Von Axel Grysczyk

Wir sind auch Gündogan

Kommentar von Axel Grysczyk

Die deutschen Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil haben zusammen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan posiert. Gündogan hat ihm sein Vereinstrikot geschenkt, signiert mit den Worten „Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll“.

Dafür bezogen die Fußballer viel verbale Prügel. Richtig so. Doch es zeigt, dass Integration nicht per Knopfdruck passiert und auch nicht, wenn man sich ein Trikot überstreift. Es ist ein langer Prozess.

Gerade der Sport zeigt: Man kann für Deutschland starten, aber kulturell noch nicht angekommen sein. Bruno Massot holte im Februar Gold für Deutschland im Eiskunstlauf. Doch der Paarläufer war nicht in der Lage, ein Interview in Deutsch zu geben. Roman Neustädter kickte sogar für die deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften, absolvierte dann zwei Länderspiele für die Senioren und wechselte dann ins russische Lager. Diese Liste ließ sich lange fortführen. Und auch abseits des Sportes, zeigt sich, dass es Brüche bei Einwanderern gibt, die mit Vernunft nur schwer zu erklären sind. Deniz Yücel wurde in Deutschland geboren, kritisierte die Türkei aufs Schärfste, wurde in Istanbul inhaftiert, hat aber weiter die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft.

Deutschland muss sich damit abfinden, dass es Bürger in diesem Land gibt, die Deutschland ehren, sich aber in bestimmten Angelegenheiten nicht uneingeschränkt zu unserem Land bekennen. Daran muss die Mehrheitsbevölkerung und die Zugewanderten arbeiten. Am Beispiel von Gündogan und Özil zeigt sich, dass es Defizite gibt. Diese Defizite bleiben, auch wenn diese Migranten einen deutschen Pass haben.

Axel Grysczyk

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