Ständig Ärger mit dem Behindertenparkplatz: Hängt das Schild zu hoch?

Park-Wirrwarr: 71-Jähriger will ein Zeichen setzen

Fährt er weg, ist der für ihn eingerichtete Behindertenparkplatz sofort belegt. Das macht Toni Mateyko aus Eppertshausen wütend. Von der Verwaltung fühlt er sich im Stich gelassen. Deshalb nimmt er die Sache jetzt selbst in die Hand. Von Axel Grysczyk

Eppertshausen – „Diese Woche habe ich mir ein Behinderparkplatz-Schild für 25 Euro im Internet bestellt. Die Nachbarin hat bereits zugestimmt, und daher werde ich es demnächst am Nachbarzaun anbringen. Damit endlich jeder Parkplatzsucher versteht, dass das ein Behindertenparkplatz ist“, erklärt Toni Mateyko. Der 71-Jährige ist stinksauer. Vor rund einem halben Jahr hat die Gemeindeverwaltung einen Behindertenparkplatz vor seinem Haus im Sandweg in Eppertshausen eingerichtet. Doch der Mateyko kann den Parkplatz nur selten nutzen. Regelmäßig wird er von anderen Autofahrern unrechtmäßig genutzt. Dabei ist der Eppertshäuser auf den Parkplatz angewiesen. Seine Frau hat einen Schlaganfall erlitten. Mit Hilfe des Rollators schaffe sie es gerade noch aus dem Haus auf die andere Straßenseite. Dort, wo eigentlich das Mateyko-Auto stehen sollte. Doch das muss der 71-Jährige oft ganz woanders parken. „Der Grund ist das aufgestellte Schild. Das hängt viel zu hoch. Daher nimmt das niemand wahr“, sagt Mateyko. Zudem würde auch eine Markierung auf dem Asphalt helfen, doch die fehle auch. So passiert immer wieder das, was den Gelegenheits-Fernfahrer zur Weißglut bringt: Andere Verkehrsteilnehmer blockieren den Parkplatz. In der vergangenen Woche haben Unbekannte sogar ein Auto auf den Parkplatz geschoben, das nicht mehr angesprungen ist. Der Hauptgrund für die Beliebtheit seines Parkplatzes: Ganz in der Nähe hat ein Hausarzt seine Praxis.

Mateyko sieht sich selbst in der Bredouille. „Wenn ich dann irgendwo anders parke, blockiere ich ja dort einen regulären Parkplatz und bringe einen anderen Anwohner auf die Palme. Das will ich nicht“, erklärt er. Sein Zorn richtet sich gegen die Verwaltung. Die könne doch das Schild so montieren, dass es besser wahrgenommen wird.

Für Jürgen Geist, in Eppertshausen für diese Art von Schilder-Aufstellung zuständig, gibt es keinen Grund einzugreifen. „Das Zeichen 314 ist fachgerecht und ordnungsgemäß aufgestellt. Da gibt es nichts dran zu rütteln“, sagt er. Es gäbe etliche Behindertenparkplätze in Eppertshausen. Solche oder ähnliche Probleme wie mit Herrn Mateyko gebe es allerdings nicht. Geist betont, dass der Behindertenparkplatz nicht Mateyko gehöre. Mit einem entsprechenden Ausweis können auch andere Behinderte ihr Fahrzeug auf der Parkfläche abstellen. Sollte der Parkplatz weiterhin häufig missbräuchlich genutzt werden, könne Mateyko die Verwaltung jeweils informieren. Man werde dann einen Ordnungspolizisten schicken. Das steht für Mateyko außer Frage. „Ich spiele doch nicht den Hilfspolizisten und mache deren Arbeit. Es ist auch nicht meine Art, andere Leute anzuschwärzen.“

Toni Mateyko hofft nun, dass sein eigens im Internet bestelltes Schild Abhilfe leistet. Den Glauben an die Verwaltung hat er verloren.

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