Bürgerinitiative gegründet

Mühlheimer kämpfen weiter gegen Funkmasten

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Gegen die Funkmasten im Mühlheimer Wohngebiet kämpfen die Bürger der Initiative „Mühlheim Mobilfunk Menschlich“.

Mühlheim – Der Kampf gegen Funkmasten in Mühlheim geht weiter: Ralf Zimmermann, direkter Nachbar eines Hauses, auf dem seit einigen Monaten ein Funkmast steht, hat nun die Bürger-Initiative „Mühlheim Mobilfunk Menschlich“ gegründet. Von Janine Drusche

Ziel ist der Umzug der Funkmasten und potentiellen Krankmacher aus der Stadt in weniger bewohnte Gegenden. Angst vor Strahlung herrscht in Mühlheim schon seit dem Frühjahr, denn seit Mitte März steht mitten im Wohngebiet der Kleinstadt (Bahnhofstraße) ein etwa zehn Meter hoher Mobil-Funkmast von Vodafone (der EXTRA TIPP berichtete). Nicht nur die Anwohner haben Angst vor Krebs oder anderen Auswirkungen durch die potenzielle Strahlung. Auch die Kita „Arche Noah“ liegt im betroffenen Radius.

Die Anwohner Ralf Zimmermann, Gisela Heisel und Hans Pollrich kämpfen seither gemeinsam mit Pfarrer Ralf Grombacher für eine Abschaffung des Funkmasts.„Solange nicht 100-prozentig ausgeschlossen werden kann, dass die Strahlung Langzeitfolgen hinterlässt, sollte man vorsichtig damit sein“, sagte der Pfarrer im April. Doch es kommt noch härter für die Mühlheimer: Den ersten Mast haben viele noch nicht verdaut. 

Ukraine gedenkt der Atomkatastrophe von Tschernobyl

Die Explosion im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl gilt neben Fukushima als bisher schwerster Unfall bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Foto: Sergey Dolzhenko
Die Explosion im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl gilt neben Fukushima als bisher schwerster Unfall bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie. © Sergey Dolzhenko
Vor 30 Jahren explodierte das Atomkraftwerk Tschernobyl. Foto: epa/tass/Archiv
Vor 30 Jahren explodierte das Atomkraftwerk Tschernobyl. Foto: epa/tass/Archiv © epa Tass
Bergungsmannschaften sind im Mai 1986 nach der Reaktorkatastrophe mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Foto: Archiv
Bergungsmannschaften sind im Mai 1986 nach der Reaktorkatastrophe mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Foto: Archiv © 
Am Denkmal für die sogenannten Liquidatoren werden Kerzen entzündet. Foto: Sergey Dolzhenko
Am Denkmal für die sogenannten Liquidatoren werden Kerzen entzündet. Foto: Sergey Dolzhenko © Sergey Dolzhenko
Der über 100 Meter hohe und 30 000 Tonnen schwere Bogen aus rostfreiem Stahl soll ab 2017 für 100 Jahre über dem explodierten Reaktor 4 stehen. Foto: Andreas Stein
Der über 100 Meter hohe und 30 000 Tonnen schwere Bogen aus rostfreiem Stahl soll ab 2017 für 100 Jahre über dem explodierten Reaktor 4 stehen. Foto: Andreas Stein © Andreas Stein
Strahlenmessung: Der Soldat Sergej Horloogijn untersucht die Belastung nahe der 30-Kilometer-Sperrzone rund um Tschernobyl. Foto: Tatyana Zenkovich/Archiv
Strahlenmessung: Der Soldat Sergej Horloogijn untersucht die Belastung nahe der 30-Kilometer-Sperrzone rund um Tschernobyl. Foto: Tatyana Zenkovich/Archiv © Tatyana Zenkovich
In Betrieb: Der unbeschädigte Block 3 von Tschernobyl im Jahr 2000. Foto: Sergei Dolzhenko
In Betrieb: Der unbeschädigte Block 3 von Tschernobyl im Jahr 2000. Foto: Sergei Dolzhenko © Sergei Dolzhenko
Kraftwerksingenieur Alexej Breus steht 20 Jahre nach der Katastrophe am 9.11.2006 an seinem ehemaligen Arbeitsplatz im Leitstand des Unglücksreaktors 4. Foto: Alexander Kupny/Archiv
Kraftwerksingenieur Alexej Breus steht 20 Jahre nach der Katastrophe am 9.11.2006 an seinem ehemaligen Arbeitsplatz im Leitstand des Unglücksreaktors 4. Foto: Alexander Kupny/Archiv © Alexander Kupny
Stillleben aus der Todeszone: Spielsachen und eine Gasmaske in einem längst verlassenen Kindergarten der Stadt Pripyat. Foto: Roman Pilipey
Stillleben aus der Todeszone: Spielsachen und eine Gasmaske in einem längst verlassenen Kindergarten der Stadt Pripyat. Foto: Roman Pilipey © Roman Pilipey

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Die Bürger tun sich zusammen, legen Widerspruch bei der Stadt und der Bundesnetzagentur ein. Aber die Anträge werden abgelehnt. Statt Unterstützung seitens der Stadt, bekommen sie einen zweiten Strahlungsmast von der Telekom. Nun reicht es den Anwohnern endgültig. Mit ihrer Bürger-Initiative wollen sie das Ruder jetzt endlich rumreißen: Ein Flugblatt mit Unterschriftenlisten ist verteilt. 

Viele Bürger fordern baurechtliche Maßnahmen seitens der Stadt. „Und eine neue Bausatzung gegen die Aufstellung von Mobilfunkmasten in den dicht besiedelten Wohngebieten“, sagt Aktivist Hans Pollrich: „Aus wirtschaftlichen Gründen darf nicht rücksichtslos eine mögliche Erkrankung der Anwohner in Kauf genommen werden.“

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