Bundespolizei schlägt Alarm

Immer mehr Bahnunfälle: Unter den Opfern sind auffällig viele Männer

Der Moment kurz vor der Einfahrt der Bahn ist am gefährlichsten.

Immer wieder kommt es in Rhein-Main zu tragischen Bahnunfällen. Allein in den vergangenen Wochen haben vier schwere Vorfälle die Region bewegt. Die Bundespolizei warnt deshalb vor zu viel Leichtsinn am Gleis.

Region Rhein-Main – Zwei Tote und zwei Schwerverletzte: Das ist die traurige Bilanz von vier schweren Bahnunfällen seit Ende September in Rhein-Main. „Diese Häufung ist ungewöhnlich und alarmierend“, sagt auch Ralf Ströher, Sprecher der Bundespolizeiinspektion in Frankfurt. Die Gründe solcher Unfälle aber sind vielfältig: Zum einen werden Züge schneller und leiser. „Oft hört man sie erst, wenn sie direkt bei einem sind – und dann ist es zu spät zum Reagieren“, so Ströher. Die Menschen wiederum sind durch Handys und Kopfhörer oft abgelenkt. „Außerdem glaube ich, dass die Leute leichtsinniger geworden sind und Gefahren nicht richtig einschätzen können.“

Auffällig bei vielen Unfällen ist: Betroffen sind oft Männer. Kein Zufall, sagt der Bundespolizist. „Frauen sind häufig vorsichtiger. Männer wiederum denken: „Ich pass ja auf“ und „Sowas passiert nur anderen und nicht mir“. Besonders gefährlich wird’s an den Gleisen, wenn Alkohol und Drogen im Spiel sind. Dann sinkt die Hemmschwelle. „Nüchtern hätte man die Gleise aber vielleicht nicht überquert“, sagt Ralf Ströher und stellt gleichzeitig klar: Bei vielen Unfällen stehen Betroffene weder unter Drogen noch sind sie betrunken. Grundproblem ist eine falsche Einschätzung der Gefahren.

Um vor allem Kinder und Jugendliche über diese aufzuklären, schaut die Bundespolizei regelmäßig in Schulen vorbei. „Wir wollen klarmachen: Gleise sind kein Abenteuerspielplatz – man begibt sich in Lebensgefahr.“ Passiert doch etwas, ist das „auch für die Polizisten heftig – besonders, wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind.“ Ralf Ströher rät deshalb: Gleise niemals an Stellen überqueren, wo es nicht vorgesehen ist, oder am Bahnhof von Bahnsteig zu Bahnsteig über die Gleise laufen.

Von Julia Oppenländer

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare