Nur wer etwas tut, ist aufrichtig

von Axel Grysczyk

Derzeit sitzt im polnischen Kattowitz die Staatengemeinschaft zusammen, um darüber zu beraten, wie man alle eigentlich schon vereinbarten Klimaziele erreicht. Aber man einigt sich nicht. Und das verträgt die Welt nicht.

Der im Oktober veröffentlichte neue Bericht des wissenschaftlichen Weltklimarats IPCC hatte deutlich gemacht, dass die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad technisch noch machbar ist. Aber die Staatengemeinschaft hadert, zögert, debattiert. Mit einem vernichtenden Ergebnis: Die Emission von Treibhausgasen wie Kohlendioxid wächst 2018 – und zwar schneller als ein Jahr zuvor.

Es ist ein schleichender, kollektiver Selbstmord der Menschheit. Verbunden mit der Hoffnung der derzeit Lebenden, dass es einen irgendwie doch noch nicht treffen wird. Daher ist es töricht, ständig über den Sinn und Unsinn von Diesel-Fahrverboten, grünem Strom oder Bio-Produkten zu diskutieren. Man darf und soll über die Umsetzung streiten. Dass es aber überhaupt noch Zweifel an solchen Umwälzungen gibt, ist schwer verdaulich. Wer so argumentiert, stellt sich auf die Stufe von Leuten aus den Chef-Etagen der Autokonzerne, von Energie-Riesen, die mit der Kohleförderung Millionen verdienen oder solchen geistlosen Wesen wie Donald Trump.

Die Zeit der Ausnahmen, des Rätselns oder des Verbreitens von Verschwörungstheorien ist vorbei. Jetzt geht’s nur noch darum, wie schnell die Erdbevölkerung Maßnahmen umsetzt. Und sie wird sich daran gewöhnen müssen, dies zu tun und dabei auf Gewinn zu verzichten. Wer ein bisschen Verantwortungsgefühl besitzt, dem fällt das auch gar nicht schwer.

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