Teilzeit-Landwirt Simon Hoffmann aus Froschhausen ist sauer / Polizei ermittelt

Mysteriöses Zaun-Rätsel: „Wer lässt meine Kühe frei?“

+
Simon Hoffmann und seine Familie züchten in ihrem Biobetrieb Kühe. 

Am vergangenen Wochenende sabotieren Unbekannte mehrfach den Zaun einer Weide und scheuchen die Kühe auf. Besitzer Simon Hoffmann muss die Tiere von Feldern und aus dem Wald zusammentreiben – und steht vor einem Rätsel. Von Julia Oppenländer

Seligenstadt – Das vergangene Wochenende sitzt Simon Hoffmann noch immer in den Knochen. Der Teilzeit-Landwirt aus dem Stadtteil Froschhausen ist auch an diesem Samstag schon früh am Morgen unterwegs zu seinen 45 Kühen – die sollten eigentlich auf einer großen Wiese einige hundert Meter vom Hof entfernt grasen. Vom Weg aus kann er die Tiere aber nicht sehen, Nebel versperrt ihm die Sicht. „Ich bin also übers Feld gelaufen und habe mich irgendwann gewundert, dass ich keine Kuh gehört habe. Die machen ja schon ab und zu mal ein Geräusch“, sagt der Bauernhofbesitzer. Als sich der Nebel irgendwann etwas lichtet, der Schock: „Alle Kühe waren weg. Das war echt wie im Horrorfilm!“

Er entdeckt ein Loch im Zaun im hinteren Teil der Wiese. „Am Freitag hatte schon jemand die Stromversorgungen manipuliert. Und jetzt wurde der Zaun gleich ganz durchgeschnitten“, sagt Simon Hoffmann. Die Kühe haben sich in alle Himmelsrichtungen verteilt. „Einige waren auf Feldern, andere sind in den Wald gelaufen. Das ist ungewöhnlich, weil Kühe Herdentiere sind und normalerweise zusammenbleiben. Selbst bei dem heftigen Sturm im August, als Äste den Zaun beschädigt haben, sind die Kühe nicht weggelaufen.“ Er ist deshalb überzeugt, dass jemand die Tiere freigelassen und anschließend aufgescheucht hat.

Mehr als fünf Stunden suchen er und Freunde nach Bulle Theo und seiner Herde und treiben sie zurück auf die Wiese. Sogar die Polizei kommt vorbei und meldet ihm eine Kuh und ein Kalb, die bei Hainstadt gesichtet wurden – auch sie kann Simon Hoffmann wieder einfangen.

Doch das ungute Gefühl bleibt und bestätigt sich schon einen Tag später. „Diesmal waren im hinteren Teil der Wiese mehrere Pfosten aus dem Boden gezogen und hingelegt worden“, sagt der Teilzeit-Landwirt. Weil er diesmal weiß, wo er seine Kühe suchen muss, ist die Herde schnell wieder komplett.

Inzwischen hat Simon Hoffmann Anzeige bei der Polizei erstattet. Bei der Frage nach dem möglichen Täter kann aber auch er nur rätseln. „Ich habe keine Feinde oder so, deshalb ist das ja so mysteriös.“ Und auch sonst kriege er viel positives Feedback von Familien oder Spaziergängern. „Wir behandeln unsere Tiere als Biobetrieb gut, sie haben viel Platz und kriegen bestes Futter. Und selbst das Fleisch bezieht letztlich eine Bio-Metzgerei aus Mömbris-Schimborn.“ Weil der gelernte Forstwirt tagsüber bei der Stadt Rodgau arbeitet, kümmern er und seine Familie sich abends und an den Wochenenden um die Tiere – die restliche Zeit schaut Altbauer Alois nach den Kühen. „Wir sind nach den Vorfällen natürlich alle ziemlich nervös“, sagt Simon Hoffmann. „Ich habe schon überlegt, mich mit einem Nachtsichtgerät auf die Lauer zu legen. Und wir denken über Wildtierkameras nach.“

Die 45 Kühe wiederum scheinen ihre nächtlichen Ausflüge besser verkraftet zu haben. Hoffmann: „Ein paar Tage waren die natürlich noch durch den Wind. Inzwischen sind aber zum Glück wieder alle wohlauf.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare