Hitze und Hektik: So gelingt der Stressabbau für Großstädter

Autor und Schwimmbadfan Georg Magirius

Stille im Schwimmbad? Gerade bei sommerlichen Temperaturen tummeln sich viele Menschen auf kleinstem Raum. Buchautor und Theologe Georg Magirius erklärt, wie man in der Großstadt trotzdem zur Ruhe kommt. Von Rebekka Farnbacher

Region Rhein-Main – Das Silobad in Höchst ist der ideale Ort, um innere Ruhe zu finden. Das behauptet der Frankfurter Theologe und Autor Georg Magirius in seinem neuen Buch „Stille erfahren“, das jüngst erschienen ist. Im EXTRA TIPP erklärt er, wie ihm das gelingt und gibt Tipps, wie man im Alltag trotz Trubel entspannen kann.

Stille muss nicht kein Lärm heißen

„Stille Momente bedeuten für mich, zufrieden und ganz bei mir zu sein. Deshalb brauche ich nicht unbedingt einen Ort, wo kein Lärm ist“, sagt Magirius. Er selbst kann hervorragend im Freibad abschalten – selbst wenn es im Sommer brechend voll ist. „Es gibt in jedem Schwimmbad Orte, an denen keiner liegt.“ In seinem Lieblingsbad in Höchst ist das am Beachvolleyballfeld, wo in der Hitze sowieso niemand spielt. Aber insbesondere der Gegensatz zwischen vielen Menschen und gleichzeitiger Ruhe begeistert den Theologen. „Tauchen Sie im vollen Becken einfach mal einen Moment unter Wasser: Alle Stimmen sind gedämpft und die Bewegungen der Menschen muten an wie ein Unterwasserballett.“ Für Magirius eine fast traumartige Situation: „Man befindet sich für einige Sekunden in einer völlig anderen Welt.“

Gegen den Trend verhalten

Für Magirius resultiert Stress aus dem Alltagstrott und daraus, dass man sich von der Hektik mitreißen lässt, ohne auf sein eigenes Tempo zu achten. „Gehen Sie doch einfach mal bewusst langsam über die Zeil. Oder setzen Sie sich in eine Grünanlage, um die herum reger Verkehr herrscht, auf eine Bank und beobachten das Drumherum.“ Für ihn ein beruhigendes Gefühl, sich nicht fremdgesteuert zu fühlen: „Alle fahren und ich ruhe.“ Auch bei Freizeitaktivitäten lässt es sich gut gegen die Massen verhalten. Sein Tipp: „Gehen Sie an typischen Freibadtagen ins Hallenbad! Oder nehmen Sie eine Bahn später, wenn viele Menschen ungeduldig am Gleis warten. Wenn ich mich nicht hetze, komme ich entspannter an.“

Andere Perspektiven schaffen

Ähnlich wie beim Untertauchen im Schwimmbadbecken empfiehlt Magirius, während man unterwegs ist, öfter mal die Perspektive zu verändern. Das funktioniere besonders gut an Orten, die erhöht liegen. „Fahren Sie mit dem Aufzug hinaus auf eine Hochhaus-Dachterrasse oder beobachten die Welt unter sich von einer Brücke aus.“ Dadurch entrückt man dem hektischen Getümmel. Und wenn man dabei auf einen Fluss blickt, wirkt das dahinfließende Wasser beruhigend.

Durch den Wald spazieren

„Ich biete sehr gerne Gruppentouren durch den Wald an. Das wirkt wie eine Reinigung“, sagt der Theologe. Unabhängig von der guten Luft und dem Schatten der Pflanzen ist es wiederum die Klangkulisse, die entspannen lässt. „Da sind zwar Geräusche, aber sie fordern mich nicht, wie zum Beispiel das Telefonklingeln im Büro, das sagt: ‚Du musst rangehen‘.“ Zudem haben Moos, Büsche und Bäume die Eigenschaft, Schall zu dämpfen und dadurch das Umfeld geheimnisvoll wirken zu lassen.

Auf das, was man tut, konzentrieren

Für Magirius ist es wichtig, sich Dinge zu suchen, die einem gut tun und sich dann auch darauf zu konzentrieren und begeistern zu lassen. „Es ist ein tolles Gefühl, sich in ein Buch oder auch in die Arbeit zu vertiefen. Dabei sollte man sich vom Drumherum nicht ablenken lassen.“ Zum Beispiel beschäftige man sich beim Fernsehen oft nebenbei noch mit anderen Dingen. Magirius schlägt vor, einfach öfter ins Kino zu gehen.

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