Kreisch-Alarmstufe Rot

Diese 6 Spinnen krabbeln aktuell durch unsere Wohnungen

Spinnen in der Wohnung
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Zitterspinne
Spinnen in der Wohnung
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Große Winkelspinne
Spinnen in der Wohnung
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Gartenkreuzspinne
Spinnen in der Wohnung
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Sektorenspinne
Spinnen in der Wohnung
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Fettspinne
Spinnen in der Wohnung
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Speispinne

Wird es draußen kalt, krabbeln Spinnen gern ins Warme. Sitzt dann der erste fette Brummer an der Wand, herrscht für viele Kreisch-Alarmstufe Rot. Aber was sind das überhaupt für Tiere? Senckenberg-Experte Peter Jäger stellt die häufigsten Arten vor. Von Christian Reinartz

Region Rhein-Main – Geht’s um Spinnen, läuft es vielen Menschen kalt den Rücken runter. Manch einer bekommt allein schon beim Gedanken an die Krabbler Schweißausbrüche. Dabei wissen nur die wenigsten, um was für Tiere es sich genau handelt. Dabei sind die Arten vielfältig, die sich im Herbst ein warmes Plätzchen in den Häusern suchen, wenn sich ihnen eine Gelegenheit bietet. Dazu kommt: Im Herbst sind Exemplare einiger Spinnenarten am größten. Der Spinnenexperte des Senckenberg Forschungsinstituts in Frankfurt, Peter Jäger, erklärt: „Die meisten Spinnen schlüpfen im Frühjahr.“ Zwischen 20 und 500 Spinnen schlüpfen aus jedem Kokon, von denen nur die wenigsten den Herbst erleben werden. Dann jedoch in voller Größe. „Nur daran liegt es, dass viele Menschen den Herbst als Spinnensaison wahrnehmen.“ Verstärkt wird das dadurch, dass sich ausgerechnet die sehr auffällige Hauswinkelspinne im Herbst paart, sagt Jäger. Viele Männchen seien deshalb unterwegs, um ein Weibchen zu finden. „Und auf dieser Suche krabbeln sie auch mal durch unsere Wohnungen.“ Im EXTRA TIPP erklärt Jäger nun, welche Arten am häufigsten in den Wohnungen der Region anzutreffen sind.

Zitterspinne

Sie wird wegen ihrer langen Beine häufig mit Weberknechten verwechselt. Der Körper wird bis zu einem Zentimeter groß, die Beine bis etwa fünf Zentimeter lang. Zitterspinnen weben unregelmäßige dreidimensionale Raumnetze von beträchtlicher Größe. Sie sind in der Lage, dank ihrer Einwickeltechnik in Kombination mit den langen Beinen, auch größere Beutetiere zu überwältigen. Sie sind hauptsächlich in der Nacht aktiv und verlassen ihre Netze nur zur Partnersuche oder wenn das Beuteangebot ausbleibt.

Hauswinkelspinne

Sie ist der Gigant unter den Spinnen, die in Häusern vorkommen. Ihr massiger Körper wird bis zu eineinhalb Zentimeter groß, die Beine bis zu sechs Zentimeter lang (Große Winkelspinne). Anzutreffen ist sie meistens in Holzschuppen und Garagen oder an anderen regenfreien Plätzen wie Holzstapeln, mit Efeu bewachsenen Mauern oder Kellerschächten. Aber gerade Männchen gehen jetzt im Haus auf Weibchensuche. Durch ihre beeindruckende Größe erschrecken sich so manche menschliche Bewohner. Die Tiere können auch beißen, allerdings können sie die Haut nur an weichen Stellen durchdringen. Jedoch wurden bisher keine Bisse beschrieben, die nicht provoziert wurden. Zudem ist ihr Gift harmlos. An ruhigen Stellen im Haus baut die nachtaktive Spinne ein Trichternetz. Dieses verjüngt sich hin zu einer Wohnröhre. Dazu spinnt sie eine Netzdecke mit Stolperfäden, in denen sich die Beute verheddert.

Gartenkreuzspinne

Sie gehört ebenfalls zu den größten heimischen Spinnen und spinnt ihr Netz am Haus oft an Fensterstürzen, weil es dort trocken ist. Auch ihr Biss kann, wenn überhaupt, nur die dünnsten Hautschichten durchdringen und ist harmlos. Die Grundfarbe der Spinne ist sehr variabel. Zu erkennen ist sie an ihrem kreuzförmigen Fleck auf dem Hinterleib. Sie baut klassische Radnetze, in denen ihre Beute hängen bleibt.

Sektorenspinne

Der Körper der Sektorenspinnen wird bis zu elf Millimeter groß. Sie baut ihr Radnetz häufig an Fensterrahmen. Sie ist oft in Siedlungen anzutreffen. Wird ihr Netz erschüttert, lässt sie sich häufig an einem Sicherungsfaden fallen. Das Radnetz weist meistens einen freien Sektor auf, durch den der Signalfaden von der Nabe ins Versteck der Spinnen führt. Fliegt eine Beute ins Netz, kann die Spinne so blitzschell in die Netzmitte eilen.

Fettspinne

Die Fettspinne ist verwandt mit der Schwarzen Witwe, allerdings jedoch kaum giftig und deshalb ungefährlich. Ihr Hinterleib glänzt fettig. Ihr Körper wird acht Millimeter groß. Sie versteckt sich häufig in Ritzen oder Fensterschanieren und wartet darauf, dass sich ein Opfer in ihrem Haubennetz verfängt.

Alle Bilder aus Wikipedia (Creative Commons Lizenzen): CC BY-SA 3.0 und CC BY-SA 2.5

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