Drag-Queen Jessica Walker

TV-Show „Queen of Drags“ in der Kritik: Frankfurts Szene-Expertin spricht Klartext

+
Kandidatin Yoncé Banks ist im Finale.

Sie sind bunt, laut und schrill: Die Kandidatinnen der Castingshow „Queen of Drags“ haben damit einen Hype ausgelöst. Doch die Frankfurter Drag-Queen Jessica Walker weiß, dass nicht alle begeistert sind. Vor allem das Casting und die Abwahl des Szene-Lieblings sorgen für Diskussionen.

Frankfurt – Diese Castingshow sorgt für Furore. Schon bevor „Queen of Drags“ auf Pro7 ausgestrahlt wurde, lieferte die Show Diskussionsstoff. „In der Community hat es viele geärgert, dass es kein offenes Casting gegeben hat“, sagt die Frankfurter Drag-Queen Jessica Walker, die auch als Travestiekünstler auftritt. 

Pro7-Sprecherin Petra Dandl verteidigt die Entscheidung des Senders: „Man muss bedenken, dass die Szene nicht so groß ist.“ Deshalb habe man sich für ein nicht öffentliches Auswahlverfahren entschieden. „Wir haben verschiedene Künstler eingeladen und aus ihnen die Teilnehmer ausgesucht“, sagt Dandl. Seit insgesamt fünf Folgen treten die Kandidatinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nun in Los Angles gegeneinander an. Während es anfangs noch zehn waren, sind es jetzt nur noch drei. Aria Addams, Vava Vilde und Yoncé Banks sind noch im Rennen. 

Wer geht und wer bleibt, entscheiden Supermodel Heidi Klum, Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz und Travestiekünstler Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst. Welche Queen am Ende gewinnt, werden sie kommende Woche entscheiden. 

Für Szenenkennerin Jessica Walker, die im Alltag Jens heißt, standen ihre Favoriten bereits früh fest. „Bambi Mercury hat tolle Outfits und ist auch in ihren Darbietungen sehr kreativ“, sagt sie. Die Frankfurterin selbst ist seit 20 Jahren in der hiesigen Szene unterwegs, ist nicht nur Gastgeberin der bekannten Night-Queens-Show, sondern bewertet auch beim Drag-Queen-Slam die Kandidatinnen.

Einen ihrer ersten Schritte hat sie gemeinsam mit Bambi Mercury gemacht. „Wir waren früher gemeinsam in einer Gruppe aus Drag-Queens und Gogo-Girls, die in Frankfurter Clubs aufgetreten ist“, sagt sie. Während Jessica Walker Bambi Mercury für eine tolle Künstlerin hält, sieht sie bei den Auftritten von Kandidatin Katy Bähm Schwächen. „Sie hat ein tolles Make-up. Doch es zeigt sich, dass sie als Drag keine Performances macht“, sagt sie. Sie sei schon vor der TV-Sendung mehr dafür bekannt gewesen, dass sie in Clubs auflegt. 

Die Community ist da jedoch ganz anderer Meinung. „Viele von ihnen sind richtig begeistert von ihr“, sagt Jessica Walker. Deshalb seien sie sich auch sicher, dass es nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, als die Jury Katy Bähm in der vergangenen Woche nach Hause geschickt hat. Doch auch Jessica Walkers Favoritin Bambi Mercury konnte die Juroren nicht bis zum Ende überzeugen und musste die Show in dieser Woche verlassen. 

Doch die Frankfurterin Jessica Walker ist sicher, dass ein Sieg nicht der einzige Grund für die Teilnahme an der Sendung ist: „Einige Kandidatinnen haben sicherlich zugesagt, da sie hoffen, durch das Format bekannter zu werden und weitere Jobs zu ergattern.“

Von Anna Scholze

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare