Diese Gemeinden beten vor der Leinwand

Ungewöhnlicher Gottesdienst: Dem Herrn im Kino nah sein

Wie bei einem Rock-Konzert: Bei „Kirche in Aktion“ spielt die Band anstelle des Organisten. Nebenbei läuft eine Lichtshow.
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Wie bei einem Rock-Konzert: Bei „Kirche in Aktion“ spielt die Band anstelle des Organisten. Nebenbei läuft eine Lichtshow.

Region Rhein-Main – Stellt man sich einen Gottesdienstes vor, kommt direkt die Kirche mit Turm und Glocke in den Sinn. Doch die Christen in Rhein-Main sind erfinderisch und verlegen gerne mal die Messe ins Kino. Von Katrin Greschner

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300 Menschen warten gespannt. Absolute Stille. Plötzlich gehen Scheinwerfer an. Sie beleuchten eine Band. Im Publikum ist alles dunkel. Die Musiker fangen an zu spielen. Passend dazu: Eine Lichtshow auf der Leinwand. Hört sich an wie ein Rockkonzert – ist aber der Beginn eines Gottesdienstes. Den feiert die evangelische Freikirche „Kirche in Aktion“ aus Frankfurt alle zwei Wochen von 13 bis 14.30 Uhr. Im Cinestar am Eschenheimer Tor gibt es dann für alle Besucher Kirche im Kino. Dabei wird deutlich: Dieser Gottesdienst versprüht einen besonderen Charme

Nach der Begrüßung des Pastors und der Ankündigung des Gottesdienst-Themas müssen auch die Besucher ran: Drei Lieder werden gemeinsam gesungen. Der Liedtext kann von der Leinwand abgelesen werden – musikalisches Talent wird dafür nicht benötigt. Danach ist Zeit für inspirierende Worte. Die Predigt wird vorgetragen. Wer kein Deutsch versteht, kann sie über Headsets auf Englisch verfolgen. „Danach trifft man sich zum Stammtisch“, sagt Robert Stößer vom Verein, den es bereits seit sieben Jahren in Frankfurt gibt.

Ein Kino als Gottesdienst-Location nutzt seit der Jahrtausendwende auch die evangelische Andreasgemeinde aus Eschborn. Im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach gibt es an jedem zweiten Sonntag im Monat ab elf Uhr einen „GoSpecial-Gottesdienst“: „Wir wollen Menschen erreichen, die sonst nicht in die Kirche gehen, erreichen und sie vom Glauben, von Gott und von der Kirche begeistern“, sagt Pfarrer Karsten Böhm. Dort gibt’s nicht nur eine Band, auch Theaterstücke werden eingeübt und der Gemeinde vorgeführt. Und noch etwas ist bei GoSpecial anders: Nach der Predigt gibt es eine Gesprächsrunde und ein „Question & Answer“: Die Gemeinde kann Fragen an den Prediger stellen und erhält Antworten.

Jeden Sonntag zweisprachiger Gottesdienst

Den Kinosaal zur Kirche umfunktioniert hat auch die „Internationalen Jesus Gemeinde“ aus Langen. Dort gibt es Kirche im Kino schon seit 2006. Jeden Sonntag startet der zweisprachige Gottesdienst im UT-Kino in der Rheinstraße auf Deutsch und Englisch um zehn Uhr. 130 Leute kommen durchschnittlich zur außergewöhnlichen Messe mit Musik im Gospel-Stil. „Bei uns wird der Gottesdienst nicht langweilig“, verspricht Pastor Joshua Gilliland. Nach der Begrüßung werden gemeinsam drei Lieder gesungen, der Text ist auch hier auf der Leinwand zu sehen.

Danach feiern die Kinder einen Gottesdienst, der ihrem Alter angepasst ist. Die Erwachsenen lauschen dann der Predigt, die auf Deutsch und Englisch vorgetragen wird. Nach dem letzten Lied und einem abschließenden Gebet trifft sich die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen. „Es geht darum, zusammen Zeit zu verbringen“, sagt Gilliland. Wer die Gottesdienste live sehen möchte, braucht sich vorher nicht anzumelden. Weitere Infos gibt’s unter www.kircheinaktion.de, www.gospecial.de und www.ijg-langen.de.

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