Keine reine Frauen-Krankheit: Rund 600 Männer bekommen jährlich Diagnose Brustkrebs

Bustkrebs-Patient: „Da muss ich als Mann zum Frauenarzt“

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Region Rhein-Main – Brustkrebs. Diese Diagnose erhielt Herbert Schneider im Juni 2015. Damit ist er einer von 600 Männern, die jährlich diese eigentlich typische Frauenkrankheit bekommen. Und er fühlt sich und die Männer unfair behandelt. Von Oliver Haas

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Brustkrebs tut erstmal nicht weh - oder doch?

„Wir Männer werden diskriminiert.“ Herbert Schneider aus Wiesbaden sieht sich als Kämpfer für eine Minderheit, die an einem für Männer seltenen Krankheitsbild leiden: Brustkrebs. Denn 75.000 Frauen in Deutschland erkranken daran, aber auch etwa 600 Männer. „Ich habe es selbst beim Abtasten meiner Brust gemerkt. Hatte allerdings auch einen kleinen Schmerz gespürt. Obwohl das ungewöhnlich ist, da der Brustkrebs normalerweise nicht schmerzt. Das ist ja das Heimtückische an dieser Krankheit“, sagt Schneider. Als ehemaliger Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Hessen hielt der 74-Jährige oft Reden bei Frauen-Selbsthilfegruppen. „Deshalb war ich bei diesem Thema besonders sensibilisiert. Sonst hätte ich mit Sicherheit nicht an Brustkrebs gedacht.“ Dann ging es schnell. Eine Woche später wurde seine linke Brust komplett abgenommen. Die rechte wurde angeglichen.

 Aber das offenbar so schlecht, dass er sich schämt, ins Schwimmbad zu gehen. Schneider ist Mitglied des Netzwerkes „Männer mit Brustkrebs“ im Verband Frauenselbsthilfe nach Krebs. Er hofft nun, dass auch Männer endlich mit dieser Krankheit ernster genommen werden. „Es gibt keine Untersuchungen über Therapien sowie Medikamente, die bei Männern mit Brustkrebs helfen.“ 

Fotos: Metalbands rocken Konzert zugunsten kranker Kinder 

Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
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Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
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Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
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Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
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Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
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Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs"
Metal-Bands wie Elvenpath und End of Sense rockten beim Benefiz-Konzert "Harte Klänge gegen Krebs" © Janine Drusche

Er selbst hat die üblichen Frauenmedikamente bekommen, die seine weiblichen Hormone herabsetzen sollten. Doch das Resultat war, dass die männlichen Hormone nach oben schossen, ohne die weiblichen zu bekämpfen. Dazu litt er an Depressionen durch die Einnahme dieser Mittel. „Mich wundert das nicht, wenn Mittel, die ausschließlich an Frauen getestet wurden, nicht bei allen Männern richtig wirken“, sagt Schneider. Aber nicht nur das fehlende Behandlungsprogramm für Männerbrust-Patienten ärgert ihn. Er sieht die Männer generell benachteiligt, wenn es um Vorsorgeuntersuchungen geht: „Jungen Frauen werden auf die Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs hingewiesen. Auch für die Brustkrebsuntersuchungen werden Frauen benachrichtigt. 

Schneider sieht Männer benachteiligt

Und bei Männern? Weder für die Prostata-Untersuchung noch für den Darmkrebs kommt ein solcher Hinweis. Und natürlich erst Recht nicht, dass er zur Brustkrebs-Untersuchung gehen soll.“ Dies müsse sich ändern, fordert er vor allem für Risikogruppen. Das sind Männer, die in ihrer Familie bereits Fälle von Brustkrebserkrankungen hatten. „Bei Frauen sind in diesem Fall die Vorsorgeuntersuchungen kostenlos. Warum nicht bei Männern?“, fragt sich Schneider. Zudem sei Unsinn, dass sich Männer bei Verdacht auf Brustkrebs nicht von ihrem Hausarzt in ein Brustzentrum überweisen lassen können.

„Da muss ich als Mann erst zum Frauenarzt gehen. Dabei kennt der Hausarzt den Mann oft jahrelang und könnte die Situation gleich besser einschätzen“, so Schneider. Ob bei ihm der Brustkrebs besiegt ist? Das weiß er nicht genau, denn: „Frauen bekommen ein Jahr später automatisch eine erneute Untersuchung. Bei mir wurde das nicht gemacht. Ich musste mir erst einen Termin geben lassen.“

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