Hausenerin kämpft für mehr Ruhe und wird immer wieder vertröstet

Hickhack um U-Bahn-Lärm

Gabriele Liermann ist entnervt. Alle zehn Minuten fahren an ihrer Wohnung in Hausen U-Bahnen entlang und machen insbesondere an trockenen Tagen in der Kurve unerträglichen Lärm. Foto: ans

Gabriele Liermann hat die Nase voll. Seit drei Jahren versucht die Hausenerin, etwas gegen das unerträgliche Schienenkreischen in ihrer Straße zu unternehmen. Von VGF wird sie jedoch immer wieder vertröstet. Von Anna Scholze

Frankfurt – Alle zehn Minuten fahren an Gabriele Liermanns Wohnung im Stadtteil Hausen die U-Bahnen vorbei. Genauso häufig hört sie das unangenehme Geräusch, das sie als Schienenkreischen bezeichnet. Das entsteht immer dann, wenn die U6 an trockenen Tagen um die enge Kurve schräg gegenüber von Liermanns Wohnung rast. Dann reibt das Metall der Räder auf dem der Gleise – und erzeugt einen unerträglichen Lärm. An einen gemütlichen Plausch im Sommer auf der Terasse ist kaum zu denken. „Man muss sein Gespräch unterbrechen, wenn die U-Bahnen vorbeifahren“, sagt die Krankenschwester.

Nicht nur Gabriele Liermann ist mit den Nerven am Ende. Auch Marlis Dzuiba Walther und ihr Mann Lothar, die in einem der Nachbarhäuser wohen, leiden unter dem ständigen Lärm. „Wir schlafen im Sommer nur mit geschlossenem Fenster“, sagt Marlis Dzuiba Walther. Das Ehepaar wendet sich bereits 2006 an den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Doch nichts passiert. „Das geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus“, sagt Lothar Walther.

Im Jahr 2015 verschlimmert sich die Situation: Ein Austausch der Schienen sorgt dafür, dass die U-Bahnen nicht nur schneller, sondern auch mit einem noch lauteren Geräuschpegel um die Kurve fahren. In ihrer Verzweiflung wendet sich Gabriele Liermann 2016 an die Stadt Frankfurt. Doch die verweist an das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt. Denn hier sitzt die Aufsichtsbehörde der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF). Die teilt daraufhin in einem Schreiben mit, dass von der Kurve gegenüber Liermanns Wohnung überhaupt kein Lärm ausgehe. Allerdings komme es an den Abbiegungen einige Meter weiter vorne an der Haltestelle „Am Industriehof“ zum sogenannten Schienenkreischen. Im Oktober 2016 lässt die VGF in dem Bereich zwar tatsächlich sogenannte Schienenbenetzungsanlagen einbauen. Doch Liermann bringt das nichts: „Den Lärm an der Abbiegung ,Am Industriehof‘ höre ich hier hinten doch gar nicht. Mir geht es um das Kreischen vor meiner Haustür.“ Immer wieder versucht die Hausenerin, dem Regierungspräsidium diese Problematik zu erklären. Ohne Erfolg.

Zuletzt verschickt sie im Sommer im Auftrag von Marlis Dzuiba Walther und ihrem Mann Lothar per Mail einen Beschwerdebrief an das Verkehrsdezernat der Stadt, den auch andere Anwohner, die „Am Hohen Weg“ leben, unterschreiben. Da die Hausner keine Antwort erhalten, verschickt Gabriele Liermann den Brief erneut. In der Antwort heißt es schließlich, die Schienenbenetzungsanlage „Am Industriehof“ sei in Betrieb. „Das ärgert mich bis heute“, sagt Liermann.

Auch als der EXTRA TIPP Regierungspräsidium und VGF um Stellungnahme bittet, geht es munter hin und her. Es dauert mehrere Tage, um überhaupt zu klären, wie viele Schienenbenetzungsanlagen eingebaut wurden, wo diese sich befinden und seit wann sie in Betrieb sind. Laut RP-Sprecher Christoph Süß gebe es tatsächlich eine Benetzungsanlage in der Nähe von Liermanns Wohnung. Die Anlage soll, laut Süß, seit mehreren Jahren eingeschaltet sein. Ein Sprecher der VGF meldet in dieser Woche, die Anlagen würden mindestens monatlich überprüft, auch die in Hausen. „Störungen wurden auch im Dezember nicht festgestellt, sie sind einsatzbereit.“

Eine Verbesserung, von der die Frankfurterin bisher allerdings noch nichts mitbekommen hat.

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