Von Axel Grysczyk

Die Ursachen bleiben gleich

Von Axel Grysczyk

Derzeit wird hitzig über den Asylkompromiss gestritten. Es geht ums Gesichtwahren: SPD und die CSU muss sich vor ihren Mitgliedern rechtfertigen. Doch letztendlich hat sich an der eigentlichen Situation bei Fluchtursachen nichts verändert.

Aktuell haben sich 270.000 Menschen, um sich vor syrischen Bomben zu schützen, an die jordanische und israelische Grenze aufgemacht und lagern in der Wüste. Mehr als zehn Millionen Kriegsflüchtlinge leben in diesen Tagen im Jemen in ständiger Todesangst. 800.000 Rohingya sind in Bangladesch dem Monsunregen ausgesetzt und kämpfen jeden Tag ums Überleben. Und in Afrika herrscht weiter Hoffnungslosigkeit.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise lautet das Credo: Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen. Und was ist seitdem passiert? Für die Afrika-Politik sieht Brüssel in den nächsten sieben Jahren 39 Milliarden Euro vor. Zum Vergleich: Für die europäische Agrarpolitik steht das Zehnfache zur Verfügung.

Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2017 in Deutschland 3,26 Billionen Euro. In Eritrea lag es bei 8,5 Milliarden Euro. Dazu kommt ein Diktator, der junge Männer auf unbestimmte Zeit zum Militärdienst einberuft. Viele junge Männer kehren nie zurück, dazu herrschen immer wieder Dürren. Was soll jemanden in diesem Land halten?

Fakt ist: Eritrea ist ein Schwerpunktland, wenn es um Flüchtlinge aus Afrika nach Deutschland geht. Wenn die EU nicht endlich anfängt, die Verhältnisse vor Ort zu verbessern, wird es noch viele Transitzentren, Asylkompromisse und Flüchtlingsgipfel brauchen.

 Axel Grysczyk

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