Letztes Lilien-Heimspiel steht im Zeichen des Abschieds

Solche Szenen gehören bald der Vergangenheit an: Sandro Sirigu bedankt sich nach dem Spiel bei den Lilien-Fans. Im Sommer geht der Allrounder auf eigenen Wunsch. Foto: Hübner

Platz zehn, elf oder zwölf: Das ist die sportliche Frage, die sich für die Lilien vor dem heutigen letzten Saisonspiel (15. 30 Uhr) gegen Aue stellt. Auch für die Gäste geht es um nicht mehr viel. Von Jens Dörr

Darmstadt – Die heutige Zweitligapartie zwischen Darmstadt und Erzgebirge Aue steht aus mehreren Gründen im Zeichen des Abschieds.

Da ist zum einen jener von Publikumsliebling Sandro Sirigu, dem ein Darmstädter Musiker gerade erst ein eigenes Lied („Sandro Sirigu, ich wär’ so gern wie Du“ zu einer Melodie aus dem „Dschungelbuch“) gewidmet hat – was viel aussagt über die Beliebtheit des 30-Jährigen, der zuletzt kein Stammspieler mehr war, bei den Fans des SV 98 aber wegen seiner herzlichen und nahbaren Art hoch im Kurs blieb. Im Sommer geht der Allrounder auf eigenen Wunsch.

Mit ihm verlässt der letzte Aufstiegsheld das Böllenfalltor, der den kompletten Durchmarsch von Liga drei bis Liga eins mitgemacht hat. Sirigu hatte in den vergangenen Wochen erkannt, dass er bei den Darmstädtern künftig eher den Edeljoker als den Stammspieler geben würde. In diesem Jahr stand er erst einmal in der Startelf, war schon unter Dirk Schuster Bankdrücker und blieb es unter Dimitrios Grammozis. Der gebürtige Ulmer murrte nie, bewahrte sich seinen positiven Elan. Sportlich ist dem schnellen, dribbelstarken Flügelspieler noch das ein oder andere Zweitliga-Jahr zuzutrauen. „Ich hatte hier privat und sportlich unfassbar tolle sechs Jahre“, sagt Sirigu, der 134 Mal für die Lilien auflief.

Am Sonntag gegen Aue werden die Südhessen auch Selim Gündüz, Slobodan Medojevic sowie die Torhüter Igor Berezovsky und Rouven Sattelmaier verabschieden. Dem Quartett bot der Verein keine Vertragsverlängerung an. Darüber hinaus gilt als sicher, dass auch Leihspieler Tim Rieder in Darmstadt keine Zukunft mehr hat und zum FC Augsburg zurückkehren wird. Zwei weitere Jahre bei den 98ern bleibt hingegen Florian Stritzel. Mit ihm, Daniel Heuer Fernandes und Max Grün ist das Torwart-Team für die nächste Runde komplett.

Hinzu kommen am Sonntag zwei Abschiede ganz anderer Art. Auf Nimmerwiedersehen heißt es mit Blick auf den Erdwall, der die vergangenen Wochen das Bild an der Stelle der einstigen Gegentribüne prägte. Bis zum ersten Heimspiel der neuen Zweitliga-Saison soll die neue Tribüne zumindest so weit gediehen sein, dass der dort (vor den Sitzplätzen) geplante Stehbereich nutzbar ist.

Außerdem ist es das letzte Zweitliga-Spiel, bei dem der SV 98 nicht die Intervention aus dem „Kölner Keller“ fürchten muss: In der neuen Runde gibt es auch im deutschen Unterhaus den Videobeweis. Greifen werden dann auch weitere, weniger spektakuläre Regeländerungen: So darf der Spieltags-Kader 2019/20 in den Ligen eins und zwei 20 Spieler (bisher: 18) umfassen. Die Zahl der Einwechslungen bleibt aber auf drei beschränkt. Überdies wird eine Torerzielung mit unmittelbar vorausgegangenem Handspiel (egal welcher Art) der angreifenden Mannschaft prinzipiell nicht mehr möglich sein. Weiterhin muss der Ball beim Abstoß oder Freistoß im eigenen Strafraum den Strafraum nicht mehr verlassen, ehe ihn der nächste Mit- oder Gegenspieler berührt. Bisher gab es dann die Wiederholung des Ab- oder Freistoßes.

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