Happy-End 

Vor 18 Monaten ausgebüxt: Pfau Billy ist wieder zuhause

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Vogelliebhaber Farhad Khoshfar ist überglücklich: Sein schönster Pfau ist endlich wieder zuhause. 

Anderthalb Jahre hat Farhad Khoshfar um seinen Pfau Billy gebangt. Am vergangenen Wochenende dann das Happy End: Gemeinsam mit der Polizei gelingt es dem Hobbyhalter, das Prachtexemplar einzufangen.

Rodgau – Langsam stolziert der Blaue Pfau mit seiner Schwanzschleppe über die Wiese. Ein Anblick, der Farhad Khoshfar ein Lächeln ins Gesicht zaubert. „Ich bin sehr, sehr glücklich“, sagt der Hobbyhalter aus Frankfurt, der in Rodgau-Weiskirchen jede Menge exotische Vögel hält. Anderthalb Jahre war der Pfauenhahn verschwunden. Ausgebüxt an einem Morgen im Januar 2017. „Ich habe bei der Fütterung bemerkt, dass er fehlt und bin sofort nach vorne gelaufen. Da sah ich, wie er über den Zaun flog. Ich bin mit vier Angestellten hinterher gerannt, aber er ist zu schnell gewesen“, erzählt Khoshfar. Eine Woche lang sucht der 56-Jährige den angrenzenden Wald ab, lockt mit Futter, ruft.

Vor drei Wochen kam die Hoffnung zurück

Doch der rund 400 Euro teure Ziervogel, der schönste seiner acht Pfauen, bleibt verschwunden. „Ich dachte, ein Fuchs hat ihn getötet“, sagt Khoshfar. Vor drei Wochen dann ein Hoffnungsschimmer: Zwei Anrufer berichten kurz hintereinander, sie hätten einen Pfau im Wald gesehen. Wenig später dann ein neuer Hinweis: Der Pfau sei über die Brücke, die über die B 448 führt, gelaufen und halte sich in Nähe der Tannenmühle auf. „Ich bin sofort losgefahren, aber er war schon weg.“ Am vergangenen Sonntag dann die nächste Chance: Spaziergänger haben den Pfau in einem Wohngebiet am Ortsrand von Mühlheim-Lämmerspiel entdeckt und die Polizei alarmiert. Als die Streife und Farhad Khoshfar gegen 15.15 Uhr in der Schubertstraße eintreffen, versteckt sich das gefiederte Prachtexemplar im Gebüsch.

Besitzer warf sich auf Pfau und brachte ihn nachhause

Mit einem großen Karton versuchen die beiden Polizisten, den Pfau einzufangen. Doch als der wieder flüchten will, fackelt sein Besitzer nicht lange. „Ich habe mich auf ihn geworfen und ihn gepackt.“ Mit Erfolg! Nach anderthalb Jahren Suche geht es für den Pfau im Auto zurück in sein 10.000 Quadratmeter großes Zuhause mit Wiese, Volieren und Teich. Die Zeit in Freiheit hat dem Ziervogel, der die Strecke sowohl zu Fuß als auch fliegend zurückgelegt haben muss, nicht geschadet. „Er hat sich im Wald gut ernährt. Und selbst der Winter macht den Tieren nichts aus“, sagt der gebürtige Iraner, der Geschäftsführer eines Orient-Teppiche-Services ist.

Über zwei Geschenke durfte sich der Heimkehrer trotzdem freuen: Leckere Pellets – und einen Namen. Denn nach der Suchaktion hat Farhad Khoshfar seinen Pfau „Billy“ getauft. Speziell sichern will der Exoten-Liebhaber das Gelände vorerst nicht. „Es ist Paarungszeit und er hat ein Weibchen. Da geht er nicht weg.“

Kristina Bräutigam

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