Nach Kritik an der Polizei

Polizist erschießt Asylbewerber: Verfahren eingestellt

Fulda - Nach den tödlichen Schüssen auf einen 19-jährigen Asylbewerber in Fulda sind die Ermittlungen gegen einen Polizisten eingestellt worden. Der Waffeneinsatz des Beamten im vergangenen Jahr sei durch Notwehr gerechtfertigt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Fulda am Dienstag mit.

Zur Aufklärung seien mehrere rechtsmedizinische Untersuchungen und Schussgutachten herangezogen worden. Demnach trafen vier Schüsse aus der Dienstwaffe den 19-Jährigen, der am massiven Blutverlust starb. Laut den Ermittlungen hatte der Mann zuvor den Polizisten mit einem Schlagstock angegriffen.

Der Vorfall ereignete sich im April im Fuldaer Stadtteil Haimbach. Laut Ermittlern hatte der 19-Jährige randaliert, einen Auslieferungsfahrer einer Bäckerei und anschließend eine Polizeistreife mit einem faustgroßen Stein angegriffen. Er verletzte den Fahrer und einen Beamten. Mit einem Schlagstock, den er dem Polizisten abnahm, habe er fliehen wollen. Der Polizist schoss dreimal, verfehlte aber.

Laut Staatsanwaltschaft griff der 19-Jährige daraufhin den Polizisten mit dem Schlagstock an. Der Beamte habe in schneller Folge acht weitere Schüsse abgegeben, von denen zwei tödlich waren. "Die Anzahl der in der Eisenhowerstraße in schneller Folge abgegebenen Schüsse ist ein Indiz dafür, dass der Beschuldigte in begründeter Angst und höchster Bedrängnis schoss", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Zehn kuriose Kriminalfälle 2018 in Hessen 

Steigende Benzinpreise rufen Diebe auf den Plan
Einen Einbrecher im doppelten Wortsinn nimmt die Kasseler Polizei im August in einer Tankstelle fest. Zuvor jagt der Täter (26) einem Mitarbeiter einen gehörigen Schreck ein, als er mit einem Bein plötzlich durch die Zwischendecke kracht. Der Mitarbeiter versucht das Bein des Eindringlings festzuhalten, kommt aber zu spät. Dafür gelingt es ihm später, den Einbrecher in einem Raum neben der Waschanlage einzusperren. Der Täter sitzt in der Falle. © dpa
Dönerspieß
Ein Einbrecher will im September in einer Kasseler Dönerbude sein Magenknurren vertreiben. Nachdem er eine Scheibe eingeschlagen hat, bereitet sich der betrunkene Täter eine Mahlzeit zu. Das Hantieren des Hungrigen bleibt nicht unbemerkt. Ein Zeuge alarmiert die Polizei - und der Einbrecher, 17 Jahre alt, muss auf den weiteren Verzehr verzichten. © dpa
Marihuana rauchen
Ein berauschter Paketbote fällt der Polizei im September in Darmstadt auf - im Präsidium. Als der 21-Jährige bei den Beamten eine Lieferung abgibt, wird ihnen sofort klar: Der Mann hat Drogen genommen. Die Polizisten ziehen den Boten aus dem Verkehr und leiten Ermittlungen ein. © dpa
Metall- und Elektroindustrie
Handwerklich nicht sonderlich geschickt stellt sich im Juni ein Trio bei seiner Diebestour an. Als sich die Männer auf einer Hanauer Baustelle an Kupferkabeln zu schaffen machen, um sie für den späteren Verkauf zu stehlen, passiert es: Die Täter ziehen sich derart heftige Stromschläge zu, dass sie schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden müssen. © dpa
Wohlfahrtsverband fordert mehr Geld für Kinder
Ein Schuhdieb wird im Mai mit Hilfe einer aufgeweckten Kinderschar festgenommen. Der Dieb betritt zunächst barfuß ein Geschäft in Darmstadt. Wenig später verlässt er es mit nicht bezahlten Schuhen an den Füßen. Ein Zeuge sieht die dreiste Aktion und folgt ihm auf die Straße. Dort wird er von dem Ertappten angegriffen und bedroht. Als sich der Zeuge danach lieber zurückhält, übernimmt eine Gruppe von Zehn- bis Zwölfjährigen die Verfolgung. Die Junior-Detektive bleiben dem Dieb auf den Fersen und machen eine Polizeistreife mit Handzeichen auf den Täter aufmerksam. © dpa
Einem Einbrecher misslingt im Januar in Frankfurt die filmreife Flucht über ein Fallrohr - mit schmerzhaften Folgen: Der Mann stürzt aus dem zweiten Stock ab, zieht sich Knochenbrüche zu.Bei dem Einbruch in ein Bürohaus hat der 27-Jährige die Alarmanlage ausgelöst. In Panik steigt er aus dem Fenster, um an dem Fallrohr die Fassade nach unten zu klettern. Das hält der Belastung aber nicht stand und reißt aus der Verankerung. Der angetrunkene Täter stürzt in die Tiefe. © dpa
Sicherheit im Handel
Eine klägliche Bilanz des Scheiterns hinterlässt im Februar ein Ladendieb in Kassel. An einem einzigen Tag wird er gleich dreimal erwischt. Erst versucht er, Modeschmuck zu stehlen, später hat er es auf eine Armbanduhr und eine Geldbörse abgesehen. Bei seinem letzten Versuch fällt er einem Ladendetektiv in einem Elektromarkt auf, als er mit einem originalverpackten Fernseher durch den Notausgang spazieren möchte. Die Polizei nimmt den betrunkenen Dieb in Gewahrsam. © dpa
Angst vor Internet-Blase
Geklaute Kaugummis werden im November einem Mann in Kassel zum Verhängnis. Er wird von einem Ladendetektiv erwischt. Als die hinzugerufene Polizei die Personalien des Diebs überprüft, stellt sich heraus: Gegen ihn liegen gleich zwei Haftbefehle vor, unter anderem wegen Diebstahls. Der Mann kommt ins Gefängnis. © dpa
Einbrecher
Schnell rein und wieder raus - von dieser Devise hält ein Einbrecher im August in Wiesbaden nicht viel. Als er im Schlafzimmer eines Einfamilienhauses Schmuck findet, legt er sich neben das Bett auf den Boden und begutachtet in aller Ruhe die Kostbarkeiten. Dumm nur, dass neben ihm im Bett der Eigentümer liegt und plötzlich aufwacht. Der Einbrecher kann in der turbulenten Situation entkommen - allerdings ohne Beute. © dpa
Euroscheine
Eine bizarre Vorstellung liefert ein Mann in Frankfurt beim Versuch, im April eine Bank auszurauben. Der Täter betritt mit zwei eingegipsten Unterarmen die Filiale im Stadtteil Schwanheim und fordert 50.000 Euro. Als ihm am Schalter gesagt wird, dass er kein Geld bekommt, formt er laut späteren Polizeiangaben beide Hände zu einer Pistole und simuliert einen Schuss in Richtung Decke. Er verlässt die Bank, kehrt kurz darauf aber zurück und betont, dass es sich wirklich um einen Überfall gehandelt habe. Die Polizei spricht danach von einer "ungewöhnlichen Tatbegehungsweise". © dpa
Sparbuch
Bonus: Ein offenbar völlig überforderter Bankräuber lässt sich im Dezember von einem Bankangestellten in Bad Zwesten aus dem Konzept bringen. Nachdem der Räuber "Das ist ein Überfall" gerufen hat, fragt ihn der Mitarbeiter nach seinem Namen. Der Mann nennt tatsächlich seinen Vor- und Nachnamen. Daraufhin sagt der Bankangestellte, dass er ihm leider kein Geld auszahlen könne, da der Mann kein Kunde sei und kein Konto bei der Bank habe. Kurze Zeit später wird der wohnsitzlose 68-Jährige festgenommen. © dpa

Direkt nach dem Vorfall war Kritik an der Polizei laut geworden. Unter anderem hatte der Vorsitzenden des Ausländerbeirates Fulda, Abdulkerim Demir, erklärt, der Einsatz sei unangemessen eskaliert. Polizeipräsident Günther Voß hatte die Kritik zurückgewiesen. 

Mehr aus Fulda: Frau (†52) sitzt blutverschmiert in Auto - ihr Mann wird sofort verhaftet, wie extratipp.com* berichtet.

Fulda: Eine 16-Jährige geht alleine spazieren - doch dann packt sie ein Irrer und will sie ins Gebüsch zerren, wie extratipp.com* berichtet.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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