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Wahlen in Frankreich: Riesen-Schritt Richtung Abgrund

  • Axel Grysczyk
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Am Wochenende trumpen auch die Franzosen. Der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahlen steht an. Und wieder – wie bei Trump oder beim Brexit – gibt es ein Schreckensszenario. Was wird aus Frankreich, wenn die Rechtspopulistin Marine Le Pen die Wahl gewinnt? Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Bei Le Pen klingt es wie bei Trump: Die Nato braucht Frankreich nicht mehr, ein Referendum soll den EU-Austritt vorbereiten und der Franc soll wieder eingeführt werden. Und über allem steht der Grundsatz: „Frankreich zuerst“. Die Wiederherstellung der Großartigkeit Frankreichs hat seinen Preis. Bei einem Franc-Comeback, haben Ratingagenturen gewarnt, würden sie die Grand Nation als pleite einstufen. Gläubiger müssten dann hohe Verluste hinnehmen, zugleich würde das Land vom Finanzmarkt abgeschnitten. 

Für Europa wären der Frankreich-Austritt nach einhelliger Ökonomen-Meinung ein weit härterer Schock als der Brexit. Aber wie so häufig schert es das Wahlvolk wenig. Das große Vaterlands-Gelabere scheint süßer zu sein, als die Vernunft und der Glaube an Fortschritt, Frieden und Wohlstand. Denn: Le Pen führt in den Umfragen. Auch wenn in einer Stichwahl ihre Chancen geringer werden würden, nach dem Trump-Desaster ist bei Wahlen alles möglich.

Kehrtwendung hätte Auswirkungen auf Deutschland

Eine Kehrtwendung in der wirtschaftlichen Vernunft hätte massive Auswirkungen auf Deutschland. Die Populisten-Sehnsucht in Deutschland und Frankreich würde ad absurdum geführt. Denn ihnen ist gemein, dass sie sich alles wieder übersichtlicher und einfacher wünschen. Das Gegenteil wäre der Fall: Militärische und vor allem wirtschaftliche Zusammenhänge würden noch komplizierter werden.

Lesen Sie auch Axel Grysczyks Kommentar „Immer mehr Abgeordnete: Es wird uns zu viel".

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