenbacher ihr Bier auch mit neuem Namen annehmen.“

Verboten: Das erste Etikett.

Doch der 39-Jährige, der seinen Abschluss an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Visueller Kommunikation gemacht hat, hat noch größere Pläne: Er will eine Brauerei in Offenbach eröffnen. Viel darf Josip Budimir noch nicht verraten. Er habe allerdings bereits einen potenziellen Standort ausgemacht, mit Unterstützung der IHK erarbeite er gerade einen Finanzierungsplan. Um seinen Traum zu finanzieren, braucht es Investoren, über eine Crowdfunding-Kampagne soll weiteres Geld zusammenkommen. „Der erste Schritt wäre eine Halle mit Kessel und ein paar Bierbänken. Später könnte ich mir eine kleine Gastro mit Bühne vorstellen, auf der lokale Künstler auftreten. Klein und nicht zu schick, so wie Offenbach eben.“

Fest steht: Nicht nur in der Stadt hat das Bier eine treue Fangemeinde. Auch im Rathaus gibt es einen Unterstützer: „Ich begrüße die Pläne nicht nur, ich unterstütze die Pläne aktiv! Einerseits hilft meine Wirtschaftsförderung, andererseits stehe ich auch persönlich immer wieder in direktem Kontakt mit Herrn Budimir. Ich hoffe als Oberbürgermeister, eines Tages ein Offenbacher Bier aus Offenbach zu trinken“, erklärt OB Felix Schwenke gegenüber dem EXTRA TIPP. Der neue Name soll dann laut Josip Budimir längst wieder Geschichte sein. „Wo Offenbach drinsteckt, soll auch Offenbach draufstehen.“

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