Der EXTRA TIPP fragte Sportjournalisten aus der Region Rhein-Main

Luka Jovic weg! Welcher SGE-Held packt als nächstes seine Koffer?

Nun ist er weg! Diese Szenen werden die Eintracht-Fans vermissen. Luka Jovic bejubelt seinen Treffer zum 1:0 im Hinspiel gegen Chelsea London. Foto: Jan Huebner

Eintrachts serbischer Wunderstürmer Luka Jovic wechselt zu Real Madrid. Droht der SGE jetzt der große Ausverkauf? Der EXTRA TIPP hat Sportjournalisten aus der Region gefragt, wie sie die Chancen auf den Verbleib anderer wichtiger SGE-Spieler sehen. Von Oliver Haas

Frankfurt – Überraschend kam die Nachricht nicht. Eintrachts Luka Jovic wechselt zu Real Madrid. Dort erhält der 21-Jährige einen Fünfjahresvertrag. Über die Ablösesumme wurde bereits in den vergangenen Wochen wild spekuliert. 60, 70, 75 Millionen? Weil beide Vereine Stillschweigen vereinbart haben, wird die genaue Summe wohl ein ewiges Geheimnis bleiben. Jovic war im Sommer 2017 auf Leihbasis von Benfica Lissabon zur Eintracht gekommen. Kurz vor Ende der abgelaufenen Saison hatte die SGE dann die Kaufoption gezogen. Diese soll bei sieben Millionen Euro gelegen haben. Am jetzigen Weiterverkauf nach Spanien soll außerdem Benfica mit wohl 30 Prozent beteiligt sein. Ist das der Anfang vom großen Ausverkauf und Abgang der anderen SGE-Helden? Der EXTRA TIPP bat Sportjournalisten und SGE-Experten aus der Region Rhein-Main um ihre Einschätzung, zu wie viel Prozent sie die Chancen auf den Verbleib anderer Spieler sehen.

Holger Appel

(Offenbach Post)

Ante Rebic: 30 Prozent

Hat die Eintracht zum Pokalsieg 2018 geschossen, war bei der WM mit Kroatien gut dabei und ist geblieben. Hat auch in der vergangenen Saison in Europa das eine oder andere Ausrufezeichen gesetzt. Wird kaum noch ein weiteres Jahr dranhängen.

Sebastien Haller: 70 Prozent

Eleganter Strafraumspieler, technisch wohl der Beste aus der Büffelherde. Hat mit seinem Online-Wechselspäßchen zuletzt für Aufsehen gesorgt. Das reicht. Jetzt kann er bleiben.

Martin Hinteregger: 70 Prozent Passt nach Frankfurt wie die Faust aufs Auge. Fredi Bobic wird alles tun (und viel zahlen), um ihn am Main zu halten.

Kevin Trapp: 50 Prozent

Bei der SGE-Abwehr, nicht immer sattelfest, bekommt er stets die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Gut investiertes Geld, aber ob das reicht gegenüber der noch finanzstärkeren Konkurrenz? Offen.

Sebastian Rode: 70 Prozent

Kam in Dortmund nicht zurecht, ist jetzt wieder verletzt. Der BVB wird ihn kaum zurückhaben wollen. Hessischer Bub, gehört in Erinnerung an die Rodgau Monotones nach Frankfurt, Darmstadt, Offenbach. Kämpfertyp, der wird schon wieder. Hoffentlich.

Manfred Schäfer

(Bild Frankfurt)

Ante Rebic: 80 Prozent

Rebic hat schon letzten Sommer allen Versuchungen widerstanden. Er kam erst in Frankfurt richtig raus und ist sich wohl nicht sicher, ob er es woanders schafft.

Sebastien Haller: 50 Prozent

Der Franzose ist der wichtigste SGEStürmer. Deshalb wird Bobic alles versuchen, ihn zu halten. Aber bei einem richtig guten Angebot ist er weg.

Martin Hinteregger: 95 Prozent

Der Österreicher fühlt sich wohl und die SGE weiß, was sie an ihm hat. Deshalb wird Bobic bei der Ablöse bis zur Schmerzgrenze gehen.

Kevin Trapp: 60 Prozent

Trapp möchte gerne bleiben und Eintracht will ihn auch halten. Mit Paris wird man sich sicher einig, aber ein anderer größerer Klub könnte dazwischen funken.

Sebastian Rode: 95 Prozent

Dortmund hat kein Interesse mehr und wird ihn für kleines Geld gehen lassen. Die Eintracht will ihn trotz Verletzung halten.

Matthias Hoffmann

(www.extratipp.com)

Ante Rebic: 5 Prozent

Hat sich Gerüchten zufolge schon in seinen Stammkneipen verabschiedet. Quengelt sich zu Kovac oder nach England.

Sebastien Haller: 100 Prozent

Zugegeben, die Rechnung geht so: Haller bleibt zu 30 Prozent – die übrigen 70 sind Wunschdenken. Wichtigster Mann im Team. Bitte alles tun, um ihn zu halten.

Martin Hinteregger: 80 Prozent

Mega-Rückrunde! Bobic macht die Schatulle auf – allein schon, um einem Bundesliga-Konkurrenten einen Spieler wegzuschnappen.

Kevin Trapp: 20 Prozent

Paris dürfte nicht das Problem sein. Leider haben andere Vereine auch schöne Strafräume.

Sebastian Rode: 90 Prozent

Der BVB lässt mit sich reden. Zumal Seppl gemerkt haben dürfte, was er an der Eintracht hat.

Sonja Pahl (Hit Radio FFH)

Ante Rebic: 80 Prozent

Hat sich nach dem DFB-Pokalerfolg und dem Vize-Weltmeistertitel letzten Sommer durch die letzte Saison nur gequält. Kann sich im vertrauten Umfeld am besten verbessern. Trainer Hütter kriegt ihn hin!

Sebastien Haller: 65 Prozent

Kokettiert seit Saisonende immer wieder auch via Soziale Medien mit einem „Goodbye to the club“. Die Eintracht-Bosse sollten ihn wieder auf den Boden holen. Dann bleibt er.

Martin Hinteregger: 90 Prozent

Hat die Differenzen mit Augsburg ausgeräumt. Der FCA sollte jetzt bereit sein, eine „vernünftige“ Ablösesumme aufzurufen. SGE-Vorstand Bobic wird das Richtige aus-/verhandeln.

Kevin Trapp: 50 Prozent

Hat zwar bei FFH Anfang Mai gesagt, es gäbe eigentlich nichts, was gegen ein Bleiben spräche. Dennoch lockt auch sein momentaner Noch-Club Paris St. Germain mit attraktiven Optionen. Kommt darauf an, was ihm wichtiger ist: Vertrautes, heimatlicheres, geliebtes, chancenreiches Umfeld Frankfurt oder Geliebtes (Freundin Izabel) und Superstars, Champions- League-Umfeld Paris oder Ähnliches.

Sebastian Rode: 90 Prozent

Sein Knorpelschaden ist bis Herbst wohl schon auskuriert. Sein Noch-Club Dortmund wird ihm keine Steine in den Weg legen. Eintracht hat bereits signalisiert, eine Lösung finden zu wollen.

Daniel Schmitt und Ingo Durstewitz (Frankfurter Rundschau)

Ante Rebic: 75 Prozent

Der Kroate fühlt sich in Frankfurt wohl, wäre aber ziemlich sicher weg, wenn ein internationaler Spitzenklub ihn will. Problem: Offenbar will ihn keine absolute Spitzenmannschaft. Dafür waren die Leistungen in der vergangenen Saison auch zu wechselhaft.

Sebastien Haller: 50 Prozent

Veräppelte die Internetgemeinde ja schon mit einem vermeintlichen Abschiedspost, war aber nur ein Spaß. Trotzdem: In seinen Worten klingt immer mal wieder durch, dass er irgendwann gerne woanders kicken würde, vielleicht in England. Dort gibt es gewiss auch genug Vereine, die eine hohe Ablöse bezahlen könnten. Müssten sie aber auch, um die SGE zu einem Verkauf zu bewegen.

Martin Hinteregger: 80 Prozent

Der zuletzt ausgeliehene Verteidiger will gerne fest in Frankfurt bleiben, sucht sogar schon eine Wohnung. Hat sich dieser Tage erst mit Augsburgs Manager Stefan Reuter ausgesprochen, es geht ausschließlich um die Ablöse. Da dürften sich die Vereine schon einigen können.

Kevin Trapp: 45 Prozent

Die Eintracht will den Torhüter als Gesicht der Mannschaft aufbauen. Grundsätzlich erkennt Trapp auch den Aufwärtstrend der Frankfurter an. Nur: Paris-Trainer Thomas Tuchel will wohl auch auf den zuletzt ausgeliehenen deutschen Nationalkeeper bauen. Das würde dem Ehrgeizling gefallen.

Sebastian Rode: 99 Prozent

Hat in Dortmund keine Chance, fehlt ohnehin noch länger verletzt. Die Ablöse dürfte sich also im Minimalbereich bewegen. Die Eintracht wird ihm einen Vertrag geben, da das finanzielle Risiko überschaubar, fast minimal ist.

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