Ablenkung von der Horror-Welt

Good-News-App: Frankfurter verschicken Freude

Julia Schlecker-von Kelterborn und ihr Mann Mario von Kelterborn.
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Julia Schlecker-von Kelterborn und ihr Mann Mario von Kelterborn.
  • Janine Drusche
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Frankfurt – Krieg, Unfälle, Umweltkatastrophen, Trump regiert die USA: Zu viele Schreckensnachrichten, findet das Ehepaar Kelterborn. Deshalb haben die Frankfurter die App „Good News“ kreiert: Um per Nachricht Sonne in die Herzen zu bringen. Von Janine Drusche

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„Wir haben irgendwann festgestellt, dass man am Morgen nach dem Aufstehen immer nur schlechte Nachrichten zu lesen bekommt“, sagt Julia Schlecker-von Kelterborn. Der Tag habe mit dem Blick aufs Handy sofort mit Krieg und Katastrophen angefangen. Zusammen mit ihrem Mann beschließt sie, das zu ändern – und zwar nicht nur für sich selbst. „Vor etwa einem Jahr haben wir uns vorgenommen, den Tag fröhlicher beginnen zu lassen. Und zwar über Nachrichten, die täglich per App aufs Handy kommen“, erinnert sich Mario von Kelterborn an die Geburt der Idee zur Good-News-App. Und die gibt es jetzt seit Februar kostenlos herunterzuladen.

2000 Abonnenten haben die beiden schon, die sich nun jeden Tag über vier schöne, nette, erfreuliche oder auch skurril-witzige Nachrichten und einen tollen Fakt freuen dürfen. Drei bis vier Stunden arbeiten die Kommunikationsexpertin und der Unternehmer täglich an den Nachrichten, etwa zehn Software-Firmen stehen hinter dem Herzensprojekt des Frankfurter Ehepaares. „Geld wollen wir damit nicht verdienen, auch wenn die App viel gekostet hat“, sagt Mario von Kelterborn: „Sie ist eher eine riesengroße Spende fürs Wohlfühlen der Leute.“

„Es geht uns viel mehr darum, die Menschen zu erreichen“, freut sich seine Frau. Deshalb schreibt das Paar seine Nachrichten auch selbst. „Die News laufen bei uns nicht automatisch ein. Sie sind handgemacht und das fühlen unsere Leser, glaube ich, auch“, sagt die 46-Jährige. Die App, deren Logo einen Hund zeigt, der gute Nachrichten erschnüffelt, lebe von der Menschlichkeit. „Wir wollen die Welt nicht besser darstellen, als sie ist. Wir sind auch in keinster Weise naiv, aber wir wollen eben nicht nur auf das Schlechte schauen“, sagt Mario von Kelterborn.

Katzenklo für Menschen mit Blumen drauf

Eine der liebsten Nachrichten Julia Schlecker-von Kelterborns ist die über eine Bibliothek der Dinge in Tel-Aviv: „Da kann man sich Alltagsgegenstände wie einen Föhn oder eine Bohrmaschine ausleihen. Das ist doch mal eine wirklich nette Geschichte.“ Ihr Mann Mario mag die Geschichte von einer öffentlichen Toilette in Paris: „Die haben da quasi ein Katzenklo für Menschen mit Blumen drauf aufgestellt“, erzählt der 47-Jährige.

Etwa eine Minute dauert es, eine Good News zu lesen. „Wir wollen die großen Medien nicht ersetzen, sondern ein Zusatz sein, der Spaß macht“, sagt Julia Schlecker-von Kelterborn. „Es geht darum, die Dinge ins rechte Licht rücken, zu zeigen, dass es immer zwei Seiten einer Nachricht gibt. Dresden zum Beispiel ist noch lange kein brauner Sumpf, nur weil da ein paar Rechte auf die Straße gehen“, sagt ihr Mann. 

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