Plemplem-Politik und ihre Wähler

Von Axel Grysczyk

Die USA haben Trump, die Briten ihren Brexit und wir Deutschen die AfD: Weltweit sind die Plemplem-Politiker auf dem Vormarsch.

Sie verhalten sich wie Komiker, die durch groteskes Verhalten und Übertreibungen witzig wirken, bis man irgendwann davon so genervt ist, dass man sich sogar schämt. Die AfD-Verfehlungen aus dieser Woche: Ein Großteil der bayerischen AfD-Fraktion hat am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus das Plenum demonstrativ für zehn Minuten verlassen. Sie reagierten damit auf eine Rede der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, die die AfD kritisiert hatte. Auch aus unserer Region gibt es wöchentlich zahlreiche, ähnlich gelagerte Fälle: Nach dem Wirbel um einen Facebook-Beitrag der AfD-Fraktion im Hochtaunuskreis im vergangenen Sommer ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Bedrohung. Und dem Heusenstammer AfD-Stadtverordneten Carsten Härle droht ein Ausschluss aus seiner Partei. Grund ist seine rechte Hetze, die er über soziale Netzwerke verbreitet. Wer glaubt, die Wähler wenden sich aufgrund der groben Aussetzer von der AfD ab, dürfte sich täuschen. Es geht auch nicht mehr um die Flüchtlingspolitik. Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, nimmt nach der Veröffentlichung der Zahlen in dieser Woche sowieso ab. Die AfD ist das Sprachrohr der Enttäuschten und derjenigen, die den finanziellen Absturz fürchten. Und die Ängstlichen wird es auch weiter geben. Auch weil Politiker der etablierten Parteien vor lauter Globalisierung und Deregulierung selbst nicht mehr den Eindruck vermitteln, alles unter Kontrolle zu haben.

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