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Getötete Susanna F. (†14): Verzweifelte Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

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Auf Facebook wandte sich die Mutter von Susanna F. schon lange vor dem Leichenfund an die Öffentlichkeit. 

Für die Mutter von Susanna F. (†14) wurde der größte Albtraum zur Realität: Ihre Tochter wurde vergewaltigt und getötet. Auf Facebook macht sie deutlich: Die Behörden haben sie im Stich gelassen. 

Mainz - Der Fall der getöteten Susanna F. in Wiesbaden erschüttert momentan ganz Deutschland. Sie war gerade einmal 14 Jahre alt, als sie vergewaltigt und getötet wurde. (+++ BREAKING 12.50 Uhr: Tatverdächtiger Ali Bashar im Nordirak fesgenommen +++). Zwei Wochen liegen zwischen dem Tag, an dem Susanna von einem Stadtbummel in Wiesbaden nicht mehr nach Hause kam und dem Tag, an dem man ihre Leiche fand. Zwei Wochen, an dem die verzweifelte Mutter jeden Tag hoffte, ihre Tochter würde wieder nach Hause kommen - und wartete, bis die Beamten endlich eingreifen.

Susanna F. wurde tot aufgefunden - doch das, als sie schon über zwei Wochen als vermisst galt.

Wenn ein minderjähriges Kind als vermisst gilt, wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass eine "Gefahr für Leib oder Leben" besteht, so das Bundeskriminalamt. Bei Erwachsenen verhält sich das Gesetz in solchen Fällen anders, da diese ihren Aufenthaltsort frei bestimmen dürfen. Wird ein Kind unter 18 Jahren von den Eltern als vermisst gemeldet, sollten "unmittelbar nach Eingang der Vermisstenmeldung - teilweise groß angelegte - Suchmaßnahmen" eingeleitet werden. 

Mutter von Susanna F.: Sie fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen

Doch wieso dauerte es bei Susanna F. so lange, bis die Hunderschaften in Wiesbaden ausrückten um nach der 14-Jährigen zu suchen? Wieso musste ihre Leiche 15 Tage lang versteckt neben den Bahngleisen liegen? Diese Fragen sind in den sozialen Medien immer wieder zu lesen. Für Diana F., die Mutter der Toten, ist klar:Die Polizei hat viel zu spät gehandelt. Das zeigen die verzweifelten Beiträge auf ihrer Facebook-Seite.

In einem traurigem Post wendet sich die Mutter Diana F. noch einmal an ihre Tochter. 

Seit Susannas Verschwinden teilte die Mutter täglich - manchmal mehrmals - Artikel oder Fotos ihrer Tochter. In einem emotionalem Brief, den sie ihren "Engel" richtete, bat sie um ein Lebenszeichen. Sie schreibt: "Ich sterbe vor Sorge, dass dir das was Böses zugestoßen ist..." Ihre Hoffnung: Susanna ist noch irgendwo, sieht den Beitrag ihrer Mama und kommt nach Hause.

Fall von getöteter Susanna F.: Wieso war die Polizei so lange untätig?

Doch nach sechs Tagen des qualvollen Wartens, richtete sich Diana F. erneut an die Öffentlichkeit - diesmal an die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie nennt es ein "Hilferuf", da sie sich "vom deutschen Staat sowie von unserem Freund und Helfer (Polizei) im Stich gelassen" fühlt. In diesem Beitrag führt sie im Detail aus, wieso sie das Gefühl hat, die Polizei nehme ihren Fall nicht Ernst.

Ein Hilferuf an Angela Merkel: Diana F. fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen. 

Diana F.: Erst ein Rechtsanwalt verschafft ihre Gehör 

Laut Diana F. blieb die Polizei fünf Tage lang tatenlos. Erst nachdem die Familie einen Rechtsanwalt einschaltete, wurde die Ortung des Handys veranlasst. Auch auf eine öffentliche Fahndung nach der 14-Jährigen musste die Familie warten, so die Mutter. Die Hinweise der Mutter, dass Susannas letzten Whatsapp-Nachrichten nicht nach ihrer Tochter klangen wurden angeblich nicht groß beachtet: Die Beamten glaubten demnach, sie sei wirklich nach Paris abgehauen. Die Polizei in Wiesbaden war für eine Stellungnahme auf mehrfache Anfrage unserer Redaktion zu den Vorwürfen der Mutter nicht erreichbar.

"Such mich nicht" schrieb Susanna an ihre Mutter. Jetzt ist klar: Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits tot. 

Mutter von toter Susanna F.: Erschreckende Aussagen der Beamten

Die "teilweise groß angelegten Suchmaßnahmen" der Polizei blieben laut Diana F. zu lange aus. Erst vergangenen Mittwoch, also eine Woche nach Susannas Verschwinden wurde erstmals ein Polizeihubschrauber eingesetzt. (Wieso der Susanna nicht finden konnte, erfahren Sie hier)  Die Beamten sollen der Mutter gesagt haben: "Jugendliche spielen eben gerne Streiche mit den Eltern." Bei Susannas Familie stoßen die Beamten damit auf viel Wut, Enttäuschung und Verständnislosigkeit. Schließlich sei ihre Tochter erst 14 Jahre alt und zuvor noch nie von Zuhause weggelaufen. 

Erst nach über einer Woche fingen die Beamten in Wiesbaden an mit einer Hundertschaft nach der vermissten Susanna F. zu suchen. 

RTL strahlt Interview mit Diana F. nicht aus - der Grund schockiert

Aus der Verzweiflung wandte sich die Familie an RTL. Der Sender sagte einem Interview zu, wollten es in dem Format "Guten Morgen Deutschland" zeigen. Das Gespräch sollte laut Diana F. am 31. Mai oder am 1. Juni ausgestrahlt werden. Doch dann ein weiterer Rückschlag für die Familie: Ein Anruf von RTL - "die Geschichte wäre nicht akut genug." Erneute Fassungslosigkeit: Wie kann ein 14-jähriges Mädchen, das seit zehn Tagen spurlos verschwunden ist, nicht akut genug sein?

Susannas Mörder verschwindet in den Irak - hätte das verhindert werden können?

Das Interview mit der Mutter wurde doch noch auf RTL ausgestrahlt: Aber erst an dem Tag, an dem eine weibliche Leiche gefunden wurde und die Polizei den dunklen Verdacht äußerte, es handele sich um die 14-jährige Susanna. Wohl wurde der Fall tragischerweise erst dann akut genug. 

Der 20-jährige Ali B., mutmaßlicher Mörder von Susanna, wird mit diesem Fahndungsfoto gesucht. 

Susannas mutmaßlicher Mörder flog am 2. Juni mit seiner Familie in den Irak. Ende Juni wurde bekannt, dass die Familie B. offenbar wieder nach Deutschland einreisen will. In den Kommentaren auf dem Facebook-Profil der Mutter sind sich alle einig: Hätte die Polizei den Fall der 14-jährigen Susanna F. von Beginn an anders behandelt, wäre der 20-jährige Ali B. vielleicht nicht schon aus Deutschland geflüchtet.

Fall von Susanna F.: Vieles ist noch unklar

Viele Details in dem Fall sind noch unklar. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag (hier alle wichtigen Erkenntnisse aus der PK) hieß es, zwei Männer seien tatverdächtig, Susanna gemeinschaftlich getötet und zuvor vergewaltigt zu haben. Doch einer dieser Männer ist im Irak, der andere wurde gestern wieder aus der Untersuchungshaft freigelassen. Wie sich alles weiter entwickelt, erfahren Sie in unserem News-Ticker

Natascha Berger

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