Betreiber weist Schuld von sich

Terrassen-Einsturz im Opel-Zoo: Ehepaar will Schmerzensgeld

Die Feuerwehr sicherte damals die zusammengebrochene Holzkonstruktion ab. 
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Die Feuerwehr sicherte damals die zusammengebrochene Holzkonstruktion ab. 

Kronberg - Knapp zwei Jahre ist es her, dass im Opel-Zoo Kronberg die Terrasse des Restaurants einstürzte. Am Dienstag ist dazu ein neuer Prozess vor dem Frankfurter Landgericht gestartet. Ein Ehepaar verlangt Schmerzensgeld. Der Zoo weist alle Schuld von sich. 

Die Eheleute klagen gegen den Opel-Zoo sowie den Betreiber des Restaurants. Dessen Holzterrasse war im August 2015 teilweise zusammengebrochen, sieben Menschen wurden dabei verletzt. Unter den Verletzten war damals auch das Ehepaar, das nun eine Summe in vierstelliger Höhe fordert. Die Frau hatte im Krankenhaus behandelt werden müssen. 

Seinerzeit standen bei einer Feier in einem Restaurant am Rande des Zoos viele Gäste draußen auf der Holzterrasse, als ein Teil des Bodens wegbrach. „Plötzlich fiel ich wie in einen Trichter“, erzählte am Dienstag eine ältere Dame vor dem Beginn des Zivilprozesses. Der Klage des Ehepaars hat sie sich nicht angeschlossen: „Ich will erst einmal sehen, wie dieser Prozess hier ausgeht.“

Terrasse im Opel-Zoo in Kronberg eingestürzt

Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv
Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv
Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv
Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv
Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv
Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv
Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv
Die Terrasse eines Restaurants auf dem Gelände des Opel-Zoos in Kronberg ist am Samstag gegen 20.30 teilweise eingestürzt. Mehrere Personen auf der Terasse wurden verletzt und durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. © einsatzfotos.tv

Am Ende des ersten Verhandlungstermins stand fest: Nicht nur der Zoo, sondern auch das Restaurant weisen jegliche Schuld von sich. Und es wird keinen Vergleich, sondern ein richterliches Urteil geben. Denn Zoo und Restaurant fürchten wohl weniger das Schmerzensgeld: „Es geht um den ganzen Rattenschwanz, der hinterher kommen würde"“ erklärte der Anwalt der Beklagten. Denn die hohen Behandlungskosten in geschätzt sechsstelliger Höhe für die Verletzten hätten Versicherungen bezahlt, die sich ihr Geld von den Verantwortlichen wieder holen wollten.

Doch der Anwalt stellte klar, dass aus seiner Sicht weder Zoo noch Restaurant Schuld an dem Unglück hätten. „Es handelte sich um einen versteckten Baumangel, dieser war von außen nicht erkennbar“, sagte der Jurist. Die Schuld liege bei dem Bauleiter und der für den Holzbau zuständigen Fachfirma.

Opfer leidet bis heute

Zum Zeitpunkt des Einsturzes war die Terrasse erst wenige Jahre alt gewesen. Ein Gutachter stellte nach dem Unglück fest, dass ein Holzbalken morsch gewesen sei. Denn beim Bau sei kein Holzschutzmittel aufgetragen worden. Zudem sei nicht - wie in dem Bauplan vorgesehen - eine zweite Stütze eingebaut worden. Ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den für den Bau verantwortlichen Mann wurde bereits eingestellt. Er hatte sich im Gegenzug zu einer Zahlung von 9.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bereit erklärt.

Nun im Zivilprozess will der Richter im September verkünden, wie das Verfahren weitergehen soll. Die ältere Dame leidet nach eigenen Worten ebenso wie die Klägerin bis heute an den Folgen des Unglücks. Bei dem Einbruch der Terrasse war auch der große Grill umgekippt, Fett und Öl spritzten gegen die Beine der beiden Frauen. „Leute haben mich aus dem Trichter gezogen und auf das Gras gelegt“, erzählte die ältere Dame. Mit einem Krankenwagen wurde sie in die Klinik nach Offenbach gebracht, dort wurde ihr Kunsthaut transplantiert. Lange Zeit hatte sie Schmerzen, auch heute muss sie noch regelmäßig behandelt werden.

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