Fledermäusen ein Zuhause bieten

Petra Gatz vom Nabu Hessen. Foto: Nabu Hessen/ nh

Immer weniger Nistplätze, kaum noch etwas zu fressen: Fledermäuse haben es zunehmend schwer. Deshalb erklärt Petra Gatz vom Naturschutzbund Hessen, wie Häuser fledermausfreundlich gestaltet werden können. Von Anna Scholze

Region Rhein-Main – Wenn es abends dunkel wird, schwärmen die Fledermäuse aus. Bevor es Morgen wird, kehren sie von ihrer Futtersuche zurück in ihre Behausung. Ein Zuhause zu finden, wird für die Säugetiere auch in den Städten der Region immer schwieriger. „Fledermäuse bauen sich ihr Quartier nicht selbst, sondern sind sogenannte Spaltenbewohner“, sagt Petra Gatz vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen. Das bedeutet, sie suchen sich Löcher in Gebäuden, um dort zu schlafen. Doch da bei einem Neubau oder einer Renovierung jegliche Lücke geschlossen wird, stehen die Tiere meist vor verschlossener Tür. Außerdem wird für sie die Futtersuche zunehmend problematisch. Petra Gatz gibt deshalb im EXTRA TIPP fünf Tipps, wie Eigentümer ihr Haus fledermausfreundlich gestalten können.

1. Ein Quartier in die Mauer einbauen

Wer ein Haus baut, kann in den Putz Bauelemente einarbeiten, die in der Fassade kleine Spalten für ein Fledermaus-Zuhause lassen. „Es muss sich dabei niemand Sorgen machen, dass das Einfluss auf die Energiebilanz des Hauses hat“, sagt Petra Gatz. Denn die Elemente hinterließen lediglich eine minimale Lücke in der Außenhülle eines Gebäudes. Für Arten wie die Zwergfledermaus reicht das aus. „Sie passt mit angezogenen Flügeln problemlos in eine Streichholzschachtel“, sagt Petra Gatz.

2. Ein Türchen im Dach öffnen

Hauseigentümer können außerdem zwischen Ziegeln kleine Lücken lassen. Die Kobolde der Nacht können so hineinschlüpfen und auf dem Dachboden schlummern. „Die Besitzer können dabei selbst entscheiden, wie viel Platz sie ihnen einräumen wollen“, sagt Petra Gatz. Denn etwa mit einer Pressspanplatte lasse sich die Fledermausbehausung gut vom übrigen Teil des Dachbodens abtrennen. Eine weitere Möglichkeit ist es auch dort ein Bauelement einzulassen und den Tieren so ein Türchen zu öffnen.

3. Einen Fledermauskasten am Haus anbringen

Neben dem Dachboden und Spalten im Putz eignen sich auch Kästen als Behausung. Diese können laut Petra Gatz entweder im Internet bestellt oder selbst gebaut werden. „Gut sind solche aus Holzbeton“, sagt die Fledermaus-Expertin. Die Tiere können sich dort gut festhalten und seien vor Zugluft geschützt. Die Kästen werden zum Beispiel an der Hauswand angebracht.

4. Einen fledermausfreundlichen Garten anlegen

Fledermäuse leiden unter dem Insektensterben. „Es wird für sie immer schwieriger, Futter zu finden“, sagt Petra Gatz. Deshalb sei es gut, Blumen oder Kräuter anzupflanzen, die zum Beispiel Schmetterlinge anlocken. „Dazu gehören etwa Nachtkerzen, Schnittlauch oder Rosmarin“, sagt die Fledermaus-Expertin weiter. Allerdings müssten Letztere erst zum Blühen gebracht werden,

damit sie Insekten anlocken.

5. Häuser nicht anstrahlen

„Viele Leute strahlen ihre Häuser nachts in den verschiedensten Farben an“, sagt Petra Gatz. Die Lichterflut bringe jedoch den Biorhythmus der Fledermäuse durcheinander. Denn sie orientierten sich an der Dämmerung. Wenn ein Haus jedoch künstlich beleuchtet wird, können die Tiere nicht unterscheiden, ob nun Tag oder Nacht ist.

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