Das große Interview im EXTRA TIPP 

Jimmy Kelly: „Ich bin kein Joghurt und mag keiner sein!“

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Jimmy Kelly in Langen vor seinem Konzert.

Langen - Mit der Kelly Family füllte er in den Neunzigern Hallen. Nun ist Jimmy Kelly als Straßenmusiker und mit dem Programm „The Streetkid“ unterwegs. Vor seinem Konzert in Langen nahm sich der Musiker Zeit für den EXTRA TIPP und plauderte über Bühne, Geschwister und Comeback. Von Janine Drusche

Sie haben mit der Kelly Family riesige Hallen gefüllt. Warum spielen Sie jetzt auf der Straße?

Die Straße war für mich immer meine Heimat, eine Berufung. Man ist mittendrin im Geschehen, wenn man da Musik macht. Ich wollte wieder etwas Echtes machen. Nicht den klassischen Weg gehen mit Plattenfirma und Co. Das ist mir nicht wahrhaftig genug. Die Straße ist ehrlich, das Showbiz nicht. Und ich wollte nach dem ganzen Trubel in den Neunzigern auch wieder allein aufstehen.

Was macht das Showbusiness denn so unehrlich?

Es ist einfach eine Maschinerie der Lügen. Es heißt immer, dass Stars von Null auf Hundert durchstarten. Das ist Bullshit. Es ist alles geplant – ein großes Kontrollsystem. Das ist wie beim Joghurt. Der wird in einer Fabrik massenhaft hergestellt, vergleichbar mit der Musikbranche. Aber ich bin kein Joghurt und ich möchte auch keiner sein. Denn das ist alles Verarschung, ein Manipulationssystem. Jetzt auf der Straße und bei kleinen Konzerten wird mir nicht gesagt, was ich machen oder tragen soll.

Ist es bei Ihrer Berühmtheit anstrengend, draußen zu spielen?

Am Anfang habe ich mir darüber Gedanken gemacht, habe gedacht, vielleicht muss ich aus der Fußgängerzone flüchten. Aber die Leute sind vorbeigelaufen. Ich war naiv, habe gedacht, alles wird sein wie früher, als wir mit der Familie in den Achtzigern auf der Straße gespielt haben. Ich dachte, die Leute freuen sich: Wieder ein Kelly zum Anfassen. Aber viele interessieren sich dafür nicht. Ich dachte, ich kriege das draußen locker hin, aber die ersten Monate waren schwer. Meine Frau war mit unserer zweiten Kind schwanger. Da bin ich mit der Straßenmusik erst mal auf die Schnauze gefallen. Es gibt einfachere Wege, aber ich habe die Straße nicht bereut. Und jetzt bin ich mega stolz, dass ich es geschafft habe. Dadurch wurde ich geheilt und bin wieder auf dem gleichen Level mit den Menschen. Das war nötig und tut wahnsinnig gut.

Nackte Bäuche und Plateauschuhe - Das Comeback der 90er

Auch Sandalen haben aktuell oftmals Plateausohlen - hier ein Modell von Brax (ca. 120 Euro). Foto: Brax
Auch Sandalen haben aktuell oftmals Plateausohlen - hier ein Modell von Brax (ca. 120 Euro). Foto: Brax © Brax
Da hilft Einziehen nur noch bedingt: Bauchfreie Tops verzeihen nicht viel, hier ein Beispiel von Colloseum (Jeans ca. 30 Euro, Top ca. 13 Euro, Jacke ca. 18 Euro, Gürtel ca. 6 Euro). Foto: Colloseum
Da hilft Einziehen nur noch bedingt: Bauchfreie Tops verzeihen nicht viel, hier ein Beispiel von Colloseum (Jeans ca. 30 Euro, Top ca. 13 Euro, Jacke ca. 18 Euro, Gürtel ca. 6 Euro). Foto: Colloseum © Colloseum
Moderne Overalls sind aus fließenden, leichten Stoffen, wie hier bei Minx (361 Euro). Foto: Minx
Moderne Overalls sind aus fließenden, leichten Stoffen, wie hier bei Minx (361 Euro). Foto: Minx © Minx
Ob das noch etwas für Punks ist? Von der Form her haben sich die Boots von Dr. Martens nicht viel geändert, dafür kommen sie jetzt auch in modischen Farben daher (150 Euro). Foto: Dr. Martens
Ob das noch etwas für Punks ist? Von der Form her haben sich die Boots von Dr. Martens nicht viel geändert, dafür kommen sie jetzt auch in modischen Farben daher (150 Euro). Foto: Dr. Martens © Dr. Martens
Plateausohlen kommen heute auch an Sandalen zum Einsatz, wie bei diesem Outfit von Steffen Schraut (Bluse 239 Euro, Rock 189 Euro, Tasche 399 Euro, Schuhe 249 Euro). Foto: Steffen Schraut
Plateausohlen kommen heute auch an Sandalen zum Einsatz, wie bei diesem Outfit von Steffen Schraut (Bluse 239 Euro, Rock 189 Euro, Tasche 399 Euro, Schuhe 249 Euro). Foto: Steffen Schraut © Steffen Schraut
Die Bomberjacke ist zurück auf den Laufstegen. Hier ein Modell von Pal Zilri (Bomberjacke 4015 Euro, Bermuda 8085 Euro, Schuhe 578 Euro). Foto: Pal Zileri
Die Bomberjacke ist zurück auf den Laufstegen. Hier ein Modell von Pal Zilri (Bomberjacke 4015 Euro, Bermuda 8085 Euro, Schuhe 578 Euro). Foto: Pal Zileri © Pal Zileri
Hosen mit extrem breitem Schlag waren schon in den 90ern ein großes Thema, hier ein aktuelles Modell von 7 for all mankind (Jeans 220 Euro, Jeanshemd 220 Euro). Foto: 7 for all mankind
Hosen mit extrem breitem Schlag waren schon in den 90ern ein großes Thema, hier ein aktuelles Modell von 7 for all mankind (Jeans 220 Euro, Jeanshemd 220 Euro). Foto: 7 for all mankind © 7 for all mankind

Wie hat Sie die Straße geheilt?

Ich habe mich wie ein Idiot verhalten, der meint, er kann alles. Aber vielleicht brauchst du als Künstler diese Macke. Zu glauben, dass man mehr kann, als man kann. Draußen ist man selbst sein schlimmster Kritiker, nicht die Anderen. Auf der Bühne hatten wir immer einen Buhmann. Ich habe die Schuld immer meinem Vater gegeben. Jetzt sehe ich meine Macken. Das hat die Straße mir gezeigt. Und, dass jeder Mensch kaputt und zerfallen ist. Eigentlich sind wir alle komplett kaputt und niemand hat wirklich was im Griff. Aber man findet Tricks zum Überleben und kann sich selbst entscheiden, welchen Weg man geht.

Was sagen Ihre Geschwister zu der Rückkehr auf die Straße?

Ein Teil hat mich unterstützt, aber es gab auch Gegenwind. Als deshalb in der Zeitung stand: „Kelly Family bankrott?“ hat das nicht allen in der Familie gefallen. Denn das Image ist ihnen ja auch wichtig. Am meisten hat mich meine Frau unterstützt. Ich tue das alles für sie und die Kinder, weil sie mich brauchen. Nur musste ich erst mal das echte Arbeiten lernen. Das habe ich, wenn ich abends merke, dass mir die Knochen wehtun, ich erschöpft bin. Das tut gut.

Apropos Image: Verfolgen Sie die alten Klischees wie „Die sind aus der Altkleidersammlung“?

Ja, es bestehen noch Klischees. Mir haben einmal zwei Männer draußen zugehört, die eine CD kaufen wollten. Als sie gesehen haben, dass ich der von der Kelly Family bin, haben sie die CD zurückgepfeffert, obwohl sie vorher von Gänsehaut gesprochen hatten. Das ist schon belastet. Oder eine Truppe Männer hat sich mal zu mir gestellt und „An Angel“ gesungen, sich lustig und Striptease gemacht. Es ist Fluch und Segen zugleich, ein Kelly zu sein. Man muss eben sehen, was man daraus macht. Wir haben damals polarisiert. Natürlich gab es da Gegenwind. Und natürlich viel Neid.

Haben Sie sich deshalb als erster der Familie 1996 die langen Haare, eines der Markenzeichen der Kellys, abschneiden lassen?

Das mit den Haaren hatte sich bei uns so entwickelt. Das war die Idee meines Vater. Aber ich hatte die Haare irgendwann satt. Ich wollte gucken, ob ich auch mal cool sein kann. Dann habe ich mit einem Freund gewettet. Ich habe den Schritt aber auch gesucht. Der Papa fand das nicht gut, weil es das Bild kaputt gemacht hat.

Heute und früher: Die Topmodels der 90er Jahre

Naomi Campbell, Claudia Schiffer und Elle MacPherson genießen den ganz großen Auftritt bei einer Restaurant-Eröffnung im Jahr 1994. Was wurde aus den Supermodels?  © AFP
2016 Forbes Women&#39s Summit
Christy Turlington: Entdeckt wurde sie schon im zarten Alter von 13, bei einem Reitwettbewerb. Zehn Jahre später zählte Christy Turlington zu den fünf erfolgreichsten Supermodels der Welt. Das Gesicht der bildhübschen Kalifornierin war auf über 1.000 Magazin-Covern zu sehen. © AFP
SAFRICA\FASHION
Auch wenn die Modebranche als notorisch oberflächlich verschrien ist: Für Christy Turlington (ganz rechts) gilt das gewiss nicht. 1999 beendete die Amerikanerin ihr Studium der Literatur und Philosophie. Sportlich ist die 47-jährige PETA-Unterstützerin und zweifache Mama obendrein, wie man sieht. Tägliches Yoga und Laufen sind ihr Schönheitselexier. Darüberhinaus engagiert sich das bildhübsche Ex-Model auch noch sozial. © AFP
Cindy Crawford
Cindy Crawford: Der sinnliche Leberfleck über der Lippe war ihr Markenzeichen, die vier Jahre (1991 bis 1995) andauernde Ehe mit Richard Gere war vielleicht die glamouröseste des Jahrzehnts. Unter den Supermodels der 90er war Cindy Crawford gewissermaßen das Super-Supermodel. Zumindest das bestbezahlte: Im Jahr 1995 betrug das Jahreseinkommen der US-Amerikanerin laut Forbes rekordverdächtige 6,9 Millionen US-Dollar. © AFP
Cindy Crawford
Heute strahlt Cindy Crawford im Blitzlichtgewitter wie eh und je. Gelernt ist gelernt. Kaum zu glauben, dass die auch als Moderatorin und Schauspielerin tätige US-Schönheit am 20. Februar 2016 ihren 50. Geburtstag feierte. Für Aufsehen in der Modelwelt sorgt derzeit übrigens ihre Tochter Kaia Gerber. Schon mit 14 Jahren stand sie für die Kinderkollektion des Modehauses Versace vor der Kamera. © AFP
Claudia Schiffer
Claudia Schiffer: Sie galt als zuverlässig und diszipliniert – und als prinzipienfest: Oben-ohne-Fotos gibt es von Claudia Schiffer bis heute nicht. Trotzdem war die Karl-Lagerfeld-Muse in den 90-ern das gefragteste deutsche Supermodel. Sie zierte über 500 Magazintitel und machte auch durch ihren berühmten Freund Schlagzeilen: Zwei Jahre lang war die schöne Blonde mit dem US-Magier David Copperfield verlobt. Auf dem oberen Foto bewundern die beiden eine Wachsfigur des Zauberkünstlers bei Madame Tussaud’s in Las Vegas. © AFP
Claudia Schiffer
Dass 2013 ihre ProSieben-Castingshow Fashion Hero floppte: Claudia Schiffer wird es verschmerzt haben. Das Privatvermögen der 45-Jährigen wird vom Forbes Magazine auf 55 Millionen US-Dollar geschätzt. Seit 2002 ist die gebürtige Rheinbergerin mit dem US-Regisseur Matthew Vaughn verheiratet. Die beiden haben drei Kinder. © AFP
Elle McPherson
Ihren Durchbruch als Zeitschriftenmodel feierte Elle Macpherson schon in den 80er-Jahren. Der Ehrfurcht gebietende Spitzname der Australierin hallte aber auch noch durchs Folgejahrzehnt: Sie wurde wegen ihrer Traummaße schlicht „The Body“ genannt. © AFP
Elle McPherson
Mit 52 Jahren zählt Elle Macpherson noch immer zu den prominentesten Stars ihrer australischen Heimat. 1999 erschien sogar eine Briefmarke, auf der sie abgebildet war. Seit 2010 führt die zweifache Mutter durch die TV-Castingshow Britain’s Next Top Model. © AFP
Helena Christensen
Helena Christensen: Im Reizwäsche-Katalog Victoria’s Secret war sie jahrelang die Hauptattraktion: Helena Christensen, pures Danish Dynamite. Karl Lagerfeld vergötterte ihre Beine, Gianni Versace beteuerte, sie habe den schönsten Körper der Welt. Wer die gebürtige Kopenhagenerin im Musikvideo von Chris Isaak sah, weiß, warum Wicked Games bis heute als erotischster MTV-Clip aller Zeiten gilt. © AFP
Helena Christensen
Mit 47 Jahren hat Helena Christensen nichts an Ausstrahlung eingebüßt. Und gleich mehrere berufliche Standbeine nach der Modelkarriere hat sie sich auch geschaffen. Christensen, seit 2008 liiert mit dem Musiker Paul Banks von der Indierockband Interpol, engagiert sich im Kampf gegen Brustkrebs, arbeitet als Fotografin sowie als Designerin ihrer Modefirma Christensen & Sigersen. In New York führt sie ein Geschäft für Mode und Antiquitäten. Eine selbstbewusste Frau, die verzaubert. Oder in den Worten von Sänger Chris Isaak: What a wicked thing to do, to make us dream of you! © AFP
Linda Evangelista
Linda Evangelista: Sie war nicht nur eine der anmutigsten Erscheinungen im Model-Business der 90-er, sondern auch die wohl wandelbarste: Linda Evangelista, Kanadierin mit italienischen Wurzeln, erhielt deshalb den ehrenvollen Spitznamen „Chamäleon“. Überdies verdanken wir ihr das schönste Bonmot der Supermodels-Ära: „Für weniger als 10 000 Dollar am Tag stehen wir gar nicht erst auf.“ © AFP
Linda Evangelista
Linda Evangelista strahlt ganz ohne Zweifel auch mit 51 Jahren noch das gewisse Etwas aus. Dennoch hat sie sich inzwischen vom Modelbusiness zurückgezogen. Heute widmet sich die Kanadierin ganz der Erziehung ihres neunjährigen Sohnes Augustin James. Vater ist der französische Manager François-Henri Pinault, heutiger Ehemann der Schauspielerin Salma Hayek. © AFP
Naomi Campbell
Naomi Campbell: Ihre Wutausbrüche und Starallüren waren in der Szene berüchtigt. Doch in den 90er-Jahren kamen an der Britin Naomi Campbell trotzdem keine Modefotografen und Designer vorbei. Auch nicht der berüchtigte Playboy und Formel-1-Teamchef Flavio Briatore, der mit der Tochter einer jamaikanischen Balletttänzerin eine Liaison unterhielt. © AFP
Naomi Campbell
Schier unglaublich, wie makellos sich die auch als Schauspielerin und Sängerin aktive Britin mit 46 Jahren den Kameras präsentiert. Skandale und Gerichtstermine gibt es noch immer zuhauf, aber eben auch noch genügend Modeljobs. © AFP
US-SUPERMODELS/FASHION CAFE
Supermodels unter sich: Auf diesem Foto aus dem Jahr 1995 tummeln sich von links nach rechts:  Claudia Schiffer, Elle Macpherson, Buti, Naomi Campbell, and Christy Turlington. © AFP
Tatjana Patitz
Sie vermissen die deutschen Supermodels der 90er? Bitte, hier kommt die erste: Tatjana Patitz (rechts mit Modelkollegin Helena Christensen) zählte in den 80er- und frühen 90er-Jahren zu den gefragtesten Schönheiten der Welt. Entdeckt wurde sie von Fotografenlegende Peter Lindbergh. Die berühmtesten Liebespartner der gebürtigen Hamburgerin: Richard Gere, Johnny Depp, Pierce Brosnan und Seal. © dpa
Tatjana Patitz
Mit den Schattenseiten des schillernden, aber auch harten Model-Business hat Tatjana Patitz in verschiedenen Interviews abgerechnet. Seit der Trennung vom amerikanischen Geschäftsmann Jason Johnson im Jahr 2009 erzieht die heute 50-Jährige den gemeinsamen Sohn alleine. © AFP

Es gibt ein neues Album, ab Mai stehen wieder mindestens sechs Kellys zusammen auf der Bühne. Wie kam es zu dem Comeback?

Ein gemeinsames Album war immer mal wieder im Gespräch. Wir hatten dazu Lust, konnten uns aber nicht einigen. Es gab kleinere Auftritte mit ein paar von uns. Alle Geschwister haben ja sowieso nie zusammen auf der Bühne gestanden. Da wir eine Familie sind und keine gecastete Band, sind wir da immer dran. Diesmal klappt es zu sechst. Die Familie ist in ständiger Veränderung. Aber sie steht auf der Bühne für Träume, eine bessere, heile Welt und das Zusammensein. Seit zehn bis 15 Jahren waren nicht so viele von uns zusammen auf der Bühne. Ich dachte, es könnte vielleicht stressig werden, aber bisher machen die Vorbereitungen riesigen Spaß. Es läuft gut. Ich bin sehr aufgeregt und gespannt auf die kommenden Konzerte.

Die Tickets waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft...

Ich hab’ erst gedacht, man verarscht mich, als ich das gehört habe. Die Tickets waren nach zehn Minuten alle weg. Dann wurde noch ein Konzert organisiert und es lief genauso. Ich habe einen Tag gebraucht, um das zu begreifen.

Warum sind denn nicht alle neun Mitglieder der Kelly Family der Neunziger bei der Wiedervereinigung dabei?

Barby geht es zwar besser als in den Neunzigern, aber sie ist krank. Maite hat viel mit ihren eigenen Projekten zu tun. Ich sehe sie privat viel. Sie ist sehr interessiert an dem neuen Album und den Konzerten der Kelly Family. Vielleicht kommt da ja noch etwas mit ihr. Bei Paddy weiß ich es nicht. Ich respektiere es, dass er nicht dabei ist, ich habe versucht, ihn zu überzeugen und kam dazu, dass es besser ist, seine Entscheidung zu respektieren. Wir können unsere Prioritäten selbst setzen. Und das tut jeder von uns jetzt selbst.

Und wo liegen Ihre Prioritäten?

Es ist nicht der materielle Erfolg, der mir wichtig ist. Ich habe mich dazu entschieden, mehr bei meiner Familie zu sein. Ich bin jetzt im Jahr höchstens 70 Tage von zuhause weg. Ich möchte nicht verpassen, wie meine Kinder aufwachsen.

Kommen die denn nach dem Papa und sind auch musikalisch?

Ja, sie singen im Kinderchor, spielen Flöte und ich bringe ihnen Musiktheorie bei.

Sie sind also heimisch geworden. Während sie früher im Tourbus und auf dem Hausboot lebten, ist es jetzt ein Haus in der Nähe von Aachen. Ist das für Sie nicht befremdlich, an nur einem Ort zu leben?

Es ist komisch in einem Haus zu wohnen und schwer! Aber die Kinder gehen in die Schule. Wir haben uns dafür entschieden. Für mich ist zuhause, da wo meine Frau und meine Kinder sind. Und als Christ sehe ich das so, dass ich sowieso erst auf dem Weg zu der wirklichen Heimat bin – und die ist nicht hier.

Sehen Sie denn ihre Geschwister regelmäßig?

Regelmäßig sehe ich Maite, letztens habe ich auch Patricia und Joey wieder gesehen. Wir wohnen alle nur eine Stunde voneinander entfernt. Wenn Angelo hier ist, dann bleibt er auch oft bei mir. Johnny habe ich am längsten nicht gesehen, das waren fast zwei Jahre. Aber er wohnt ja auch nicht hier.

Und wie ist das Verhältnis zu den anderen?

Wir sind eine Familie, da gibt es auch mal Differenzen und Streitigkeiten. Aber darauf wollen wir uns nicht konzentrieren. Ich will nicht vergessen, dass es beispielsweise immernoch mein Bruder ist und das schafft wieder ein ganz anderes Niveau. Ich suche auch nicht mehr wie früher nach Gerechtigkeit. Das Leben ist einfach nicht gerecht, aber wir müssen trotzdem immer weiter machen. Nicht steckenbleiben oder im Frust leben. Dadurch wird man bitter und ich möchte nicht bitter sein. Da gibt es viel Größeres, wie die Liebe, die Vergebung und vor allem aneinander zu glauben. Ich sage meinen Kindern auch jeden Tag: „Ich glaube an dich!“ Ich habe viel dazu gelernt und weiß jetzt, ich muss nicht sein, wie die anderen mich mögen. Und sie müssen nicht sein, wie ich sie mag. Es gibt verschiedene Ideen, da kann man auch mal streiten. Aber solange wir nicht vergessen, dass wir Geschwister sind, muss der Wettkampf zwischen uns nicht der größte Teil sein. Geld kommt und geht, der positive Boden zwischen uns bleibt: Der Fokus auf Gnade und Barmherzigkeit.

Auch Paddy Kelly macht mittlerweile solo Musik als Michael Patrick Kelly. Der Teenieschwarm im Interview: Paddy Kelly: Kirche und Coolsein widerspricht sich nicht.

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