Rüsselsheim 

PSA-Chef greift bei Opel-Sanierung IG Metall an

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PSA-Chef greift bei Opel-Sanierung IG Metall an

Angesichts des geplanten Teilverkaufs des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim hat der Chef der französischen Opel-Mutter PSA, Carlos Tavares, die IG Metall angegriffen. 

Rüsselsheim - Er wirft der Gewerkschaft vor, den Plan zu blockieren und damit letztlich auch Jobs zu gefährden.

"In einer 38-jährigen Karriere in der Autoindustrie in der ganzen Welt habe ich nie eine Lage erlebt(...), in der ein Gewerkschaftspartner nicht dafür kämpft, 2000 Jobs zu sichern", sagte Tavares am Dienstag in Rueil-Malmaison bei Paris. Tavares nannte die IG Metall nicht namentlich.

Opel will große Teile des Entwicklungszentrums an den Ingenieurdienstleister Segula abgeben. Zum Sommer sollen 2000 der bislang 7000 Opel-Ingenieure zu der neuen Firma wechseln. PSA hält den Schritt für notwendig, weil es nicht mehr genug Arbeit für alle Ingenieure gebe.

Es fehle an Absicherungen für die Arbeitnehmer, erklärte ein Sprecher der IG Metall in Frankfurt. So müssten die Wechsler zu Segula wie die verbleibenden Opel-Ingenieure vor Entlassungen bis zum 30. Juni 2023 geschützt werden. Dazu gehöre auch eine Regelung für den Fall des wirtschaftlichen Misserfolges der Segula GmbH. Dieses Risiko dürfe nicht auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden.

Nach Angaben beider Seiten ist für den Segula-Deal eine Einigungsstelle zwischen Unternehmen und Betriebsrat eingesetzt, der ein ehemaliger Arbeitsrichter vorsitzt.

dpa

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