Meteorologe zieht Bilanz

Martin „Wetter“ Gudd: 2016 war deutlich zu warm!

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Wetterexperte Martin Gudd

Region Rhein-Main - Wöchentlich gibt FFH-Wetterexperte Martin Gudd im EXTRA TIPP einen Ausblick auf das Wetter. Im Interview zieht er Bilanz für das Jahr 2016 - und verrät, ob der Winter doch noch mit eisigen Temperaturen aufwartet. Von Axel Grysczyk

Häufig heißt es: Das war der wärmste Monat seit Wetteraufzeichnung, die wärmste Jahreszeit, manchmal sogar das wärmste Jahr. Wie warm war 2016?

Eindeutig: Viel zu warm. Weltweit gesehen gab es vor allem in den tropischen Gefilden und in Mittel- und Fernost immer wieder neue Hitzerekorde, zum Beispiel in Indien oder Thailand. Besonders krass war es außerdem im Nordpolargebiet. Auch in unserer Heimat war es deutlich zu warm – auch wenn hier viele ein anderes Gefühl hatten. Doch die Messdaten sind unbestechlich. Fast jeder Monat war zu warm, und vor allem der Spätsommer im September setzte neue Maßstäbe in Sachen Hitze.

I m Juni gab es zum Teil heftige Niederschläge mit Überschwemmungen. Werden solche Wetterereignisse auch in unserer Region zunehmen?

Davon kann man ausgehen. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass es nicht unbedingt die Gewitter und Unwetter sind, die häufiger werden. Denn hier ist vieles hausgemacht. Heutzutage sind im Vergleich zu früher ja viel mehr Dinge vorhanden, die beschädigt und zerstört werden können. Es gibt viel mehr Gebäude, Keller, Straßen, Wege und Schienen, die bei starken Niederschlägen überschwemmt werden können. Gewitter und Unwetter sind daher heutzutage von vornherein viel schadensträchtiger als früher – auch wenn sie selbst nicht stärker geworden sind.

Rekord-Hitze: Deutschland schmilzt - und geht baden

Die Sonne brennt. Am Freitag schwitzte ganz Deutschland. Am Samstag könnte der bisherige deutsche Temperaturrekord von 40,2 Grad geknackt werden. © dpa
Die Sonne brennt. Am Freitag schwitzte ganz Deutschland. Am Samstag könnte der bisherige deutsche Temperaturrekord von 40,2 Grad geknackt werden. © dpa
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Die Sonne brennt. Am Freitag schwitzte ganz Deutschland. Am Samstag könnte der bisherige deutsche Temperaturrekord von 40,2 Grad geknackt werden. © dpa

Was macht das Wetter in den vergangenen Jahren so besonders?

Auffallend ist das immer häufigere Auftreten von Wärme- und Hitzewellen. Wir hatten in den letzten Jahren oft jährlich so viele Hitzewellen wie früher in einem ganzen Jahrzehnt. Außerdem ist die Zeitspanne viel länger geworden, in der es warmes Wetter gibt. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Erwartungshaltung. Wenn es im Sommer nicht jeden Tag 25 oder 30 Grad hat, dann schimpfen wir. Früher hingegen gab es im Schnitt sieben Tage pro Monat über 25 Grad und zwei Tage pro Monat über 30 Grad. Der Rest war kühler. Sowas würde man heute überhaupt nicht mehr akzeptieren. Oder: Ein März ohne 20-Grad-Wetter, das war früher absolut normal. Heute ginge das gar nicht. Da sieht man, wie wir das Unnormale in Teilen bereits als normal ansehen.

Auch die Winter werden wärmer. Wie kalt müsste ein Januar werden, damit es noch ein normaler Winter wird?

Er müsste zwei bis drei Grad im Schnitt zu kalt werden. Danach sieht es aber nicht aus. Denn Kennzeichen dieses Frühwinters bisher war ja ein oft tagelang andauerndes Nebel-Sonne-Gemisch mit leichten Plusgraden am Tage und leichtem Frost in der Nacht – nur kurz unterbrochen vom Weihnachtstauwetter. Und weil eine Änderung dieser sehr stabilen Großwetterlage nicht zu erwarten ist, dürfte auch der Januar da in Sachen Kälte vorerst nichts reißen.

Auf die Dürre folgt die Sintflut: Unwetter-Bilder aus Deutschland

Ein PKW wurde in Göttingen aus den Fluten der Seidel geborgen. © dpa
200 Flüchtlinge mussten aus einer Unterkunft in Große Schneen evakuiert werden. © dpa
Dunkle Gewitterwolken ziehen über den Landkreis Oder-Spree. © dpa
Der Fluss Leine im Landkreis Göttingen überflutete zahlreiche Straßen. © dpa
Eine Straße in Reiffenhausen wurde überschwemmt. © dpa
In der Gemeinde Frieland war wegen Strohballen, Ästen und Schlamm der Verkehr behindert. © dpa
Nach schweren Regenfällen stürzte diese alte Mauer in Quedlinburg ein. © dpa
Die Feuerwehr pumpt in Recklinghausen den Eingang einer Sporthalle aus. © dpa
Ein umgeknickter Strommast in Thüringen zeugt von der Wucht des Unwetters. © dpa

Gibt es irgendeine Region auf der Welt, die von der Klimaveränderung nicht betroffen ist?

Eigentlich nicht, denn die Erwärmung, die wir hier salopp gesagt als „Klimaveränderung“ begrifflich verwenden – was nicht ganz richtig ist, denn eigentlich ist es ja eine Klimaerwärmung –, überzieht alle Regionen dieser Welt. Es gibt nur Gegenden, die weniger betroffen sind als andere. Unsere Heimat in den gemäßigten Breiten kommt da wahrscheinlich im Vergleich noch mit am besten weg. Das ist übrigens auch mit ein Grund dafür, warum einige unverbesserliche sogenannte Klimaskeptiker weiter behaupten, die Klimaerwärmung gäbe es nicht oder sie sei nicht so schlimm. Aber es ist einfach nur so: Diese Typen haben schlicht und ergreifend keine Ahnung!

Für Sie ganz persönlich: Gibt es für Sie in Ihrem Leben einen positiven Effekt aufgrund des wärmeren Wetters?

Naja, es reizt schon, sich nach der kalten Jahreszeit möglichst früh wieder raus in die Sonne setzen zu können, und das schon Ende Februar oder im März – statt wie früher bis Ende April zu warten. Aber offen gesagt: Wenn der Winter ganz verschwinden würde, wäre das niemandem recht, auch nicht mir.

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Genug Schnee: Am Feldberg startet die Skisaison

Ein Pistenbully ist auf dem Feldberg im Schwarzwald unterwegs. Am Wochenende beginnt hier die Skisaison. Foto: Patrick Seeger
Ein Pistenbully ist auf dem Feldberg im Schwarzwald unterwegs. Am Wochenende beginnt hier die Skisaison. Foto: Patrick Seeger © Patrick Seeger
Wie im Januar: Die Wasserkuppe ist tief verschneit. In verschiedenen Regionen Hessens sorgte der Wintereinbruch für gesperrte Straßen. Foto: Rhön Tourismus
Wie im Januar: Die Wasserkuppe ist tief verschneit. In verschiedenen Regionen Hessens sorgte der Wintereinbruch für gesperrte Straßen. Foto: Rhön Tourismus © Rhön Tourismus
Es kann losgehen: Ein Skilift auf dem Feldberg im Schwarzwald. Foto: Patrick Seeger
Es kann losgehen: Ein Skilift auf dem Feldberg im Schwarzwald. Foto: Patrick Seeger © Patrick Seeger
Dichte Wolken ziehen bei Buching über die schon mit Schnee bedeckten Alpen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Dichte Wolken ziehen bei Buching über die schon mit Schnee bedeckten Alpen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand © Karl-Josef Hildenbrand
Für den Winter gerüstet: Mitarbeiter einer Autobahnmeisterei in Krogaspe (Schleswig-Holstein). Foto: Carsten Rehder
Für den Winter gerüstet: Mitarbeiter einer Autobahnmeisterei in Krogaspe (Schleswig-Holstein). Foto: Carsten Rehder © Carsten Rehder

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