Marcin Skalski

104 Kilo und massive Oberarme: Dieser Dieburger ist deutscher Meister im Armwrestling

Skalskis längster Kampf dauerte zwei Minuten. Entscheidend dabei sind neben der höheren Maximalkraft auch Technik, Schnelligkeit, Bewegungsgefühl und sportliche Aggressivität.

Tagsüber stellt er die Post zu, abends drückt er seine Kontrahenten reihenweise vom Tisch: Kraftpaket Marcin Skalski ist amtierender deutscher Meister im Armwrestling und zwar beidhändig. 

Region Rhein-Main – Wer der „stärkste Mann Deutschlands“ ist, darüber lässt sich immer wieder trefflich streiten. Der Schwergewichts-Champion im Kraftdreikampf? Der beste Gewichtheber? Oder womöglich der Dieburger Marcin Skalski? Der 31-Jährige wurde vor Kurzem Deutscher Meister im Armwrestling, was Laien gern „Armdrücken“ nennen, was mit der Kneipenvariante aber kaum mehr vergleichbar ist. In der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm war Skalski sowohl mit dem rechten als auch dem linken Arm nicht zu schlagen. Jeweils fünf Kämpfe musste er dafür gewinnen.

Trotz normalem Job - Skalski holt sich die Pokale

Seit 2012 wohnt der gebürtige Pole in Dieburg. Zumindest vom Sehen her dürften ihn noch mehr Menschen allerdings in Münster und Groß-Zimmern kennen: Dort stellt der 104-Kilo-Koloss mit den gewaltigen Oberarmen die Post zu. „Das hat mir schon den Spitznamen ,Kraftpaket’ eingebracht“,sagt Skalski lachend in einem Dieburger Fitness-Studio. Dort, sowie beim Hanauer Armwrestling-Club „Over the top“ bringt er sich in Form. Schon vor mehr als einem Jahrzehnt fiel Skalskis Kraft und Talent in Polen auf. Als größte Erfolge stehen inzwischen vier Titel als polnischer Meister, nun auch vier Titel als Deutscher Meister sowie sieben Siege beim „Professional World Cup“ zu Buche.

Wobei es das englische Wort für „professionell“ kaum trifft: „Armwrestling ist nichts, wofür der Staat Geld geben würde. Auch Sponsoren gewinnt man in diesem Sport nicht allein durch Titel, sondern muss zusätzlich ein bisschen populär werden.“ Geld lasse sich im Armwrestling zumindest in Deutschland auch als Ass nicht verdienen.

Der verheiratete Vater eines zweijährigen Sohns bleibt bodenständig und als „Kraftpaket“ den Kunden der Deutschen Post treu. „Das viele Laufen, bis zu 20 Kilometer am Tag, erspart mir das Cardiotraining“, scherzt der deutsche Meister. Auch das Schleppen von Päckchen und Paketen leiste einen Beitrag zur Fitness.

Marcin Skalski: So sieht sein Training aus

Richtig gefeilt an Kraft, Durchhaltevermögen und Technik wird in drei Trainingseinheiten wöchentlich. „Die reichen aus und sind besser, als wenn ich fünf- oder sechsmal pro Woche nur eine Stunde trainieren würde“, sagt Skalski. Seine Einheiten sind stattdessen wesentlich länger und äußerst knackig. Die 50-Kilo-Hantel bewegt der Armwrestler einhändig, als wäre sie mit Luft gefüllt. „Einmal pro Woche trainiere ich speziell die Arme. Ein weiteres Training ist allgemeines Bodybuilding, da beim Armwrestling der ganze Körper zum Einsatz kommt. Und einmal pro Woche stehe ich am Wrestlingtisch.“

Skalskis längster Kampf dauerte zwei Minuten. Entscheidend dabei sind neben der höheren Maximalkraft auch Technik, Schnelligkeit, Bewegungsgefühl und sportliche Aggressivität. Armwrestler legen darauf Wert, dass diese Aggressivität nie gegen den Gegner persönlich gerichtet ist, sondern nur dazu dient, die eigene Dynamik zu maximieren. Letztlich hat das Armwrestling das Armdrücken aus der Kneipe in reglementierte und sehr anspruchsvolle sportliche Bahnen gelenkt. Und besser als der Dieburger Marcin Skalski setzt das unter allen Männern der Republik derzeit wohl niemand um.

Jens Dörr

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