Fahrkarten, Reisen, Konzerte: Das gilt für Onlinetickets

Doch was passiert, wenn das Smartphone streikt? Und welche Storno-Bedingungen gelten? Eine Juristin klärt auf. 

Papierticket passé: Heutzutage werden Fahrkarten, Reisevoucher und Flugtickets online gekauft und auf dem Handy vorgezeigt. Doch was passiert, wenn das Smartphone streikt? Und welche Storno-Bedingungen gelten? Eine Juristin klärt auf. 

Region Rhein-Main – Onlineshopping ist heutzutage genauso gewöhnlich wie der Umstand, ein gekauftes Ticket nur noch digital auf dem Handy zu haben. Aber was passiert, wenn das Handy spontan den Geist aufgibt? Und welche Storno-Bedingungen gelten für Reisen oder Veranstaltungen, die online gebucht werden? Die Frankfurter Rechtsanwältin Dr. Réka Eröss-Demmler gibt Auskunft.

1. Flugticket auf dem Handy, Akku leer

„Bei Flugreisen muss die Boarding Card, die man nach dem Check-in erhält, spätestens vor der Sicherheitskontrolle vorgezeigt werden. Der Barcode wird eingelesen. Nur so gelangt man überhaupt zur Sicherheitskontrolle“, sagt Eröss-Demmler. Wem aber das Handy, auf dem die Boarding-Card gespeichert ist, versagt, muss nicht verzagen. „Die Boarding Card kann am Check-in-Schalter, insbesondere bei Gepäckaufgabe, ausgedruckt werden.“ Dafür genügt in der Regel ein Ausweis oder Reisepass, da die Flugbuchung im System der Airline hinterlegt ist. Manche Fluggesellschaften erheben allerdings zusätzliche Gebühren für das Ausdrucken der Boarding Card. Da man außerdem mit Zeitverlust rechnen muss, empfiehlt die Juristin, die Bordkarte ausgedruckt mit auf die Reise zu nehmen.

2. Handy streikt bei der Fahrkartenkontrolle

„Auch für Bahnfahrten gilt, dass das Ticket bei einer Kontrolle vorgezeigt werden muss. Im Zug hat man jedoch in der Regel keine Möglichkeit, das Ticket auszudrucken“, sagt Eröss-Demmler. Sollte die Fahrkarte im Moment der Kontrolle nicht vorzeigbar sein, gilt das zunächst als Schwarzfahren. Beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gibt es dafür auch kein Pardon, man hat 60 Euro Strafe zu zahlen. Bei der Deutschen Bahn ist es hingegen möglich, das zu dem Zeitpunkt gültige Ticket innerhalb von zwei Wochen nachzuzeigen. Dann fällt nur eine Bearbeitungsgebühr von sieben Euro an.

3. Kein Widerrufsrecht bei Fahrkarten und Hotelbuchungen

Anders als beim Online-Shopping, bei dem ein 14-tägiges Widerrufsrecht gilt, gibt es in der Regel kein Widerrufsrecht bei Online-Buchungen von Hotels, Bahnfahrten und Flügen. „Möglich ist lediglich die Stornierung der Buchung“, erklärt die Rechtsanwältin. „In diesem Fall können Storno- und Bearbeitungsgebühren anfallen.“ Je nach Anbieter fallen diese unterschiedlich aus.

„Bei kurzfristigen Buchungen oder günstigen Angeboten ist eine Stornierung nicht immer möglich. Ein Widerrufsrecht besteht jedoch bei nicht zeitgebundenen Buchungen, wenn die Buchung nicht für einen festen Termin gilt.“

4. Reise-Stornierung bei Krankheit

„Wenn es sich um eine Buchung für eine einzelne Bahn- oder Flugreise oder um eine Hotelbuchung handelt, kann die Reise gegebenenfalls storniert werden. Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben, also zum Beispiel einen Flug und einen Hotelaufenthalt von einem Reiseveranstalter, können Sie von der Reise gegebenenfalls zurücktreten“, erklärt die Expertin. Bis wann ein Rücktritt möglich ist und ob der Reiseveranstalter eine Entschädigung verlangt, ist vom Einzelfall und von den vertraglichen Vereinbarungen abhängig. Gut sei es in jedem Fall, ein Attest vorlegen zu können.

5. Kein Widerrufsrecht bei Konzerten

„Bei Online-Tickets für Konzerte und Festivals gilt leider kein Widerrufsrecht“, sagt Rechtsanwältin Eröss-Demmler. Da solche Veranstaltungen zeitlich konkret bestimmt sind, sei das Widerrufsrecht gesetzlich ausgeschlossen.

Rechtsanwältin Eröss-Demmler

Rebekka Farnbacher

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