90 Mal versuchte der Unbekannte erfolglos in Häuser einzubrechen 

Polizei jagt den dümmsten Einbrecher Rhein-Mains

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Im Main-Taunus-Kreis versucht derzeit ein Unbekannter, in Häuser einzubrechen. Dabei stellt er sich dümmer an, als die Polizei erlaubt.

Region Rhein-Main - 90 Mal probiert, 90 Mal ist nix passiert! Dieser Ganove ist der dümmste Einbrecher Rhein-Mains. Erwischt wurde er bei seinen kläglichen Versuchen noch nie. Die Polizei ist genervt: „Der macht uns unsere ganze Statistik kaputt!“. Von Oliver Haas

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Verbrecher sind zum Glück nicht immer die Hellsten. Mit ihrem Wunsch, schnelle Beute zu machen, scheitern sie häufig bereits an leichten Widerständen. Das beweisen aktuelle Fälle aus der Region. So haben Mitte Februar in Langen (Landkreis Offenbach) Diebe versucht, kurz hintereinander in drei Reihenhäuser einzubrechen. Sie scheiterten immer wieder schon an den Wohnungstüren. An den Schlössern konnte die Polizei später Hebelspuren feststellen.

Dass Ganoven nicht immer Profis sind, zeigte auch ein Fall aus Frankfurt aus dem vergangenen Sommer. Der Einbrecher schaffte es zunächst, in die Wohnung einzusteigen und ein Smartphone zu klauen. Dies strengte ihn aber offenbar so sehr an, dass er danach eingeschlafen ist. Das Klicken der Handschellen riss die Schlafmütze dann aus seinen Träumen. Ähnliches passierte einem Einbrecher in Offenbach.

Der dümmste Einbrecher aus Rhein-Main treibt aber offenbar im Main-Taunus-Kreis sein Unwesen. Zwischen Februar und März wurden der Polizei hauptsächlich in Eschborn und Hattersheim insgesamt 90 Wohnungseinbrüche gemeldet. Alle liefen nach dem gleichen Muster ab. „Jedes Mal wurde ein einfaches Hebelwerkzeug benutzt, möglicherweise ein Schraubendreher“, sagt Sprecher Johannes Neumann von der Polizeidirektion Main-Taunus. Kurios: Bei allen 90 Fällen blieb es beim Versuch, in die Wohnung zu gelangen. Nicht ein einziges Mal machte der Dieb Beute. „Dabei waren manche Türen nicht mal richtig abgeschlossen“, sagt Neumann. Im Fachjargon der Polizei heißt so etwas: Untauglicher Versuch am tauglichen Objekt!

Polizei vermutet Einzeltäter

Auch die Schadenshöhe hält sich in Grenzen. „Das sind Summen im niedrigen dreistelligen Bereich. Sehr oft lassen die Wohnungsbesitzer das Schloss nicht einmal austauschen, weil an der Tür nicht viel kaputt gegangen ist“, weiß der Polizeisprecher. Die Polizei tappt bislang noch im Dunkeln, wer der Ganoven-Depp ist und ermittelt fieberhaft. „Wir können auch noch nicht genau sagen, ob es sich um einen Einzeltäter oder um eine Diebesbande handelt“, so Neumann weiter. Aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise ist ein Einzeltäter aber wahrscheinlich.

Taten ruinieren die Kriminalstatistik

Für die Polizei Main-Taunus ist der erfolglose Dieb auch aus einem anderen Grund ein echtes Ärgernis: Wie die aktuelle Kriminalstatistik 2016 zeigt, konnten von 608 Wohnungseinbrüchen 145 aufgeklärt werden. Sollte es die Polizei nicht schaffen, den dummen Einbrecher zu schnappen, würden alle 90 Fälle in die neue Statistik für 2017 mit einfließen. „Das macht uns unsere ganze Statistik kaputt“, bringt es Polizeidirektor Peter Liebeck aus dem Main-Taunus-Kreis auf den Punkt. 

Er appelliert gleichzeitig an die Bürger, dass sie wachsam sein und Auffälligkeiten sofort der Polizei melden sollen. „Da geht einer ständig von Haus zu Haus, um jedes Mal erfolglos einzubrechen. Das muss doch jemandem auffallen!“

Dumme Verbrecher sind kein Einzelfall. Das zeigt auch der Fall dieser Diebe aus Dreieich, die leere Verpackungen klauten.

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