Freier Künstler wünscht sich große Ausstellung in Frankfurt

Platzt Max Weinbergs Traum zum 90. Geburtstag?

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Maler Max Weinberg (links) und Assistent Clemens Benkel mit Werken des bald 90-Jährigen in seinem Atelier.

Frankfurt - Zum 90. Geburtstag am 19. Januar 2018 träumt der jüdische Künstler Max Weinberg davon, im Frankfurter Kunstverein, im Museum für Moderne Kunst oder in der Schirn auszustellen. Doch sein Herzenswunsch ist in Gefahr. Denn der Maler kassiert nur Absagen. Von Janine Drusche 

Als Fünfjähriger flieht Max Weinberg 1933  mit seiner Großfamilie vor den Nationalsozialisten aus Kassel über Belgien,dann 1935 nach Palästina. Seit seinem 14. Lebensjahr schlägt er sich auf den Straßen in Tel Aviv mit dem Verkauf seiner Bilder durch, mit 18 hat er sein erstes Atelier,  in einer Holzbaracke am Strand.

Seit knapp 60 Jahren lebt der Maler Max Weinberg in Frankfurt. Und auch mit 89 Jahren malt er noch täglich in seinem Atelier im Ostend. Am 19. Januar wird der Künstler 90. Zu dem runden Geburtstag wünscht sich Weinberg schon lange eine große Ausstellung beim Kunstverein Frankfurt, im Museum für Moderne Kunst, im Städel oder der Schirn. „Man hat mir das bei der Stadt in Aussicht gestellt“, sagt der Künstler. Doch der Traum droht zu platzen: Die Planung des Ausstellungsprogramms sei für die kommenden Jahre abgeschlossen, sagen Paula Stuckatz, Sprecherin des Städel Museums, und Christina Henneke vom MMK. Auch beim Frankfurter Kunstverein stößt Weinbergs Wunsch auf taube Ohren: „Es ist unwahrscheinlich, da wir bis 7. Januar ausstellen und dann umbauen“, sagt Sprecherin Lisa Gertz.

Weinberg will das nicht hinnehmen und hat deshalb vor drei Wochen mit Assistent Clemens Benkel und Dr. Christiane Plum Briefe an das Kulturamt, Stadträtin Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann geschickt. „Es geht darum, die lebenden Künstler auszustellen und nicht die toten“, sagt der 89-Jährige. Bisher gab es keine Rückmeldung. Auf EXTRA TIPP-Anfrage sagt Jana Kremin vom Kulturdezernat Frankfurt: „Wir können den Direktoren nicht vorschreiben, wen sie ausstellen. Sie sind autonom und das ist auch gut so.“

Die Projektförderung der Stadt und das städtische Atelier Weinbergs zeigten aber die Wertschätzung seiner Kunst. Keine wirklich befriedigende Antwort für Max Weinberg. Ein Alternativangebot das Sachsenhäuser Galeristen Robert Bock – eine Ausstellung freier Künstler Frankfurts zu organisieren – ist auch kein Trost, denn das habe nichts mit Weinbergs Traum zu tun. „Ich finde es nicht richtig, ihm die Plattform nicht zu geben. Weinberg ist ein Gesamtkunstwerk, junge Leute finden ihn gut, er bringt Publikum. Dass ihn die größeren Institutionen ablehnen, ist intolerant“, sagt Bock.

Bekommt Weinberg keine positive Antwort mehr, platzt sein Traum: „Ich kann nicht verstehen, dass bekannte Ur-Gewächse aus Frankfurt in den großen Häusern einfach nicht ausstellen dürfen.“ Doch er gibt nicht auf: „Ich habe einen langen Atem und bin mit meinem künstlerischen Schaffen noch lange nicht am Ende.“ Der Maler ist überzeugt: „Ich kann, will und werde es noch erleben, dass meine Kunst in den großen Museen meiner Heimatstadt gebührend gewürdigt wird.“

Fotos: Mit Max Weinberg in seinem Atelier unterwegs

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