Micky Maus (Wald Disney): Verrückte Sammlerin hat 15.000 Exemplare

Die Plastik-Figuren waren ein Werbegeschenk. Fotos (4): kb

Petra Marx aus Kronberg ist der wahrscheinlich größte Micky-Maus-Fan Rhein-Mains. Rund 15. 000 Exemplare der weltberühmten Disney-Figur stehen im Keller der Familie. Doch die Sammlerin denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Region Rhein-Main – Mäuse im Keller sind für Hausbesitzer ein Albtraum. Nicht aber für Petra Marx aus Kronberg. In ihrem Keller wohnen rund 15.000 Nager. Nicht irgendwelche, sondern Micky Mäuse, ordentlich angeordnet in elf staubdichten Museumsvitrinen. Wie viele es genau sind, weiß Petra Marx nicht. „Ich habe schon länger nicht mehr nachgezählt.“

Petra Marx ist 57, Geschäftsführerin einer Telefon-Marketing-Agentur und der wahrscheinlich größte Micky-Maus-Fan Rhein-Mains. Schuld ist Mutter Helga. Die schenkt ihr einen Parfum-Fläschchen in Form des weltberühmten Disney-Nagers – und um die damals 13-Jährige ist es geschehen. „Ich habe schon vorher Micky-Maus-Hefte gelesen. Aber plötzlich musste ich jede Figur kaufen, die ich gesehen habe“, erinnert sie sich.

Das Ergebnis nach 44 Jahren Sammelleidenschaft: Ein 80-Quadratmeter-Raum, voll mit Micky Mäusen aus aller Welt. Ob als Plattenspieler, Telefon, Trachtenschmuck, Fahrradklingel, Toaster, Christbaumspitze oder Marionette: Die Disney-Figur ist im Marx’schen Keller allgegenwärtig. Auf ein paar Raritäten ist die Kronbergerin besonders stolz, darunter eine kleine Anstecknadel aus dünnem Blech von 1928. Oder die Maus der Firma Steiff aus den 40ern, die Petra Marx in Amerika auf dem Flohmarkt entdeckte. Wert: Etwa 1000 Euro. Auch das Senf-Töpfchen mit passendem Salz- und Pfeffer-Streuer aus den 30ern bringt unter Sammlern bis zu 300 Euro. „Aber das Set würde ich nie hergeben“, sagt die 57-Jährige. Ihre Beute macht die Sammlerin hauptsächlich auf Flohmärkten. Dreimal pro Woche fährt sie deshalb durchs Rhein-Main-Gebiet und durchkämmt die Stände nach Raritäten. Ihr letzter Super-Fund: Ein Micky-Maus-Blech-Riesenrad, das Musik macht, für 280 Euro. Selbst im Urlaub ist Petra Marx immer auf der Suche. Auf Mallorca entdeckt sie zuletzt eine Micky-Maus-Kuchen-Etagère. Ehemann Kay transportiert sie im Handgepäck mit nach Hause. „Er ist sehr tolerant, schließlich hat er mich schon so kennengelernt. Und mittlerweile ist er auch stolz.“

Warum ihr Herz für die Maus mit den vier Fingern, der roten Hose und den gelben Schuhen schlägt, kann sich Petra Marx selbst nicht erklären. „Mit den anderen Figuren konnte ich nichts anfangen. Es war schon immer Micky Maus.“ Zwar platzt der Kellerraum mittlerweile aus allen Nähten. Doch ans Aufhören denkt Petra Marx noch lange nicht. Besonders im vergangenen Jahr muss sie sich zusammenreißen: Da feiert die berühmteste Maus der Welt 90-jähriges Jubiläum – und ist plötzlich überall. Petra Marx kauft unter anderem zwei Pakete Küchenrolle mit Micky-Maus-Motiv. „Wer weiß, vielleicht sind die später mal begehrte Sammlerobjekte“, sagt sie. Bis dahin klappt es vielleicht auch mit dem großen Traum der Kronbergerin: Sie würde gern ein Café oder kleines Museum eröffnen, damit auch andere Menschen sich an ihren Mäusen erfreuen können. „Micky Maus mag schließlich jeder.“

Von Kristina Bräutigam

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