Über Sehnsucht und Sexualität reden

Stammtisch für schwule Männer mit geistiger Behinderung

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Auch Menschen mit Behinderung haben Wünsche und Bedürfnisse. 

Frankfurt –  Auch unter Männern mit geistiger Behinderung, wünschen sich einige Zuneigung von gleichgeschlechtlichen Partnern. Damit sie sich näher kommen können, bietet die AIDS-Hilfe Frankfurt die Selbsthilfegruppe „Karl und Heinrich“ an. Von Janine Drusche

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Immer am ersten Mittwoch im Monat ist im Café Switchboard ein Platz für den Stammtisch „Karl und Heinrich“ reserviert. Seit 2014 treffen sich Männer mit kognitiver Einschränkung mit Sozialarbeiter Bernd Steigerwald. Die Selbsthilfegruppe der AIDS-Hilfe Frankfurt, gefördert von der Aktion Mensch, führt Männer zusammen, die Zuneigung von anderen Männern suchen. „Wir wollen den Teilnehmern ermöglichen einen Bereich zu betreten, in dem sie sich sonst nicht bewegen“, sagt Steigerwald. Ziel sei es, Raum dafür zu geben, Gleichgesinnte kennenzulernen, Freundschaften zu knüpfen und sich über Probleme auszutauschen. „Die Teilnehmer unterhalten sich bei unseren Treffen über Alltagsstrukturen, aber auch über ihre Sehnsüchte und Ängste oder wie sie vielleicht einen Partner kennenlernen können. Es geht um respektvollen Umgang miteinander und Kommunikation, die hilft.“ Außerdem können die Teilnehmer im Café Switchboard erleben, wie sich andere schwule Männer miteinander verhalten.

Bernd Steigerwald führt beim Stammtisch Männer zueinander.

„Oft wird Menschen mit kognitiven Einschränkungen keine eigene Sexualität zugeschrieben“, sagt Steigerwald: „Aber sie haben natürlich auch ein Recht auf Nähe.“ Homosexualität sei noch immer ein tabuisiertes Thema. „Deshalb ist eine Wohlfühlbasis wichtig für die Gruppe. Es erfordert ein gewisses Gespür und Sensibilität, damit die Menschen sich öffnen und wirklich frei über ihre Sorgen sprechen können. Das kann schon eine Weile dauern“, sagt Steigerwald. Der Sozialarbeiter fungiert dabei als beratende „Brückenfunktion“, wie er sagt und kann, da er selbst schwul ist, aus eigener Erfahrung sprechen.

Vertrauen ist wichtig

Mittlerweile besteht die Gruppe aus vier festen Stammmitgliedern, die jedes Mal dabei sind. „Aber es kommen auch immer wieder andere Männer, sogar von weiter weg“, sagt Steigerwald. Die Vertrauensebene stimme. Man habe schon über die wichtigen Themen Sexualität und Safer Sex gesprochen sowie Kondome verteilt. Den Teilnehmern soll gezeigt werden, dass es kein Problem ist, schwul zu sein: „Ich will vermitteln: Wir sind viele und wir können Spaß haben.“ 

Zwar habe die Gruppe einen Selbsthilfeansatz, der Hauptgedanke ist aber Menschen zusammen zu führen, eine schöne Zeit zu verbringen und in das schwule Leben und die Community der Stadt hineinzuschnuppern. Innerhalb der schwulen Szene wird so für Akzeptanz und Respekt für Männer mit geistiger Behinderung geworben. „Ich wünsche mir, dass wir noch mehr werden. Wir planen nämlich gerade ein gemeinsames Frühstück und einen Diskobesuch“, sagt Steigerwald zuversichtlich.

Diese Sportler outeten sich als homosexuell

Thomas Hitzlsperger hat einen mutigen Schritt gewagt. © AFP
Als bisher prominentester Fußballer hat sich der Ex-Nationalspieler als schwul geoutet. Wir zeigen Ihnen, welche Sportler sich schon vor Hitzlsperger zu ihrer Homosexualität bekannt haben. © AFP
Tom Daley: Der britische Wasserspringer enthüllte seine Liebe zu einem Mann Anfang Dezember 2013 im Internet: „Ich habe jemanden getroffen, der mich so glücklich gemacht hat, der mir Sicherheit gegeben hat. Es fühlt sich alles einfach großartig an. Und dieser Jemand - war ein Mann.“ © AFP
Justin Fashanu: Der britische Fußballer war 1990 der erste aktive Profi, der sich outete. Acht Jahre später erhängte sich der damals 37-Jährige nach einer regelrechten Hetzjagd in Großbritannien am 2. Mai 1998 in einer Garage. © dpa
Anton Hysen: 2011 outete sich der Schwede als erster prominenter Fußballer in dem skandinavischen Land. © Anton Hysen bei Twitter
Greg Louganis: Der viermalige Goldmedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 1984 und 1988 hatte kurz vor den Spielen in Seoul die HIV-Diagnose erhalten, dies aber zunächst verschwiegen. In der Qualifikation des 3-m-Wettbewerbs schlug er dann mit dem Kopf auf das Brett und zog sich dabei eine blutende Wunde zu. Diese wurde von einem Arzt ohne Handschuhe versorgt, der von der HIV-Infektion nichts wusste, später aber negativ getestet wurde. © AFP
Brian Orser: Der zweifache Silbermedaillen-Gewinner im Eiskunstlauf hatte lange versucht, seine Homosexualität zu verbergen - bis sie durch einen Prozess um den Unterhaltsanspruch seines Ex-Partners im Februar 1999 bekannt wurde. © AFP
John Amaechi: Der frühere NBA-Profi bekannte sich nach seiner Karriere in der nordamerikanischen Profiliga in seiner Autobiografie „Man in the Middle“ als erster Basketballer. © AFP
Robbie Rogers: Anfang 2013 outete sich der Fußballer und gab gleichzeitig seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Am 27. Mai gab er für Los Angeles Galaxy in der 77 Minute sein Comeback und ist damit der erste geoutete homosexuelle Profi, der in der MLS ein Spiel absolvierte. © AFP
Brian Boitano: Der Eiskunstlauf-Olympiasieger outete sich im Dezember als schwul, zwei Tage nach seiner Berufung in die US-Delegation für die Winterspiele in Sotschi. „Ich bin ein Sohn, ein Bruder, ein Onkel, ein Freund, ein Sportler, ein Koch, ein Autor. Und schwul zu sein ist nur ein weiterer Teil von mir“, hieß es in einer von USA Today veröffentlichten Stellungnahme des 50-Jährigen. © AFP
Gareth Thomas: 2009 bekannte sich der Rugbyspieler zu seiner Homosexualität und wurde am Ende des Jahres an die Spitze der Pink List gewählt, der einflussreichsten Homosexuellen Englands. Eine Verfilmung seines Lebens ist geplant. © AFP
Mark Tewksbury (l.): Kurz nach seinem Outing 1998 verlor der Schwimm-Olympiasieger von Barcelona 1992 einen lukrativen Werbevertrag, weil er „zu offen schwul“ sei. 2008 sprach der Kanadier anlässlich einer neuen Verordnung zur Stärkung der Rechte Homosexueller vor der UN-Vollversammlung in New York. © AFP
Orlando Cruz: Der Federgewichtler aus Puerto Rico wollte als erster offen schwuler Boxer Weltmeister werden. Seinen WM-Kampf im Oktober 2013 gegen den Mexikaner Orlando Salido verlor er jedoch. Cruz hatte im Oktober 2012 sein Coming-out. © dpa
Martina Navratilova: Unfreiwillig war das Outing der Tennis-Legende. Ein New Yorker Journalist, dem sie 1981 eine Romanze anvertraute, verriet das Geheimnis. Zu jenem Zeitpunkt habe sie selbst nicht über ein Coming-out nachgedacht, sagte sie in einem „Spiegel“-Interview Jahre später. © dpa
Steffi Jones: Die 111-malige Nationalspielerin und Direktorin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ließ sich beim „Ball des Sports“ 2013 in Wiesbaden mit ihrer Freundin Nicole fotografieren. Mitte 2014 will das Paar heiraten. © dpa
Ursula Holl: Als eher zufällig gilt das Outing der früheren Fußball-Nationaltorhüterin. Als sie in Köln mit ihrer Lebensgefährtin Carina eine eingetragene Lebenspartnerschaft einging, tauchte ein WDR-Team auf. Das war eigentlich auf der Suche nach Menschen, die an diesem Tag nicht das deutsche WM-Spiel gegen Serbien im Fernsehen sehen konnten, weil sie aufs Standesamt mussten¿. © dpa

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