Neues Bauprojekt in Planung

Früher der größte Techno-Club Deutschlands - jetzt soll die Paramount-Ruine bald verschwinden

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Vom Glanz früherer Zeiten ist nichts mehr übrig: Der Eingang der ehemaligen Großraum-Disco Paramount Park hat schon bessere Zeiten erlebt. Fotos.

Seit einem Brand 2006 liegt der ehemalige Techno-Tanz-Tempel Paramount Park brach. Jetzt hat die Stadt Rödermark konkrete Pläne in der Schublade, was aus der Ruine werden soll.

Rödermark – Vermüllt, verfallen, verlassen: Wer heute vor den baulichen Überresten des ehemaligen Clubs Paramount Park am nördlichen Ende des Stadtteils Ober-Roden steht, kann sich kaum vorstellen, dass dort einer der angesagtesten und größten Techno-Clubs Deutschlands stand. Promi-DJs und Szene-Berühmtheiten wie Marusha, WestBam, Ulli Brenner und Talla 2XLC legten dort auf. „Der Park war für mich die erste Großraumdisco im Rhein-Main-Gebiet überhaupt. Mit einer großartigen Anlage und einer Laser-Show, die sowohl das breite Publikum als auch hart gesottene Szenegänger begeistern konnte“, sagt Thomas Wedel, besser bekannt als DJ Tom Wax, der ebenfalls an den Paramount-Plattentellern drehte. „Leider hat der Park, wie viele andere auch damals, die Zeit nicht überlebt, weil die Musik sich wieder in kleinere Clubs verlagert hatte.“

Die Rückseite des Gebäudes sieht nicht besser aus. Dort, wo früher getanzt wurde, wächst mittlerweile das Unkraut in die Höhe.

Fast zehn Jahre lang schlug dort in Rödermark das Herz der Szene. Doch davon ist nichts mehr übrig. Der Club fiel 2006 einem Brand zum Opfer, der vor allem den vorderen Bereich vollkommen zerstörte. Die Ursache des Feuers ist bis heute unklar. Die Polizei vermutete Brandstiftung, konnte aber nie einen Täter ermitteln. Seither ist der ehemalige Dreh- und Angelpunkt der Techno- und Partyszene längst zur Schmuddelecke verkommen. Doch auch die Tage der Disco-Ruine könnten bald gezählt sein. Denn die Stadt Rödermark hat Pläne mit dem Areal, auf dem auch eine Soccer-Halle und ein weiteres Gebäude stehen: „Dort soll ein Mischgebiet aus Wohn- und Gewerbeimmobilien entstehen. Ein entsprechender Vertrag liegt den drei Eigentümern bereits unterschriftsreif vor. Allerdings wurde dieser noch nicht abgeschlossen“, sagt Heiko Friedrich, Sprecher der Stadt Rödermark. Insgesamt ist das Areal etwa 10.000 Quadratmeter groß. Interessierte Unternehmen für das Areal gebe es daher laut Friedrich in dieser Anfangsphase der Weiterentwicklung auch noch nicht.

Sollten die Eigentümer grünes Licht für den Vertrag geben, müsste nur noch ein entsprechender Bebauungsplan beschlossen werden, um Baurecht zu schaffen. „Dann würde das Paramount-Gebäude abgerissen werden“, sagt Friedrich.

Dirk Beutel

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