Immer mehr Fälle widerspenstiger Passagiere

Suff-Passagiere sorgen für Ärger in Frankfurt

Betrunkene Passagiere werden von den Airlines nicht an Bord gelassen.
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Betrunkene Passagiere werden von den Airlines nicht an Bord gelassen.
  • Rebekka Farnbacher
    vonRebekka Farnbacher
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Frankfurt – Ein Fluggast trinkt zwei Flaschen Wein, weil er sie bei der Gepäckkontrolle hätte entsorgen müssen und ist daraufhin zu betrunken, um zu fliegen. Kein Einzelfall: Immer häufiger sorgen widerspenstige Passagiere für Ärger. Doch das Verhalten kann teuer werden. Von Rebekka Farnbacher

Er hatte es doch nur gut gemeint: Ein 67-jähriger Baden-Württemberger wollte am 8. März von Frankfurt nach Bangkok fliegen – mit zwei Flaschen Wein im Handgepäck, ein Gastgeschenk. Doch weder das Geschenk kommt in Thailand an, noch der Senior selbst. Luftsicherheitsassistenten forderten den 67-Jährigen auf, die Weinflaschen zu entsorgen, da sie die zulässige Menge von 100 Millilitern in einem Gefäß und einem Liter insgesamt überschritten. Doch der Reisende weigerte sich, die edlen Tropfen wegzuschütten. „Er entschloss sich stattdessen, diese noch vor der Luftsicherheitskontrolle selbst zu verkosten“, so Michael Moser, Sprecher der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen. Am Flugsteig angekommen, hatte der Wein zwischenzeitlich seine Wirkung entfaltet: Die Fluggesellschaft verweigerte dem Betrunkenen den Zutritt in den Flieger. Doch in welchen Fällen dürfen Fluggesellschaften entscheiden, dass ein Passagier am Boden bleibt? „Sicherheit hat im Fliegen höchste Priorität“, sagt Carola Scheffler, Pressesprecherin des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. Laut EU-Verordnung müsse die Beförderung von Personen abgelehnt werden, „die in einem solchen Maße unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln stehen, dass die Sicherheit des Luftfahrzeugs oder der Insassen wahrscheinlich gefährdet wird“. Scheffler erklärt: „Es gibt hierbei keinen festgesetzten Promillewert, sondern das Gesamtverhalten des Passagiers ist maßgeblich.“ Darüber hinaus können auch kranke, desorientierte und randalierende Personen vom Flug ausgeschlossen werden, ergänzt Anja Lindenstein, Pressesprecherin der Lufthansa AG. Auch dann, wenn Anweisungen der Crew nicht befolgt werden. Solche Fälle sogenannter „unruly passengers“ (zu Deutsch: Widerspenstige Passagiere) nehmen laut Angaben der Sprecherin immer mehr zu. Man sei jedoch gut vorbereitet: „Unser Personal ist gut geschult, um bereits vor Abflug Gefahrensituationen zu erkennen und Vorkehrungen zu treffen.“

Doch was passiert, wenn ein Passagier erst im Flieger ausfallend wird? Zunächst werde der Fluggast umgesetzt und bekomme das Trinken verboten, erklärt Lindenstein. Wenn das nicht hilft, werden Kabinenchef und Kapitän hinzugezogen. „Sollte die Sicherheit an Bord gefährdet sein, kann der Kapitän entscheiden, eine Zwischenlandung einzuleiten, um den Passagier von dem Flug auszuschließen und der Polizei zu übergeben“, erläutert Lindenstein. Dem Passagier werden dann die entstandenen Kosten in Rechnung gestellt und er muss mit strafrechtlichen Schritten rechnen.

Das Transithotel am Flughafen Frankfurt in Bildern

Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa
Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa
Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa
Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa
Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
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Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa
Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa
Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa
Frankfurt Transithotel Hotel Terminal 1
Wer auf seinen Weiterflug wartet, kann es sich im Transithotel "My Cloud" im Terminal 1 bequem machen. © dpa

Dem weinseligen Senior am Frankfurter Flughafen blieb das zwar erspart, eine satte Rechnung hat er aber trotzdem zu erwarten. Denn vermutlich auf der Suche nach einer Toilette am Flughafen öffnete er eine verschlossene Sicherheitstür. Flughafenmitarbeiter verhinderten, dass der 67-Jährige aufs Rollfeld lief und riefen die Bundespolizei. Mit einem Alkoholgehalt von 0,96 Promille kam er in die Ausnüchterungszelle. Ihm droht nun ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Die teure Taxirechnung zurück nach Baden-Württemberg war ihm dann schließlich auch egal: „Ich habe heute schon so viel Geld in den Sand gesetzt, da spielen die Taxikosten jetzt auch keine Rolle mehr.“

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