„Eitle Frauen gehen mir echt auf die Nerven“ 

Mirja Regensburg weiß, was man von Männern lernen kann

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Von Männern können sich manche Frauen eine Scheibe abschneiden, findet die 42-jährige Mirja Regenburg, die am 20. Oktober in die Frankfurter Jahrhunderthalle kommt.

Wer glaubt, dass im Kampf der Geschlechter alles gesagt ist, hat Mirja Regensburg noch nicht zugehört. Die Komikerin aus Nordhessen verrät, warum sie im nächsten Leben als Mann geboren wird und, was sie mit dem Comedyduo-Badesalz verbindet. Von Dirk Beutel

Frau Regensburg, Sie kokettieren damit, dass Sie aus dem nordhessischen Dorf Hümme stammen. Wie sah denn Ihre erste Begegnung mit Frankfurt aus?

Das war das erste Mal mit 16 Jahren in den wilden Neunzigern. Damals bin ich oft im Dorian Gray gewesen. Da bin ich mit dem Zug von Hümme über Hofgeismar nach Kassel und schließlich nach Frankfurt gefahren. Und weil ich schon immer den südhessischen Dialekt gut nachmachen konnte, weil ich immer Badesalz-Kassetten gehört habe, habe ich damals den Schaffner gefragt: ‘ Ei sache se mal, wie komm isch denn zum Römer’? Und er meinte nur, dass ich das als Frankfurter Mädsche doch wissen müsste. Als ich das aber aufklären wollte und ihm sagte, dass ich eigentlich aus Hümme käme, wünschte er mir nur Gesundheit.

Sie sind mit Ihrem ersten Programm Mädelsabend noch auf Tour. Wie muss man sich als Mann einen waschechten Mädelsabend vorstellen?

Na ja, bei meinem Mädelsabend sind auch Männer eingeladen, deshalb ja der Zusatz im Programmtitel: Jetzt auch für Männer. Statt über Klischees herzuziehen, räume ich mit ihnen auf. Also bei mir gibt es keine umgedrehten Mario Barth-Gags. Ich spiele zwar mit Mann-Frau-Themen und frage aber dabei: Was können wir von Männern lernen? Ich sage ganz klar in meiner Show, dass ich Männer toll finde, und ziehe nicht über sie her.

Aber die meisten Männer werden doch trotzdem von ihren Frauen mitgebracht, oder?

Zu mir kommen tatsächlich 80 Prozent Frauen. Das Lustigste war ein ganz gesitteter männlicher Junggesellenabschied: Sie wollten ihren Abend ein bisschen intellektuell angehen und bei einem Mädelabend dabei sein. Denen habe ich gleich gesagt, dass es keinen Prosecco oder Tupperware hier geben wird. Die Themen, die ich aufgreife, sind ja zu einem großen Teil autobiografisch. Die gestalten sich dann so, wie die Mädelsabende mit meinen Freundinnen: Wir reden über die Männer, was für neue Krankheiten wir haben und, ob wir sie gegoogelt haben. Dabei wird natürlich gegessen und darüber geredet, dass wir abnehmen müssen. So ist ein Abend mit mir auf der Bühne auch.

Aber ist im Kampf der Geschlechter nicht schon alles gesagt?

Bestimmt. Ein Kritiker schrieb neulich, dass ich genau die Lücke zwischen bedeutungsschwangerem Kabarett und klischeehaften Mann-Frau-Gags fülle. Genau das versuche ich auch. Denn ich selbst hatte nie klischeehafte Beziehungen, auch nicht meine Freunde. Wir sind alle zwischen diesen Extremen und dort befinden sich eine ganze Menge Leute.

Was können Frauen denn von den Männern lernen?

Männer gehen sehr humorvoll mit sich um. Sie sind nicht so streng mit sich. Ich rege mich ja in meinem Programm sehr über eitle Frauen auf. Die gehen mir echt auf die Nerven, aber im nächsten Leben werde ich sowieso ein Mann. Die machen sich einfach nicht so einen Kopf um alles. Und wenn mal etwas mit denen nicht stimmt, dann machen Männer einen Gag daraus. Frauen hingegen sind die härtesten Kritikerinnen gegenüber sich selbst und anderen. Lästern finde ich ganz schlimm. Ich sage auch in meinem Programm ganz klar: Lästern macht hässlich, hört sofort auf damit. Stattdessen rufe dazu auf, dass wir uns viel mehr Komplimente machen, uns was Nettes sagen. Wenn Männer eine Panne haben, dann bringen sie einen dummen Spruch. Wenn eine Frau eine Panne hat, ist es immer gleich ein großes Drama. Und daran finde ich, kann man sehen, Männer sind ganz cool und nerven nicht ständig oder sind anstrengend.

Sie beziehen in Ihren Shows gerne das Publikum mit ein. Sind dann glücklich wirkende Pärchen Ihr Lieblingsziel?

Ich schaue nicht speziell nach Paaren. Ich achte aber darauf, wer mich anspricht und wie sich Dinge ergeben. Das ist dann immer alles spontan. Ich hole auch keinen auf die Bühne. Es ist auch niemals vorführend oder despektierlich, sondern es entwickelt sich meistens ein Gespräch, wobei der Deckel auf den Topf immer der Gag ist. Am Ende meiner Show kommt es mir ja darauf an, dass wir uns nicht immer so einen Kopf machen und einfach mehr genießen sollten. Nach meinem Mädelsabend geht keiner nach Hause und weiß plötzlich wie die Frauen ticken, dafür müsste ich drei Wochen am Stück spielen. Das wäre einfach zu kompliziert.

Ursprünglich waren Sie zwölf Jahre lang Musical-Darstellerin. Wie kam da der Sprung zur Comedy?

Meine ersten Comedy-Erfahrungen habe ich mit sechs Jahren schon gemacht. Damals bin ich auf Familienfesten auf den Stuhl gestiegen, damit mich alle sehen können und habe Otto-Witze oder Gags von Badesalz erzählt. Ich konnte alles auswendig von Badesalz, auch heute noch. Mein Weg zur Comedy war aber ein langer, als Mädchen vom Bauernhof. Letztlich macht einen ja das Leben zum Comedian. Am Anfang wollte ich ja wirklich etwas Anständiges machen und habe Groß- und Außenhandelskauffrau gelernt. Mit meiner Musical-Ausbildung dachte ich erst einmal, dass ich damit eine gute Basis habe. Durch viele Zufälle bin ich bei der Springmaus in Bonn gelandet, die keine schlechte Adresse für Comedians ist. Ralf Schmitz und Bernhard Hoëcker kommen von dort. Bis ich mich aber getraut habe, allein auf Tour zu gehen, hat es noch ein paar Jahre gedauert. Premiere mit diesem Programm war ja erst 2015.

Worin besteht für Sie als Nordhessin der größte Unterschied zu den Südhessen?

Also von der Bühne aus muss ich sagen, gehören die Südhessen zu den Extrovertierteren. Die Nordhessen sind da anders, viel zurückhaltender und ein bisschen mürrischer. Es ist eben eine andere Mentalität Der Südhesse ist dagegen ja schon ein Sonnenschein. Wobei: Die können auch ganz schön meckern. Der macht es halt anders. In einem andern Ton, sodass es lustig klingt.

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Fotos: Frankfurter Oktoberfest 2017 ist eröffnet

Hier kocht die Stimmung: Beim Frankfurter Oktoberfest ging es schon am Eröffnungsabend hoch her.
Hier kocht die Stimmung: Beim Frankfurter Oktoberfest ging es schon am Eröffnungsabend hoch her. © rz
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