So lässt sich der Stress wegatmen

Regina Holzinger. Foto: nh

Atmen läuft automatisch und unbewusst. Doch durch bestimmte Techniken kann der Stresspegel runtergefahren werden. Regina Holzinger, Expertin für die sogenannte Buteyko-Atmung, stellt im EXTRA TIPP drei einfache Übungen dieser Methode vor. Von Oliver Haas

Region Rhein-Main – Vielen ist nicht bewusst, welchen enormen Einfluss richtiges Atmen auf die Gesundheit hat. Die Frankfurterin Regina Holzinger lehrt als Heilpraktikerin für Psychotherapie die Atem-Methode des Mediziners Konstantin Buteyko. Der Ukrainer forschte 40 Jahre lang zum Thema chronisches Hyperventilieren, das seiner Meinung nach ursächlich für viele Krankheiten ist. Holzinger: „Durch falsches Atmen verändert sich vereinfacht ausgedrückt das Verhältnis der Hauptblutgase Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoffmonoxid. Die brauchen wir alle für unsere optimale Sauerstoffversorgung und unser Immunsystem.“ Wer zu schnell und zu viel in kurzer Zeit atmet, bei dem stimme das Verhältnis nicht mehr und es könnten gesundheitliche Beschwerden ausgelöst werden, besonders bei Dauerstress. „Die Buteyko-Atemmethode konzentriert sich auf das natürliche Atmen mit weniger Volumen“, sagt Holzinger. Sie stellt hier drei einfache Atemtechniken der Methode vor, die sich hervorragend eignen, um sich zu entspannen.

1. Bewusstes Nasenatmen:

„Das A und O der Buteyko-Methode ist die reine Nasenatmung: Das heißt, man sollte sich hinsetzen und klarmachen: Die Nase ist die einzige Öffnung, um die Luft hereinströmen zu lassen!“ Dann sollten alle Störfelder wie Fernsehen oder Smartphone für drei Minuten ausgeschaltet und die Augen geschlossen werden. „Als ersten Schritt muss man sich bewusst werden, wie die Luft durch die Nase rein und raus strömt. Viele machen den Fehler, dass sie die Luft reinziehen und dann wie verrückt rauspressen. Dabei fehlt die völlige Wahrnehmung, was überhaupt geschieht. Wie ist die Temperatur, der Druck oder die Reibung? Ist es bei jedem Nasenloch gleich? Auf das alles kann ich bei der Ein- und Ausatmung bewusst achten.“ Wer sich allein mit diesen Fragen beschäftigt, wirke sofort weniger gestresst, ist Holzinger überzeugt.

2. Auf Bewegungen des Körpers achten:

Eine andere Methode ist es, den Atemweg in dieser Zeit bewusst zu beobachten und dabei wahrzunehmen, was im Rest des Körpers passiert „Was bewegt sich? Die Schultern, der Hals? Wie bewegt sich der Bauch?“ Dann merke man auch, wo man verspannt ist. „Eine zusätzliche Möglichkeit ist, dass ich zähle, wie lange ich ein- und ausatme. Atme ich zwischendurch vielleicht sogar mal kurz nicht mehr? Wie bei allen Techniken gilt: Einfach nur wahrnehmen und nicht aktiv darauf Einfluss nehmen.“

3. Das Zwerchfell einbeziehen:

Für die dritte Übung sollte man sich locker hinsetzen und sich ganz bewusst machen, dass das Zwerchfell der Haupt-Atemmuskel ist. Es zieht sich aufgrund des Impulses aus dem Hirn nach unten und saugt damit die Luft an und lässt sie auch wieder raus, wenn es wieder entspannt. „Bei dieser Übung konzentriere ich mich nur auf mein Zwerchfell und lockere am besten die Kleidung, damit unter den Rippen ein bisschen Platz ist. Dabei drücke ich meine Hände ein wenig in die Seiten. Ich stelle mir den geraden Weg vor, den die Luft von der Nase oben durch die Öffnung rein und raus strömt“, sagt Holzinger. Hilfreich sei, wenn man sich eine Meeres-Welle vorstellt, die rein und rauskommt. „Und das verbinde ich mit dem Atemvorgang. Das Zwerchfell holt sich die Luft und gibt sie auch wieder raus.“

Mehr Infos unter: http://buteyko-frankfurt.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare