Teurer Test: Frankfurt kauft drei Fahrradgaragen für über 21.000 Euro

Zwölf Nutzer sollen die drei Fahrradgaragen für fünf Jahre testen. Sie haben sich an den Kosten beteiligt und es ist ihre Aufgabe, die Garagen in Stand zu halten. Foto: ans

Die Stadt hat einen Modellversuch gestartet. Zwölf Frankfurter testen Fahrradgaragen für über 21. 000 Euro. Ist der Probelauf erfolgreich, sollen weitere folgen. Bertram Giebeler vom ADFC Frankfurt glaubt nicht, dass die Garagen eine Lösung für den Parkplatzmangel sind. Von Anna Scholze

Frankfurt – Drei Fahrradgaragen, zwölf Stellplätze. Ihr Wert: 21.390,96 Euro. Die Stadt hat im Nordend einen Modellversuch gestartet. Frankfurter sollen für insgesamt fünf Jahre die Garagen testen. Doch nicht ohne Bedingungen. Die zwölf Nutzer haben als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) einen Überlassungsvertrag mit der Stadt geschlossen. Es ist ihre Aufgabe, die Garagen in Stand zu halten. Auch an den Kosten haben sie sich mit einmalig 380 Euro beteiligt. Ist das Projekt ein Erfolg, sollen weitere Fahrradgaragen folgen. Denn Verkehrsdezernent Klaus Oesterling ist überzeugt: „Nur wer einen geschützten und sicheren Abstellplatz für sein Fahrrad in der Nähe seiner Wohnung hat, nutzt sein Rad regelmäßig für die Alltagswege.“ Die Garagen seien somit ein weiteres Angebot, um das Fahren mit dem Zweirad in der Stadt zu fördern und den Alltag damit zu erleichtern. Eine Überzeugung, die Bertram Giebeler, Verkehrspolitischer Sprecher des Fahrradclubs ADFC Frankfurt, nicht vollständig teilt. „Es werden sicherlich mehr Menschen regelmäßig das Rad nutzen, allerdings werden das keine Massen sein“, sagt er. Außerdem sei zu beobachten, dass bereits jetzt die Anzahl der Fahrradfahrer gestiegen sei, auch ohne die Garagen. Und auch wenn der Experte ihre Installation begrüßt, das Problem fehlender Stellflächen werden sie aus seiner Sicht nicht lösen. „Denn die Unterstellmöglichkeiten im Nordend sind zwar schon recht platzoptimiert, das Potenzial möglicher Aufstellplätze ist jedoch begrenzt“, sagt er.

Es brauche viel mehr frei verfügbare, nicht kostenpflichtige Abstellbügel im Straßenraum. „Außerdem wären angepasste Lösungen für mehrgeschossige Häuser wichtig“, sagt Bertram Giebeler. So seien aufgrund der dort beengten Platzverhältnisse etwa Hängekonstruktionen oder in Hinterhöfen Doppelstock-Parker notwendig.

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