Seit sieben Wochen keine Reaktion der Telekom

Schandfleck! Anwohner ärgern sich über Schrott-Zelle

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Peter Olf an der zerstörten Telefonzelle. „Die Telekom soll diesen Schandfleck endlich abbauen“, sagt der Rentner. 

Vor sieben Wochen zerstören Jugendliche eine Telefonzelle in Dreieichenhain. Die Telekom weiß Bescheid. Doch trotz Drängens der Stadt stehen die Reste des Häuschens bis heute an der Straßenecke. Die Anwohner haben genug. 

Dreieich – Von der Telefonzelle am Heckenweg in Dreieichenhain steht nur noch der Rahmen: Alle sechs Glasscheiben sind herausgeschlagen, Teile der Wandverkleidung angekokelt.„Das ärgert mich maßlos“, sagt Peter Olf und schüttelt den Kopf. In der Nacht auf den 19. Mai, am Wochenende der Kerb, haben Jugendliche die Telefonzelle am Heckenweg zerstört. „Sie haben immer wieder Steine geworfen und mit Pappe gezündelt“, erzählt der Rentner, der den Vandalismus aus seinem Dachfenster heraus beobachten kann. Er ruft die Polizei, doch die Jugendlichen entkommen.

Nach dem Pfingstwochenende informiert Peter Olf die Stadt Dreieich über den Schaden. Doch die kaputte Telefonzelle steht bis heute an der Straßenecke. „Das ist eine Sauerei“, sagt Peter Olf. Nicht nur über die Scherben, die wochenlang auf dem Gehweg verteilt liegen, ärgern sich der Rentner und seine Nachbarn. Sie fragen sich, warum die Telefonzelle überhaupt noch an der Straßenecke steht. Denn der Telefonapparat wurde bereits vor mehr als neun Monaten ausgebaut. „In einer Zeit, wo jeder ein Handy besitzt, ist eine Telefonzelle überflüssig. Und außerdem versperrt sie im Kreuzungsbereich die Sicht. Das Häuschen muss weg“, sagt Peter Olf.

Das will auch die Stadt Dreieich. Wie Sprecherin Rosemarie Allen vergangene Woche mitteilt, habe man die Telekom am 22. Mai über die zerstörte Telefonzelle informiert und wegen der Verletzungsgefahr um Entfernung gebeten. Bei Gesprächen einige Zeit zuvor sei es ohnehin bereits um die Zukunft der Zelle gegangen. „Damals hieß es, dass diese entfernt oder durch eine Telefonsäule ersetzt werden soll. Leider ist bis zum heutigen Tage nichts geschehen“, sagt die Sprecherin.

Der EXTRA TIPP bittet die Telekom um Stellungnahme. Und siehe da: Am Dienstag erklärt Sprecher George-Stephen McKinney, dass ein Umbau bereits im vergangenen Jahr vorgesehen war. Allerdings müsse das zuständige Energieversorgungsunternehmen vorher den Stromanschluss abschalten. Und das sei bis heute nicht geschehen. „Offenbar gab es Unklarheiten in der Abstimmung zwischen unserem Subunternehmen und dem Energieversorgungsunternehmen, was den Tiefbau angeht, denn um an den Stromanschluss zu gelangen, muss die Baugrube geöffnet und wieder verschlossen werden.“ Um schnellstmöglich eine Lösung hinzubekommen, habe die Telekom mit ihrem Subunternehmer vereinbart, „im vorgelegten Fall das Energieversorgungsunternehmen bei der Stromabschaltung zu unterstützen und den erforderlichen Tiefbau zu übernehmen“. Die Arbeiten sollen in den nächsten zwei Wochen gestartet werden. „Ziel ist, dass der Standort bis Anfang August umgebaut ist und die Telefonstele in Betrieb geht“, so McKinney. Mögliche Unannehmlichkeiten für die Anwohner bedauere das Unternehmen.

Kristina Bräutigam

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