Für die Tonne: Neue Müllregelung nervt Anwohner

Dieter Giessibl ist genau wie viele andere Anwohner am Coburger Weg in Zeilsheim von der neuen Müll-Abhol-Regelung genervt. Foto: rf

Seit März erfolgt die Müllabfuhr in bestimmten Frankfurter Wohngebieten über Sammelstellen. Laut Anwohnern in Zeilsheim herrscht seitdem ein einziges Chaos. Ständig verschwinden Tonnen, werden nicht zurückgebracht und blockieren Einfahrten und Gehwege. Von Rebekka Farnbacher

Frankfurt – Für die Anwohner im Coburger Weg in Zeilsheim ist die neue Müllabfuhr-Regelung für die Tonne. Da nämlich seit März das Müllfahrzeug aus Sicherheitsgründen nicht mehr rückwärts in die schmale Straße einfahren soll, werden die Tonnen an Sammelpunkten auf der Straße geleert und zu den Häusern zurückgebracht. „Für den Frankfurter Bürger ändert sich bei der Hausmüllsammlung fast nichts“, erklärte das städtische Entsorgungsunternehmen FES in einer Pressemitteilung vorab. Betroffen sind mehrere hundert Straßen in ganz Frankfurt. „Der von der Stadt beauftragte Vollservice, wonach FES die Tonne abholt, leert und zurückstellt, bleibt erhalten. FES organisiert das Bereitstellen der Tonnen mit eigenen Kräften“, heißt es.

Doch für die Anwohner im Coburger Weg hat sich seitdem vieles geändert – zum Negativen. „Rund 20 Mülltonnen standen schon an der Sammelstelle auf dem Bordstein und haben den Weg blockiert“, sagt Dieter Giessibl, der seit 1991 vor Ort lebt. „Das gefährdet unsere Schulkinder, die dort entlang müssen. Weil die Tonnen auf dem Gehweg stehen, müssen sie die Straßenseite wechseln und laufen plötzlich aus den Parklücken auf die Straße.“ Auch Menschen mit Kinderwagen und Rollatoren kommen nicht mehr vorbei.

Wenn die Tonnen schlecht platziert sind, versperren sie zudem die Einfahrt zur Straße und damit zu den Häusern aller dortigen Anwohner. Und das bis zum Nachmittag. „Meist holen sich die Bewohner ihre Tonne auf eigene Faust zurück, weil sie nicht bis zum Nachmittag warten wollen, um den Müll wegschmeißen zu können“, berichtet Giessibl. Aber das ist gar nicht so einfach. Denn oft ist die eigene Tonne nicht mehr auffindbar. „Die Tonnen landen beim Nachbarn, stehen irgendwo auf der Straße herum oder werden gar nicht zurückgebracht“, ärgert sich der Anwohner, der die gleichen Beschwerden auch von seinen Nachbarn gehört hat. Wenn seine eigene Mülltonne den Weg zurück zum Haus findet, findet Giessibl sie meistens mitten in die Einfahrt gestellt vor, sodass er mit dem Auto nicht hineinfahren kann.

Überhaupt sind die Anwohner von der Informationspolitik der FES genervt. Denn von der geänderten Abhol-Regelung erfuhren sie erst „mit dem Tag, an dem meine Tonne das erste Mal weg war“, sagt Giessibl.

FES-Sprecher Stefan Röttele räumt ein, dass die Lage vor Ort durch den Platzmangel kompliziert ist: „Bei dieser Engstelle sehen wir ein, dass das zu Konflikten führt. Das ist nicht schön und keine Dauerlösung.“ Dennoch wundert ihn die Anfrage, denn bei der FES-Beschwerdestelle sei das Ausmaß des Anwohner-Unmuts nicht angekommen. Dort liegt nur eine Beschwerde wegen einer verschwundenen Tonne vor. „Wir bedauern natürlich, wenn so etwas passiert und weisen die Mitarbeiter darauf hin“, versichert Röttele.

Prinzipiell wolle die FES die Abläufe bei der neuen Abhol-Regelung verbessern. „Die Tonne soll nicht mehr einen halben Tag lang auf der Straße stehen. Da wollen wir schneller werden.“ Speziell im Coburger Weg soll sogar eine andere Lösung Abhilfe schaffen: Die FES habe die Straße geprüft und entschieden, dass dort künftig ein schmaleres Müllauto zum Einsatz kommen soll. Röttele: „Die Umstellung auf das Mikrofahrzeug wird noch einen Moment dauern. Wir setzen alles dran, so schnell wie möglich in die Umsetzung zu kommen.“

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