Fitness-Boom im Januar: So bleiben Anfänger am Ball

Derzeit ist das ein vertrautes Bild in Sportstudios der Region: Alle Fitnessräder sind besetzt. Foto: Wavebreakmedia Ltd/ panthermedia.net

Keine Laufbänder frei, die Crosstrainer belegt und die gewünschten Hanteln werden schon von jemand anderem gestemmt. Die Sportstudios sind derzeit proppenvoll. Doch in ein paar Wochen werden viele zum passiven Mitglied. Von Oliver Haas

Sportexperten aus der Region sagen, wie Anfänger das verhindern können.

Region Rhein-Main – Fast elf Millionen Deutsche sind laut dem Arbeitgeberverband Fitness- und Gesundheit-Anlagen in Sportstudios unter Vertrag. Vor allem im Januar stapeln sich die Vertragsabschlüsse in den Trainerbüros. Die Folge: Die Studioräume platzen aus allen Nähten. Spätestens im März wird´s übersichtlicher. Zissis Petkanas, sportlicher Leiter von der TG Bornheim, sieht vor allem den fehlenden Spaß am Training als Grund dafür, dass viele nach ein paar Wochen wieder aufhören. „Man sollte nicht zwingend immer das trainieren, was überall empfohlen wird, sondern vor allem das, was einem Spaß macht.“ Anfänger sollten nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn ein Ziel nicht gleich erreicht wird. Deshalb gilt: „Jeder sollte sich realistische Ziele setzen, sonst ist der Frust schnell zu groß“, sagt Petkanas.

Das sieht auch Coach Harry Kakas vom Fitnesspark in Offenbach so. „Wenn die Ziele zu hoch sind, fallen viele schnell in alte Gewohnheiten zurück.“ Es sei unrealistisch, wenn man in zwei Wochen gesund 15 Kilo abnehmen wolle, sagt der Sport- und Gesundheitsexperte. Außerdem sei sogenanntes Übertraining oft Schuld daran, wenn die Sporthose nach spätestens sechs Wochen im Schrank bleibt: „Wenn ich sofort voll einsteige, geht die Leistungskurve durch den Kompensationseffekt schnell nach oben. Das klappt dann auch zwei, drei Wochen lang. Die Gefahr ist aber, dass die schwachen Glieder im Körper, wie Knorpel, Sehnen und Bänder, mit diesem Tempo nicht mitkommen.“ Im schlimmsten Fall führe es zu Verletzungen, wenn mit den Gewichten übertrieben oder viel zu schnell trainiert wird.

Außerdem spielen laut Kakas die Hormone eine große Rolle, wenn das Training abgebrochen wird. „Wenn ich meinen Körper mit Krafttraining zu sehr unter Stress setze, meldet sich die Nebennierenrinde und schüttet zu viel Kortisol aus.“ Dadurch werde die Fettverbrennung gestoppt und der Körper gerät extrem in Stress. „Dann bremsen dich die Hormone aus. Das ist so eine Art Mini-Burnout im Sport. Und dann bleibt man eben zu Hause und trainiert nicht mehr.“ Kakas rät zudem zu Psychotricks, um das zu verhindern „Es hilft, sich seine Ziele in der Wohnung schriftlich festzuhalten. Am Kühlschrank, an der Tür: Hauptsache sichtbar. Wenn ich das nur im Kopf behalte, bringt das auf Dauer nichts!“ Außerdem sollte die Sporttasche stets frisch gepackt vor der Tür oder im Auto stehen. Gefordert seien aber nicht nur die Mitglieder, sondern auch das Sportstudio beziehungsweise die Trainer. Petkanas: „Die müssen dafür sorgen, dass der Trainingsplan abwechslungsreich ist und Spaß macht.“ Auch Kakas rät Anfängern zu Miniplänen für vier bis sechs Wochen, die dann vom Trainer regelmäßig neu ausgearbeitet werden sollten.

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