Schrecklicher Verdacht in Obertshausen

Verwüstetes Kindergrab: War es ein dunkles Ritual?

Obertshausen - Ein Kindergrab ist auf dem Friedhof in Obertshausen geschändet worden. Die Nachbargräber blieben heil. Die Familie hat einen schrecklichen Verdacht: Haben Satanisten oder Geisterbeschwörer dort ein dunkles Ritual vollzogen? Von Christian Reinartz

Als das Telefon von Joachim S. Donnerstagmorgen vor einer Woche klingelt, ist der ganze Schmerz, das ganze Leid mit einem Schlag wieder da. Zehn Jahre ist es her, dass seine Tochter im Alter von 14 Jahren gestorben ist. Das Mädchen hatte einen angeborenen Herzfehler. Als er herangeht, hört er das Unglaubliche: Das Grab seiner Tochter wurde geschändet, die Erde aufgewühlt, die Grablampen zerstört, Gestecke zerrissen, und das Schlimmste: Bild und Name wurden mit Erde beschmiert.

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Mit einem Schlag hat das Trauma die Familie wieder im eisernen Griff. „Es ist plötzlich so, als wenn sie erst gestern gestorben wäre“, sagt Joachim S. Der Mann ist groß und kräftig. Aber als er das sagt, ist seine Stimme brüchig. „Meine Frau kommt damit überhaupt nicht klar. Und ich kann seitdem kaum noch schlafen.“

Gezielt Kindergrab ausgesucht

Wer die Täter waren? Darüber rätselt die Familie seitdem ununterbrochen. „Meine Schwester ist seit zehn Jahren tot und war damals 14“, sagt Tochter Natalia mit fester Stimme. „Dass jemand meine Schwester damit treffen wollte, ist deshalb ausgeschlossen.“ Und auch, dass irgendjemand einen Groll gegen sie oder ihre Eltern hegt, weißt sie von sich. „Wir haben mit niemandem Probleme oder Streit. Weder aktuell noch in der Vergangenheit“, sagt Natalia S. „Aber genau das macht es ja umso rätselhafter. Denn das Grab ihrer Schwester sei gezielt ausgesucht worden. „Die Gräber nebendran haben nicht mal ein geknicktes Blatt.“

Stundenlang grübelt die Familie, was hinter der Schändung stecken könnte, aber ohne logisches Ergebnis. Doch dann kommt Natalia S. ein schlimmer Verdacht. Haben Satanisten oder Geisterbeschwörer eine Seance abgehalten? „Vieles deutet daraufhin“, sagt Natalia S. „In dieser Zeit war Vollmond. Dazu das mit Graberde beschmierte Bild und die herausgerissenen Rosenblüten. Da kann man ja nur an so etwas Furchtbares denken.“

Fotos: Unbekannte verwüsten Kindergrab

So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen.
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen. © nh
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen.
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen. © nh
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen.
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen. © nh
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen.
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen. © nh
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen.
So haben Unbekannte das Kindergrab in Obertshausen hinterlassen. © nh

Für den EXTRA TIPP hat Andreas Schipper, Experte für paranormale Phänomene und okkulte Praktiken aus Kelkheim, den Fall unter die Lupe genommen. Er kommt zu einem erschreckenden Schluss: „Die Verwüstungen, die dort geschehen sind, insbesondere das Beschmieren des Bildes und des Namens mit Graberde, könnten auf die Tat von Satanisten hindeuten.“ Er stellt klar: „Diese Leute leben in einer Traumwelt. Darin sehen sie böse Dämonen und Satan als real an und wollen diesen mit bestimmten rituellen Handlungen imponieren.“ 

Eine davon könne es beispielsweise sein, das Grab eines unschuldigen Kindes derart zu verunstalten. Dafür spräche auch, dass das Mädchen auf dem am Grabstein angebrachten Foto ein weißes Kleid trage und ein christlicher Spruch das Grab ziere. „All diese Anzeichen sind typisch für ein dunkles Ritual von Hobby-Satanisten.“ Ein ähnliches Vorgehen hätten ihm Teilnehmer solcher Rituale in der Vergangenheit schon bestätigt. „Das würde auch erklären, warum die Schänder nur über dieses eine Grab hergefallen sind. Sie haben sich einfach das unschuldigste Grab auf dem ganzen Friedhof herausgesucht.“

Eine Seance schließt Schipper allerdings aus: „Diese finden in der Regel nicht auf dem Friedhof statt. Außerdem hätte es dafür auch Spuren wie etwa Kerzenreste geben müssen.“

Stadt will Friedhof abschließen

Als der EXTRA TIPP bei Obertshausens Bürgermeister Roger Winter nachhakt, zeigt der sich von der Grabschändung erschüttert. „Wir werden zukünftig nochmal den Schließdienst ausprobieren und schauen, ob sich die Sicherheit so erhöhen lässt.“ Auch werde er die Stadtpolizei bitten, einen besonderen Schwerpunkt bei ihren Rundgängen auf den alten Friedhof zu legen. Die Polizei will jetzt im Umfeld ermitteln, heißt es beim Polizeipräsidium Südosthessen. Sprecherin Anke Hügel stellt klar: „Auf eine solche Tat stehen bis zu drei Jahre Haft.“ Deswegen werden jetzt auch Zeugen gesucht. Wer etwas gesehen hat, meldet sich unter (06104) 69080.


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Andreas Schipper und seine Freunde Andreas Müller sowie Uwe Seidel gehen regelmäßig auf Geisterjagd.
Andreas Schipper und seine Freunde Andreas Müller sowie Uwe Seidel gehen regelmäßig auf Geisterjagd. © Katrin Greschner
Geophon: Reagiert auf Erschütterung
Geophon: Reagiert auf Erschütterung © Katrin Greschner
R.E.M-Pod: Soll Geister registrieren
R.E.M-Pod: Soll Geister registrieren © Katrin Greschner
K2: Soll Erscheinungen messen
K2: Soll Erscheinungen messen © Katrin Greschner
Coby Recorder (links) und Zoom H1 zur Erfassung von E.V.P. (Electronic Voice Phenomenon), auch Tonbandstimmen genannt.
Coby Recorder (links) und Zoom H1 zur Erfassung von E.V.P. (Electronic Voice Phenomenon), auch Tonbandstimmen genannt. © Katrin Greschner
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Jägerkamera: Löst bei Bewegung aus © Katrin Greschner
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Ovilus III: Dient als Kommunikator © Katrin Greschner
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Ovilus III zur visuellen Kommunikation mit den verschiedenen Identitäten. © Katrin Greschner
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Andreas Schipper und seine Freunde Andreas Müller sowie Uwe Seidel gehen regelmäßig auf Geisterjagd. © Katrin Greschner
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