Eva Möller-Westman aus Langen wird Zweite bei der Wahl zur „Miss Germany 50plus“

„Jeder wächst, sobald er seine Komfortzone verlässt“

Sie bewirbt sich auf den letzten Drücker und landet ohne Laufsteg- Erfahrung am Ende auf dem zweiten Platz: Eva Möller-Westman aus Langen ist „Vize-Miss Germany 50plus“. Von Dirk Beutel

Langen – Es war ein Erlebnis. Ein Abenteuer. Mit einem Ausgang, den sich Eva Möller-Westman so nie erträumt hätte. Aus einem Bauchgefühl heraus bewirbt sich die gebürtige Niedersächsin, zwei Stunden vor Annahmeschluss, bei der Wahl zur „Miss Germany 50plus“. Ein Zeitschriftenartikel hatte zuvor ihr Interesse geweckt.

Doch hinter der Bewerbung steckt mehr als reine Neugier und das hin und wieder aufkommende Hadern mit dem Älterwerden: „Wenn Frauen ein bestimmtes Alter überschreiten, gelten sie nur noch als alt und werden gar nicht mehr gesehen“, sagt Möller-Westman. „Im Gegensatz zu den Männern, die sich mit 50 Jahren noch einmal neu erfinden.“

Doch genau das, sich selbst neu erfinden, mal ausbrechen und den Alltag hinter sich lassen, schwebte der Langenerin vor. „Jede Frau um die 50 hat in ihrem Leben etwas geleistet und musste Höhen und Tiefen, Krankheit, Kummer und Enttäuschungen überstehen. Wir brauchen uns nichts mehr beweisen. Wir können viel mehr als nur hübsch sein. Obwohl wir das natürlich auch noch können“, sagt die 53-Jährige. Als Rektorin für das Studienseminar in Frankfurt bildet sie künftige Grund,- Haupt- und Real-, sowie Förderschullehrer für das zweite Staatsexamen aus.

Der letzten Impuls, sich für die Miss-Wahl zu bewerben und diese dann auch tatsächlich abzuschicken, kam von der 18-jährigen Tochter Kira, die den Mut ihrer Mutter bewundert.

Doch schon in der Vorauswahl verschwendet Möller-Westman kaum einen Gedanken ans Weiterkommen. „Da waren äußerst attraktive Frauen dabei“, sagt sie. Einige sind nicht das erste Mal auf einem Laufsteg. „Das hat man an den ganzen Bewegungsabläufen, am Gang, gesehen“, sagt Möller-Westman. Als junge Frau mit Idealmaßen hätte ihr für so einen Wettbewerb der Mut gefehlt. Jetzt, als gereifte Schönheit, will sie ihren Spaß haben, noch unbetretene Pfade erkunden.

Mit Erfolg: Sie kommt in die nächste Runde und schafft es ohne Model- oder Laufsteg-Erfahrung sogar bis ins Finale der letzten 20 von etwa 500 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland. Dort präsentiert sie sich in Business-Outfit und Abendkleid der zwölfköpfigen Jury. Am Ende muss sich Möller-Westman nur Evelyn Reißmann aus Plauen geschlagen geben und landet auf dem zweiten Platz. Für die Langenerin die Kirsche auf der Sahnetorte: „Ich habe nie daran gedacht, dass ich den Sieg verpasst habe. Ich habe einen zweiten Platz gewonnen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass man sich so toll fühlen kann.“

Das Schönheitsrezept der 53-Jährigen ist so einfach, wie einleuchtend: Geraucht hat sie nie. Dafür schläft sie lange. Bei der Ernährung ist Möller-Westman dagegen entspannter. Fleisch steht selten auf dem Plan, abends sollen möglichst wenig Kohlenhydrate auf dem Teller landen und zwischendurch versucht sie möglichst wenig zu naschen. „Ich glaube nicht daran, dass ein attraktives Äußeres nur mit guten Genen zusammenhängt. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, etwas für sich selbst zu tun.“

Und dazu gehört auch Sport. Neben ihrer Leidenschaft, dem Reiten auf der Hannoveraner Stute Gabana, schwimmt die Langenerin regelmäßig ihre 3000 Meter, dazwischen joggt sie auch mal vier bis fünf Kilometer und besucht ein Fitnessstudio. Dazu kommen noch die täglichen Gassi-Runden mit Hund Milow. Mit ihrer schlanken Figur, den blonden Haaren und ihren etwa 1,75 Metern fühlte sich Möller-Westman bei der Miss-Wahl durchaus konkurrenzfähig. Im Nachhinein aber weiß sie: Es sind Selbstbewusstsein und Natürlichkeit, die sexy und attraktiv machen.

Möller-Westman: „Es geht um Ausstrahlung. Und die hat man selbst dann, wenn man keine 90-60-90 hat.“ Als „Vize-Miss Germany 50plus“ hat sie zwar keine Werbe- oder Modelverträge ergattert, doch das sei ohnehin zweitrangig. „Es war für mich ein unglaubliches Erlebnis und der Beweis, dass jeder wächst, sobald er seine Komfortzone verlässt.“

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