Bestseller-Autorin Dr. Petra Bracht über das süße Gift

Muttermilch und viel Liebe: Darum sind wir alle zuckersüchtig!

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Und ewig lockt die Schoki! Davon loszukommen, ist schwerer als gedacht.

Region Rhein-Main - Jeder Deutsche isst jährlich durchschnittlich 35 Kilogramm Zucker. Viel zu viel, denn das süße Gift macht dick und krank. Davon wegzukommen, ist verdammt schwer. Hauptgrund ist die Süße der Muttermilch, sagt Bestseller-Autorin Dr. Petra Bracht aus Bad Homburg. Doch es gibt Hoffnung für alle „Zuckerjunkies“.

Die jetzige Fastenzeit nehmen viele zum Anlass, um weniger Süßigkeiten zu essen. Denn dass zu viel Zucker dick und krank macht, ist kein Geheimnis. Fettstoff-Wechselstörung, Fettleber, Herzkreislauf- und auch Krebserkrankungen können die schwerwiegenden Folgen von zu viel Schoki und Co. sein. Der Grund, warum wir alle so schwer davon loskommen, liegt laut Dr. Petra Bracht in der frühesten Kindheit jedes Menschen: „Unser allererster Kontakt in diesem Leben ist die süße Muttermilch verbunden mit Liebe, Zuwendung und Sicherheit. Das muss man erst mal kapieren. Wenn wir das wissen, dann können wir auch besser mit dieser Suchtgefährdung umgehen“, sagt die Bad Homburger Ernährungsmedizinerin und Bestellerautorin („Intervallfasten“), die aktuell ihr neues Buch „Meine Gesundheitsformel: Gesund, schlank, glücklich“ veröffentlicht hat.

Zucker wirkt wie eine Droge

Diese frühe Kindheitserinnerung sorge dafür, dass etwa nach einem gestressten Tag oder Kummer für viele Menschen der fast automatische Griff in die Naschkiste folgt. „Zucker wirkt als Belohnung und deshalb ist es auch so einfach, die Leute davon abhängig zu machen.“ Und weil Zucker wie eine Droge wirkt, Glückshormone auslöst, ist es verdammt schwer, davon loszukommen oder den Konsum einzuschränken. „Es hilft nichts: Man muss es einfach durchziehen und sich klarmachen, dass es die ersten drei bis vier Tage schwierig ist. Wenn wir Zucker absetzen, kommen wir wie bei jeder Droge im wahrsten Sinne des Wortes auf Entzug. Und das ist auch der Grund, warum das viele nicht durchziehen, weil sie es nicht aushalten.“ Durch den Entzug entstehen auch unangenehme Kopfschmerzen.

 „Wir haben ein Umsetzungsproblem!“

Das Verrückte sei vor allem, dass es heutzutage so viele Informationsquellen wie nie zuvor gibt, aber die Menschen trotzdem immer noch zu viel Zucker essen. „Wir haben kein Informations-, sondern ein Umsetzungsproblem! Dabei ist es gerade bei Zucker so einfach, das Ganze zu kontrollieren. Süßigkeiten sind ja das Offensichtlichste. Aber auch Softdrinks, Eis oder das ganze künstliche Joghurt-Zeugs gehört dazu. Auch in Fertiggerichten ist viel Zucker enthalten.“ Wer zu sehr auf Süßes steht, dem empfiehlt Bracht das Offensichtlichste, was trotzdem viele vernachlässigen: Obst essen! „Natürlich ist da Fruchtzucker drin, aber das ist eine ganz andere Hausnummer als der industriell isolierte Zucker.“

Die unter anderem von Show-Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen geforderte „Zuckersteuer“ würde sie begrüßen: „Das wäre gut, wenn man das macht. Erfahrungen in anderen Ländern zeigen ja, dass der Zuckerkonsum dann zurückgeht. Und wenn es dafür sorgt, dass Firmen ihre Produkte mit weniger Zucker füllen und es dem Verbraucher dann leichter machen, finde ich das in Ordnung.“

Infos zu Dr. Petra Bracht, auch mit vielen Videos, unter: https://www.drpetrabracht.de

Oliver Haas

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