Halbherziger Kompromiss

Von Christian Reinartz

Mit echter Barrierefreiheit ist es an den Bushaltestellen in Rhein-Main nicht weit her. Das zeigt das aktuelle Problem mit den Hohlkehlen-Bordsteinen. Denn anstatt beim Umbau auf eine echte Lösung zu setzen, wird ein halbherziger Kompromiss eingegangen.

Sicher wäre es auch möglich gewesen, mittelfristig nur noch Busse einzusetzen, deren Türen sich nach innen öffnen. Die Einbuchtung samt Spalt wäre so gar nicht nötig. Stattdessen könnten die Busfahrer direkt an den Bordstein heranfahren. Trotzdem hat man sich dazu entschieden, die Lücke in Kauf zu nehmen und rät den Gehbehinderten, jedes mal die Rampe beim Busfahrer anzufordern. Der Ratschlag ist gut gemeint, geht aber an der Realität vorbei. Denn im hektischen Berufsverkehr scheuen sich viele Senioren und Behinderte schlichtweg, den Betrieb für ein paar Minuten aufzuhalten – und riskieren es, stecken zu bleiben. Das hätte man auch vorher wissen können. Doch jetzt ist das Problem wortwörtlich in Stein gemeißelt.

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