Fahrverbote sind ein Anfang

Von Axel Grysczyk

2019 soll das Jahr der Fahrverbote werden. In Hamburg dürfen in der Max-Brauer-Allee und in der Stresemannstraße schon keine älteren Diesel-Fahrzeuge mehr fahren. Das Ergebnis: Die Stickoxid-Werte sind 2018 nicht gesunken.

Für viele Hamburger zudem absurd: In zwei Straßen dürfen keine alten Diesel mehr fahren, aber dann kommen Kreuzfahrtschiffe und machen Station im Hafen. Der Nabu rechnet vor, dass ein Kreuzfahrtschiff pro Tag so viel CO2 ausstößt wie fast 84. 000 Autos, so viel Stickoxide wie etwa 421. 000, so viel Feinstaub wie etwa über eine Million und so viel Schwefeldioxid wie gut 376 Millionen Autos.

Dazu gibt es Zweifel, ob durch die Höhe des Stickoxid-Ausstoßes eine signifikante Gesundheits-Gefahr ausgeht. Es gibt Mediziner, die skeptisch sind. Wenn 40 Mikrogramm gefährlich wären, müsste man Küchen mit Gasherd schließen, weil da schnell 4000 Mikrogramm beim aufwendigeren Kochen zusammenkommen. Auch in Kirchen wäre es wegen der Kerzen gefährlich. Dazu gibt es Kritik, ob die Messstationen richtig aufgestellt sind. Sind also Diesel-Fahrverbote übertrieben?

Ja, das sind sie. Und trotzdem ist es richtig, Autos aus Innenstädten auszugrenzen. Neue Verkehrskonzepte müssen her. Es muss mehr in umweltschonende Antriebstechniken investiert werden. Wir haben keine Zeit mehr, eine Diskussion über falsch und richtig zu führen. Die westlichen Industriestaaten sind gezwungen, etwas zu tun. Deutschland kann stolz sein, wenn es damit anfängt.

Falsch und zudem hinterfotzig waren die Autokonzerne, die sich nie um die vorgeschriebenen Werte gekümmert und ihre Kunden beschissen haben.

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