Neuer Verein macht’s möglich: Dieburger „Traffic Jam“ kehrt 2019 zurück

Festival kommt wieder

Es darf wieder abgerockt werden: 2019 sollen auf dem Festivalgelände der Fahrschule Völker wieder viele Festival-Fans abrocken. Foto: jd

Dieburgs größte Musikveranstaltung ist gerettet: Nach der Insolvenz des Vereins „Schallkultur“ und der Absage des Festivals in diesem Jahr kehrt das „Traffic Jam“ 2019 zurück. Von Jens Dörr

Dieburg – Am 19. und 20. Juli 2019 dürften dank des neuen Vereins „SchallMagnet“ sowie der Fahrschule Völker, die ihren Verkehrsübungsplatz auch dem neuen Veranstalter als Festivalgelände zur Verfügung stellt, wieder tausende Fans der härteren Genres im „geilsten Stau der Welt“ stehen.

Rund 50 Mitglieder hat der Dieburger Verein „SchallMagnet“ in den ersten Monaten seit seiner Gründung gewonnen – alte Bekannte aus „Schallkultur“ ebenso wie viele neue Gesichter. Auch dem siebenköpfigen Vorstand stehen überwiegend Personen aus Dieburg und der Umgebung vor, die neu an der Spitze des Festivals sind. Die Führung haben Philip Major, André Wetzel, Oliver Oehmke, Louis Löffelbein, Jan Petto, Simon Varelmann und Sarah Varelmann übernommen.

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Jüngst kamen rund zwei Dutzend Leute zur Mitgliederversammlung, bei der aber keine Neuwahlen anstanden. Stattdessen teilte der Vorstand noch einmal offiziell mit, was kurz zuvor schon die Runde gemacht hatte: Nach mehrmonatiger, reichlicher Vorarbeit des Vorstands hinter den Kulissen gibt es im kommenden Jahr eine Neuauflage des „Traffic Jam“. Mehr noch: „Wir sind schon mittendrin in den Vorbereitungen“, sagt Philip Major. „Ingrid Völker stellt uns den Platz wie schon seit 20 Jahren gratis zur Verfügung. Wir haben das Gespräch mit den Anwohnern am Bauhof gesucht, sind dabei von Unternehmen wie Privatleuten fast nur in unserem Vorhaben bestärkt worden.“ Auch die Suche nach Sponsoren laufe jetzt an; bei der Suche nach guten wie bezahlbaren Bands geht in Thomas Hammermann jener Booker (mit Unterstützung) in die Spur, der diese zentrale Aufgabe auch beim Vorgängerverein schon innehatte.

„Für uns war es auch wichtig, dass von der Stadt ein positives Feedback kam“, betont Wetzel. „Wir haben seitens des Bürgermeisters und des Kulturamts Unterstützung gespürt.“ Auch mit derlei Rückenwind wolle man nun eine „Evolution, keine Revolution“ anstoßen, wie Oliver Oehmke hinzufügt. Vom Grundsatz her bleibe vieles beim Alten: Eine Bühne sowie Essens-, Getränke- und Merchandising-Stände auf dem Festivalgelände, daneben der Campingplatz und die zweitägige Dauer. Auch stilistisch solle das Festival den bisherigen ähneln: „Das Stammpublikum erwartet schon die ein oder andere Hardcore-Band“, sagt Major. Trotzdem wolle man auch etwas weg von der ganz harten Gangart, um für weitere Zielgruppen interessant zu sein. Vor allem aber hat sich „SchallMagnet“ vorgenommen, eine stärkere Brücke zur Dieburger Bevölkerung zu bauen. „Bislang wurde das Festival von manchen eher als Fremdkörper angesehen“, sagt Major. „Wir wollen es für alle Dieburger öffnen.“ Dieser Ansatz werde im Detail noch ausgearbeitet und könne etwa vorsehen, am Festival-Samstag das Areal ein paar Stunden lang für jeden gratis zu öffnen und dann auch ein anderes Programm – etwa angepasst auf Familien mit Kindern – anzubieten. Zudem möchte „SchallMagnet“ nicht „nur“ einmal im Jahr mit zwei Tagen „Traffic Jam“ in Erscheinung treten, sondern auch darüber hinaus Akzente in der kulturellen Jugendarbeit für Dieburg sowie der Integration setzen. Wichtige Eckdaten zum „Traffic Jam 2019“ (Tickets, Bands) werden in den nächsten Wochen und Monaten ausgearbeitet.

Wer „SchallMagnet“ unterstützen will – zum Beispiel als passives Mitglied mit zwei Euro Monatsbeitrag – als Sponsor oder als Helfer vor oder während des Festivals, kann sich schon jetzt mit dem Verein in Verbindung setzen. Weitere Informationen gibt es online auf der Website schallmagnet.de.

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