Gerade zerreißt’s Westeuropa

Von Axel Grysczyk

Von einer besinnlichen Weihnachtszeit sind wir derzeit in Westeuropa weit entfernt. Es droht eine Zerreißprobe. Die Schicht der Abgehängten in vielen Ländern sieht keinen Ausweg mehr. Und ihr Protest wird lauter.

In Frankreich gehen die „Gelbwesten“ auf die Straße und randalieren sich den Frust von der Seele. Sie monieren, dass ihr Verdienst nicht mehr zum Leben reicht. Steuern und Abgaben werden immer mehr, das erdrückt sie. Entzündet hat sich ihr Protest an stets neuen Abgaben auf Benzin.

In Großbritannien hat sich das Land daran entzweit, ob es besser ist, die Wirtschaft mit der europäischen zu harmonisieren oder komplett einen eigenen Weg zu gehen. Die zunächst große Zustimmung für den eigenen Weg beruhte auf der Hoffnung, dass es den Geringverdienern besser gehen wird. Nun, wo das Land lang genug in den Abgrund geschaut hat, wird klar, dass sie doch nicht springen wollen.

Es gibt auch Parallelen nach Deutschland. Denn vordergründig sind die politischen Ränder durch viele offene Fragen bei der Migration gestärkt worden. Doch letztendlich geht es im Kern darum, dass sich auch in Deutschland viele Landstriche abgehängt fühlen.

Südeuropäische Staaten sind schon weiter. In Spanien, Italien und Griechenland ist die Spaltung schon vollzogen. Es gibt genug Gruppen und Schichten, die komplett abgehängt sind, unter anderem Arbeiter oder junge Leute, die auf den Arbeitsmarkt strömen. Hier droht keine Zerreißprobe mehr, diese Länder sind schon zerrissen. Es gibt nicht zu wenig Reichtum auf der Welt, er ist nur schlecht verteilt. Dies gilt es, besser zu machen. Dann wird’s auch wieder besinnlich.

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